Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission begrüßt Zustimmung des Europäischen Parlaments zu neuen Vorschriften gegen Manipulationen finanzieller Benchmarks

Brüssel, 28. April 2016

Die Europäische Kommission begrüßt die heutige Zustimmung des Europäischen Parlaments, die den Weg für gemeinsame EU-Standards gegen die Manipulation finanzieller Benchmarks frei macht.

Nachdem das Europäische Parlament und der Rat im November 2015 eine politische Einigung erzielt hatten, hat das Plenum nun der Verabschiedung der vorgeschlagenen Verordnung über finanzielle Benchmarks mit großer Mehrheit zugestimmt.

 

Eine Benchmark ist ein Index oder ein Indikator zur Bepreisung von Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten bzw. zur Messung der Performance von Investmentfonds. Mit den neuen Regeln wird der Steuerungsrahmen für Benchmarks verbessert, die in der EU für Finanzinstrumente wie Anleihen, Aktien und Derivate verwendet werden. Die neuen Regeln werden zum Schutz von Anlegern und Verbrauchern beitragen, da Benchmarks den Wert und die Wertentwicklung von Anlagen sowie die Höhe der Hypothekenzahlungen von Millionen von Haushalten in der EU bestimmen.

 

Der für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständige EU-Kommissar Jonathan Hillerklärte: Benchmarks sind für das Funktionieren unserer Finanzmärkte von entscheidender Bedeutung. Die Manipulation von Benchmarks kommt einem Betrug an Anlegern und Verbrauchern gleich. Darum begrüße ich die heutige Zustimmung des Europäischen Parlaments, denn nun verfügen wir über neue Regeln, die wieder zu mehr Vertrauen in die Finanzmärkte der Europäischen Union beitragen werden.“

 

Die Verordnung wird nach der förmlichen Annahme durch den Rat, die voraussichtlich im Mai 2016 erfolgen wird, und der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten.

 

Hintergrund

Benchmarks werden anhand repräsentativer Datensätze oder Angaben berechnet und dienen zur Bepreisung von Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten sowie zur Messung der Performance von Investmentfonds. Zu solchen Benchmarks zählen etwa die beiden Interbanken-Referenzzinssätze LIBOR (London Interbank Offered Rate) und EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) sowie Ölpreisbewertungen und Börsenindizes. In der Finanzwirtschaft bestimmen Benchmarks beispielsweise die Preise vieler Derivate. Im täglichen Leben der Verbraucher legen sie für Millionen von Haushalten in der EU die Höhe ihrer Hypothekenzinsen fest.

Die Kommission hatte im September 2013 eine Verordnung zu Benchmarks vorgeschlagen, um die Funktionsweise und den Steuerungsrahmen der in der EU ermittelten und verwendeten Benchmarks zu verbessern und Manipulationen zu unterbinden. Das Europäische Parlament und der Rat erzielten im November 2015 eine politische Einigung.

 

Die Verordnung wird zur Genauigkeit und Integrität der für Finanzinstrumente und Finanzkontrakte verwendeten Benchmarks beitragen, indem

 

  • sichergestellt wird, dass Benchmark-Administratoren je nach Art der Benchmark (z. B. Rohstoff- oder Zins-Benchmarks) zugelassen sein müssen und laufend beaufsichtigt werden;
  • die Governance von Benchmarks (z. B. Umgang mit Interessenkonflikten) verbessert und die Ermittlung von Benchmarks transparenter wird;
  • eine angemessene Aufsicht über kritische Benchmarks wie EURIBOR und LIBOR gewährleistet wird, deren Versagen zahlreiche Marktteilnehmer oder sogar das Funktionieren und die Integrität der Märkte sowie die Finanzstabilität gefährden könnte.

Die Verordnung setzt die auf internationaler Ebene von der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) in den Jahren 2012 und 2013 vereinbarten Grundsätze für Ölpreismeldestellen bzw. finanzielle Benchmarks um und steht mit diesen im Einklang.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/finance/securities/benchmarks/index_de.htm

IP/16/1606


Side Bar