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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Verabschiedung einer neuen integrierten Politik der EU für die Arktis

Brüssel, 27. April 2016

Hohe Vertreterin und Europäische Kommission legen integriertes Konzept zur Bewältigung der Herausforderungen in der Arktis vor

Die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik und die Europäische Kommission haben heute einen Politikvorschlag verabschiedet, der als Richtschnur für das Handeln der Europäischen Union in der Arktis dienen wird. Die Europäische Union wird ihre bisherige Tätigkeit und ihr Engagement in der Region durch 39 Maßnahmen verstärken, deren Schwerpunkt auf Klimawandel, Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und internationaler Zusammenarbeit liegt. Der besonderen Bedeutung von Forschung, Wissenschaft und Innovation wird in allen diesen vorrangigen Bereichen Rechnung getragen.

Federica Mogherini, die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission erklärte: „Eine sichere, nachhaltige und prosperierende Arktis ist für die 4 Millionen Menschen, die dort leben, für unsere Europäische Union und für die restliche Welt von Nutzen. Es handelt sich um eine Region von immenser ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Bedeutung für uns alle. Die heute unternommenen Schritte unterstreichen unser Engagement für die Region, die zugehörigen Länder und die dort lebenden Völker sowie unseren Willen, dafür zu sorgen, dass die Region weiterhin ein Beispiel für konstruktive internationale Zusammenarbeit bleibt. Denn die Arktis ist auch für die regionale und globale Sicherheit wesentlich und die damit zusammenhängenden Themen bilden eine strategische Komponente unserer Außenpolitik.“

Karmenu Vella, der EU-Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, fügte hinzu: „Wir haben Einfluss auf die Arktis und die Arktis hat Einfluss auf uns. Globale Wetterlagen, unsere Meere und Ökosysteme sowie die biologische Vielfalt vor Ort – die Arktis hat Auswirkungen auf all diese Aspekte. Auch wenn die menschliche Entwicklung unaufhaltbar ist, liegt es in unserer Hand, sie nachhaltig zu gestalten. Dabei müssen wir den Existenzgrundlagen der Menschen in dieser Region in vollem Umfang Rechnung tragen und ihre wertvollste Ressource schützen, nämlich die Umwelt.“

Die gemeinsame Mitteilung berücksichtigt die bestehenden Rechtsvorschriften der EU, einschließlich der Verpflichtung zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, sowie die laufenden und künftigen Aktivitäten und Projekte. Sie stützt sich auf die Arktispolitik der EU Mitgliedstaaten und ergänzt sie[1]. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden nun gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten im Rat und im Europäischen Parlament erörtert.                                                   

Hintergrund

2014 ersuchten der Rat und das Europäische Parlament die Kommission und die Hohe Vertreterin, einen kohärenteren Rahmen für Maßnahmen und Finanzierungsprogramme der EU in der Arktis zu entwickeln. Die neue integrierte Politik der EU für die Arktis beruht auf dieser Forderung und soll das Profil der EU in der Arktis weiter stärken, indem auf einer Reihe von Maßnahmen und Beschlüssen der EU aufgebaut wird, die bereits Auswirkungen auf die Region haben, seit im Jahr 2008 eine Mitteilung veröffentlicht und 2012 eine Aktualisierung und ein Überblick über die Tätigkeiten vorgelegt wurden.

Zur Arktis zählen das zentrale Nordpolarmeer, die regionalen Nebenmeere (z. B. Barents-, Kara- und Tschuktschensee) sowie die Gebiete, die Kanada, dem Königreich Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, der Russischen Föderation, Schweden und den Vereinigten Staaten gehören. Drei EU-Mitgliedstaaten sind folglich auch arktische Staaten, während Island und Norwegen dem Europäischen Wirtschaftsraum angehören.

Seit einigen Jahren ist die Arktis im Kontext des Klimawandels stärker in den Vordergrund gerückt, was weitreichende Folgen hat, da die Region das Erdklima beeinflusst, einschließlich der Wetterbedingungen in Europa. In den vergangenen Jahrzehnten schritt die Erwärmung in der Arktis fast doppelt so schnell voran wie im weltweiten Durchschnitt. Wissenschaftler haben darauf hingewiesen, dass die Arktis auch zum Klimawandel beiträgt, und zwar durch die allmähliche Freisetzung von Methan infolge der Erwärmung. Die klimatischen Veränderungen in der Arktis führen wiederum zur Erhöhung der Wirtschaftstätigkeit in der Region. Mehrere internationale Institutionen und Foren wurden geschaffen, um die internationale Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Verwaltung der Arktis zu erleichtern.

Weitere Informationen

Gemeinsame Mitteilung

http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/policy/sea_basins/arctic_ocean/index_en.htm

Factsheet: Eine integrierte Politik der EU für die Arktis – Häufig gestellte Fragen

Link zum Video

 

[1] Das Königreich Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, Polen, Schweden und das Vereinigte Königreich haben nationalen Politikkonzepte festgelegt. Frankreich, die Niederlande und Spanien werden 2016 Politikkonzepte für die Arktis oder die Polarregionen veröffentlichen.

IP/16/1539

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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