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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäischer Verbraucherschutz: Spielzeug und Kleidung führen die Liste der entdeckten gefährlichen Produkte im Jahr 2015 an

Brüssel, 25. April 2016

Die Europäische Kommission hat heute neue Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass im Jahr 2015 mehr als 2000 gefährliche Produkte EU-weiten Alarm ausgelöst haben. Eine zentrale Herausforderung ist der zunehmende Anteil der online erworbenen Erzeugnisse aus Ländern außerhalb der EU.

Die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Unternehmen arbeiten zusammen, um zu gewährleisten, dass unsichere Waren vom europäischen Markt genommen werden.

„Das Schnellwarnsystem hat dazu beigetragen, rasche Reaktionen der Verbraucherschutzbehörden zu koordinieren und gefährliche Produkte in ganz Europa vom Markt zu nehmen. Wir stehen vor zwei Herausforderungen: Online-Verkäufe, bei denen Waren per Post direkt an die Verbraucher geliefert werden, und die starke Präsenz chinesischer Waren, die bereits über das Schnellwarnsystem gemeldet wurden. Ich reise im Juni nach China, um die wichstige Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden im Bereich der Produktsicherheit zu erhöhen", so Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung.

Im Jahr 2015 wurden 2072 Warnmeldungen und 2745 Folgemaßnahmen im System registriert. Wenn ein Mitgliedstaat eine Warnmeldung im System veröffentlicht, können andere Staaten das fragliche Produkt auf ihrem Markt lokalisieren und auf diese Meldung reagieren.

Über 65 % der Europäer kaufen Produkte online, und die Anzahl der Online-Shopper ist zwischen 2006 und 2015 um 27 % gestiegen. Eine neue Herausforderung besteht jetzt darin, auf den Online-Handel zu reagieren, durch den Waren von außerhalb der EU, die möglicherweise keiner Sicherheitsprüfung unterzogen wurden, per Post direkt in die Haushalte gelangen.

Die Kommission arbeitet an einer weiteren Verbesserung des Schnellwarnsystems, um diesen Aspekt zu berücksichtigen. Es gibt bereits Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit mit Grenzkontrollpersonal und Online-Verkaufsplattformen. Die Kommission wird als Teil ihrer Agenda für Produktsicherheit dafür sorgen, dass der Schwerpunkt weiterhin auf Online-Verkäufen liegt.

Von welchen Produkten gehen Risiken aus?

Im Jahr 2015 waren vor allem bei Spielzeug (27 %) sowie bei Bekleidung, Textilien und Modeartikeln (17 %) Korrekturmaßnahmen erforderlich. Diese Produktkategorien machten bereits im Vorjahr die meisten negativen Schlagzeilen. In Bezug auf die Risiken wurden im Jahr 2015 am häufigsten (25 % der Gesamtzahl der Mitteilungen) chemische Risiken gemeldet, gefolgt von Verletzungsgefahr (22 %), die im Vorgängerbericht ganz oben auf der Liste stand.

Die im Jahr 2015 am häufigsten gemeldeten chemischen Risiken betrafen Modeschmuck mit schädlichen Schwermetallen wie Nickel und Blei sowie Spielzeug, das Phthalate (fruchtbarkeitsschädigende Weichmacher) enthält.

Woher kommen die gefährlichen Produkte?

Mit 62 % der gemeldeten gefährlichen Produkte steht China im Schnellwarnsystem nach wie vor ganz oben auf der Liste der Ursprungsländer. Von dort stammen die meisten Einfuhren der EU.

Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden ist weiterhin eine Priorität für die EU und erfolgt insbesondere innerhalb des China-Mechanismus des Schnellwarnsystems: Jede Meldung über ein Erzeugnis mit Ursprung in China wird den chinesischen Behörden übermittelt, damit sie den Hersteller oder Ausführer direkt kontaktieren können, wenn diese Wirtschaftsteilnehmer ausfindig gemacht werden können.

Bis heute hat China mehr als 11 540 Mitteilungen nachverfolgt und konnte in 3748 Fällen Abhilfemaßnahmen treffen. In vielen Fällen ist die Ermittlung der Herkunft eines Erzeugnisses nach wie vor schwierig.

Kommissionsmitglied Jourovà besucht im Juni China, um das Thema Produktsicherheit mit ihren chinesischen Kollegen zu diskutieren.

Hintergrund

Über das Schnellwarnsystem können seit 2003 Informationen über gefährliche Non-food-Erzeugnisse, die irgendwo in Europa vom Markt genommen bzw. zurückgerufen wurden, schnell zwischen den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission ausgetauscht werden. Dies wiederum ermöglicht, dass EU-weit geeignete Folgemaßnahmen (Verbot/Einstellung des Verkaufs, Rücknahme, Rückruf oder Einfuhrverweigerung durch die Zollbehörden) ergriffen werden können.

31 Länder (alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) nehmen derzeit am System teil. Das Schnellwarnsystem funktioniert dank der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.

 

Das Schnellwarnsystem in Zahlen

Das Schnellwarnsystem in Zahlen

Weitere Informationen:

Vollständiger Bericht

Fragen und Antworten

Schnellwarnsystem Abfrageseite

Schnellwarnsystem wöchentliche Berichte

Infografik

Schnellwarnsystem - nationale Kontaktstellen

Weitere Informationen über das Schnellwarnsystem

Dangerous Products

Grafik 1: Am häufigsten gemeldete Produktkategorien

 

Am häufigsten gemeldete Produktkategorien

 Grafik 2: Mitteilungen über ein chemisches Risiko im Jahr 2015 nach Produktkategorien

 

Mitteilungen über ein chemisches Risiko im Jahr 2015 nach Produktkategorien

 Grafik 3: Mitteilungen in den Jahren 2014 und 2015 nach Gruppen von Herkunftsländern

 

 

  Mitteilungen in den Jahren 2014 und 2015 nach Gruppen von Herkunftsländern

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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