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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU stellt 83 Mio. EUR für bessere Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Griechenland bereit

Brüssel, 19. April 2016

Die Europäische Kommission kündigt heute die Bereitstellung von 83 Mio. EUR im Rahmen des neuen Soforthilfe-Instruments an, wie am 2. März von ihr vorgeschlagen, um die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Griechenland zu verbessern. Die Mittel sollen dem UNHCR, der Internationalen Föderation der Rotkreuzgesellschaften und sechs internationalen Nichtregierungsorganisationen (NRO) unverzüglich zur Verfügung gestellt werden.

Diese Partner werden mit griechischen NRO, die über die erforderlichen Ortskenntnisse verfügen, zusammenarbeiten.

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides, unterzeichnete heute in Athen die ersten Verträge im Rahmen des neuen Instruments für Soforthilfe innerhalb der EU, um den Mitgliedstaaten dabei zu helfen, Krisen, wie sie durch eine große Zahl von Flüchtlingen ausgelöst werden, zu bewältigen.

„Wir müssen so rasch wie möglich dafür sorgen, dass die Flüchtlinge und Migranten in Europa wieder würdige Lebensbedingungen vorfinden. Die ersten Projekte vor Ort sind ein konkretes Beispiel dafür, wie die EU auf die Herausforderungen, vor denen Europa steht, reagiert. Die Mittel werden unseren Partnern im Bereich der humanitären Hilfe verfügbar gemacht, die mit der griechischen Regierung und nichtstaatlichen Organisationen vor Ort Hand in Hand zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Hilfe in koordinierter und strukturierter Weise an so vielen Standorten wie möglich bereitgestellt wird,“ so Christos Stylianides.

Der Kommissar traf den griechischen Ministerpräsidenten Mouzalas und besuchte gemeinsam mit diesem und dem Athener Bürgermeister Giorgos Kaminis Projekte, mit denen Flüchtlinge in Eleonas unterstützt werden.

Dank dieser neuen Projekte wird die Kommission dazu beitragen, dass Zehntausende von Flüchtlingen und Migranten in Griechenland Zugang zu medizinischer Grundversorgung, Nahrungsmitteln, besserer Hygiene, kinderfreundlichen Räumen und provisorischen Unterkünften erhalten.

Die heute angekündigten Mittel kommen zu der allgemeinen EU-Hilfe im Rahmen der Flüchtlingskrise in Griechenland hinzu. Seit 2015 hat Griechenland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise Soforthilfe in Höhe von 181 Mio. EUR aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds und dem Fonds für die innere Sicherheit erhalten. 509 Mio. EUR waren aus diesen Fonds bereits für das nationale Programm Griechenlands für den Zeitraum 2014-2020 zugewiesen worden.

Überblick über die Finanzierung

EU-Partner im Bereich der humanitären Hilfe

Förderbetrag

Dauer

Art der Maßnahme

UNHCR

25 Mio. EUR

9 Monate

50 000 Flüchtlinge erhalten an 15 Standorten: 1) technische und materielle Hilfe (z. B. Schlafmatten, Decken, Kleidung, Hygienesets, Regenjacken, Socken, Kochsets, Seife, Solarlampen), 2) Wasser- und Sanitärversorgung sowie Unterstützung für die Hygiene in den Notunterkünften, 3) Schutz, insbesondere von unbegleiteten oder von ihren Eltern getrennten Kindern. Zusätzliche Komponente: Unterstützung für die Koordinierung der humanitären Maßnahmen der humanitären Gemeinschaft in Griechenland.

Internationaler Verband des Roten Kreuzes

15 Mio. EUR

10 Monate

44 000 Flüchtlinge erhalten an 15 Standorten: 1)  medizinische Grundversorgung, 2) Nahrungsmittelpakete und sonstige Bedarfsgüter wie Schlafmatten, Decken, Kleidung, Hygienesets (auch speziell für Frauen), Kochsets, Seife, 3) Wasser- und Sanitärversorgung sowie Unterstützung für die Hygiene, 4) psychosoziale Unterstützung sowie 5) Unterstützung bei der Wiederherstellung der Familienbande durch das weltweite Rotkreuznetzwerk.

Dänischer Flüchtlingsrat

8 Mio. EUR

9 Monate

7500 Empfänger profitieren von einem multisektoralen Ansatz, der auch die Unterstützung beim Management, der Bereitstellung von Schutz, Wasser- und Sanitärversorgung, Hygieneartikeln, Unterkünften sowie grundlegender Hilfsgüter zur Deckung des Bedarfs an fünf Standorten umfasst.

International Rescue Committee

10 Mio. EUR

10 Monate

16 000 Empfänger erhalten Unterstützung in mehreren Bereichen, einschließlich der Bereitstellung von Schutz, psychosozialer Betreuung und sicheren Räumen für Frauen, Räumen für sicheres Lernen und die Behandlung von Kindern, Wasser- und Sanitärversorgung, Hygiene- und Nahrungsmittelhilfe

Save the Children

7 Mio. EUR

12 Monate

Schutzmaßnahmen für gefährdete Kinder und ihre Familien auf dem griechischen Festland. Die Maßnahmen umfassen die Bereitstellung von kinderfreundlichen Räumen, nichtformalem Schulunterricht, Nahrungsmitteln und psychosozialer Betreuung. Zudem werden auch unbegleitete und von ihren Eltern getrennte Kinder speziell unterstützt, wobei diese Unterstützung in Partnerschaft mit den nationalen griechischen Behörden erfolgt.

OXFAM

6 Mio. EUR

12 Monate

Unterstützung für die Bereiche Wasser- und Sanitärversorgung, Hygiene, Ernährung, Schutz und bessere (winterfeste) Unterkünfte sowie sonstige Hilfsgüter. Verbesserung der Duschen und Toiletten für 3000 Menschen sowie besserer Zugang zu Dienstleistungen, besser geschützte Standorte/besseres Management für 2750 Personen. Die Maßnahmen sind beide auf den Westen ausgerichtet, wo nur wenige Partner tätig sind. Die Nahrungsmittelverteilung für mehr als 3000 Menschen erfolgt hauptsächlich im Wege von Gutscheinen und konzentriert sich auf den Norden. Die grundlegenden Hilfsgüter, die für 3000 Menschen bereitgestellt werden, umfassen 600 winterfeste Unterkünfte.

Arbeiter-Samariter-Bund

5 Mio. EUR

12 Monate

Bereitstellung von Schutz und Grundversorgung, einschließlich Gesundheitsversorgung, psychosozialer Betreuung, sonstiger Hilfsgüter, kinderfreundlicher Räume, Rechtsbeistand und Dolmetschleistungen für 1 500 Begünstigte in Thessaloniki.

Médecins du Monde

7 Mio. EUR

12 Monate

Medizinische Grundversorgung, fachärztliche Versorgung, psychosoziale Hilfe für Migranten und Flüchtlinge.

Das Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitsrisiken zu reduzieren und über feste und mobile medizinische Einrichtungen die Gesundheitsversorgung (einschließlich der fachärztlichen Versorgung) für 18 000 Flüchtlinge und Migranten in Griechenland zu gewährleisten. Das Projekt steht im Einklang mit den nationalen Curricula und Verweisungsmechanismen.

 

Hintergrund:

Am 2. März schlug die Kommission einen schnelleren und stärker zielgerichteten Ansatz zur Bewältigung schwerer Krisen in Form eines Soforthilfe-Instruments vor. Dabei sollen auch die Mitgliedstaaten bei der Bewältigung eines starken Flüchtlingszustroms unterstützt werden.

Nach dem Erlass der Verordnung EU/2016/369 am 15. März durch den Rat genehmigte das Europäische Parlament am 13. April die Mittel für die erste Runde der EU-Finanzierung. Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2016 zur Ergänzung der bestehenden Maßnahmen durch andere Bereiche 300 Mio. EUR erforderlich sind. Die restlichen Mittel werden voraussichtlich im weiteren Verlauf des Jahres zur Verfügung stehen.

Die Soforthilfemittel ergänzen andere Finanzierungsinstrumente der EU, wie den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF), den Fonds für die innere Sicherheit (ISF), den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD) und das Gesundheitsprogramm der EU, durch die bereits erhebliche finanzielle Mittel für die Hilfe in Griechenland bereitgestellt wurden. Zudem ergänzen sie auch die Unterstützung im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der EU, das sich auf freiwillige Angebote von Teilnehmerstaaten stützt.

 

Weitere Informationen:

MEMO/16/1448: Fragen und Antworten: Erste Hilfsprojekte der EU für Flüchtlinge in Griechenland im Rahmen des neuen Soforthilfe-Instruments.

FACTSHEET: Finanzielle Unterstützung der EU für Griechenland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise

Die Europäische Migrationsagenda

Verordnung (EU) Nr. 2016/369 des Rates über die Bereitstellung von Soforthilfe innerhalb der Union

Website von Kommissar Stylianides

 

IP/16/1447

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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