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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Alle 118 Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum verabschiedet

Brüssel, 11. Dezember 2015

Die 118 Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum, die für den Zeitraum 2014-2020 über ein Budget von 99,6 Mrd. EUR verfügen, können nun anlaufen.

Mit dem heute verabschiedeten griechischen Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR) sind nun alle 118 Programme für den Zeitraum 2014-2020 angenommen. Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) werden 99,6 Mrd. EUR bereitgestellt, zu denen 60,6 Mrd. EUR an Kofinanzierungsmitteln aus nationalen und regionalen öffentlichen Quellen und private Investitionen hinzukommen. Mit diesen Mitteln werden die EPLR den ländlichen Gebieten und Gemeinschaften in Europa helfen, die gegenwärtigen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Herausforderungen zu meistern und die sich ihnen bietenden Chancen zu nutzen.

Kommissar Phil Hogan kommentierte dieses Ereignis wie folgt: „Die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum sind auf Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit im ländlichen Raums Europas ausgerichtet. Sie sollen die ländlichen Gebiete und Gemeinschaften in die Lage versetzen, die vielfältigen Herausforderungen und Chancen wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Art, die das 21. Jahrhundert für sie bereithält, zu meistern bzw. zu nutzen. Mit intelligenten und strategischen Investitionen werden die EPLR den Generationenwechsel vorantreiben und die Voraussetzungen für eine dynamische ländliche Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt schaffen. Angesichts der derzeitigen Klimakonferenz in Paris ist einer der Schwerpunkte zwangsläufig die Bewältigung der großen Klimaherausforderung, bei der den Entwicklungsprogrammen für den ländlichen Raum eine wichtige Rolle zukommen wird.“

Überwiegend ländlich geprägte Gebiete mit zusammen 112,1 Mio. Einwohnern machen 52 % des Territoriums der EU aus. Diese Gebiete sind untereinander sehr verschieden und die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, spiegeln sehr unterschiedliche Gegebenheiten wider. Aus diesem Grund räumt die Kommission den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität ein, damit die Unterstützung besser auf die besonderen Bedürfnisse jeder Region zugeschnitten ist und die Subsidiarität stärker zum Tragen kommt. Die Mitgliedstaaten können somit ihre eigenen nationalen oder regionalen Programme aufstellen, in denen diese Besonderheiten zum Ausdruck kommen. Dabei müssen mindestens vier von sechs gemeinsamen Prioritäten zugrunde gelegt werden: Wissen und Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, bessere Organisation der Nahrungsmittelkette, Erhaltung der Ökosysteme, Ressourceneffizienz und soziale Inklusion. Diese Prioritäten zeigen auch, in welchem Maße die im Rahmen der EPLR bereitgestellten Mittel der Gesellschaft insgesamt und nicht nur den Agrarbetrieben und anderen Gemeinschaften im ländlichen Raum zugutekommen.

So haben die polnischen Behörden ein Drittel ihrer EPLR-Mittel für die Verbesserung der Rentabilität und der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe bereitgestellt mit einem Programm, das Investitionsfördermaßnahmen für rund 200 000 landwirtschaftliche Betriebe und mehr als 1800 Erzeugergruppierungen umfasst und auf die Schaffung von Tausenden von Arbeitsplätzen abzielt. Viele regionale Programme (z. B. diejenigen für die Picardie und die Basse-Normandie in Frankreich) umfassen Fördermaßnahmen für die Niederlassung von Junglandwirten.

Der Klimaschutz ist in den nationalen und regionalen EPLR eine der am häufigsten vertretenen Projektprioritäten.

Österreich beispielsweise hat 71 % seiner Fördermittel für eine bessere Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und für klimaverträgliche Bewirtschaftungsmethoden bereitgestellt. Damit soll erreicht werden, dass 83 % der landwirtschaftlichen Fläche im Rahmen von Verträgen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt und 75 % im Rahmen von Verträgen zur Verbesserung der Wasserqualität bewirtschaftet werden.

Hauptschwerpunkt des irischen EPLR ist die Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung land- und forstwirtschaftlicher Ökosysteme. Für diese Priorität werden drei Viertel der gesamten Fördermittel für Irland bereitgestellt.

Die Anbindung ländlicher Gebiete und die Verbesserung der Infrastruktur sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Wettbewerbsposition. In Italien wird das EPLR von Kalabrien zur sozialen Inklusion und zur wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Gebieten beitragen, indem es rund 48 % der ländlichen Bevölkerung mit einer besseren Breitbandinfrastruktur versorgt.

In diesem Factsheet sind einige allgemeine Ergebnisse dargestellt, die für den Zeitraum 2014-2020 erwartet werden. Die Durchführung der Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum wird gründlich überwacht und bewertet. Die Ergebnisse sind in Berichten enthalten, die auf der Website der Kommission veröffentlicht werden.

 

Hintergrund

Die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums ist die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik. Die Mitgliedstaaten erhalten EU-Mittel, die sie auf nationaler oder regionaler Ebene im Rahmen von kofinanzierten Mehrjahresprogrammen verwalten. Für die 28 Mitgliedstaaten sind 118 Programme vorgesehen, die mit insgesamt 99,6 Mrd. EUR ausgestattet sind (aufgrund von Mittelübertragungen von der ersten Säule ist dies mehr als der vor einem Jahr angekündigte Betrag von 95,6 Mrd. EUR). Die neue Verordnung für die Entwicklung des ländlichen Raums (Verordnung (EU) Nr. 1305/2013) für den Zeitraum 2014-2020 umfasst sechs wirtschaftliche, ökologische und soziale Prioritäten. Die Programme enthalten klare Zielvorgaben für das, was erreicht werden soll. Zur besseren Koordinierung der Maßnahmen und zur Maximierung von Synergien mit den anderen Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESIF) wurde zudem mit jedem Mitgliedstaat eine Partnerschaftsvereinbarung geschlossen. In diesen Vereinbarungen ist die breite Strategie für die EU-finanzierten Strukturinvestitionen dargestellt. Mit einem Budget von 454 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020 sind die ESIF das wichtigste investitionspolitische Instrument der EU.

 

Links

Factsheet über einige der erwarteten Ergebnisse der Programme für 2014-2020.

Überblick über alle 118 Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum für 2014-2020.

Weitere Informationen über die EU-Politik für die Entwicklung des ländlichen Raums.

IP/15/6283

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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