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Europäische Kommission - Pressemitteilung

"Enjoy, it's from Europe": Mehr als 100 Mio. EUR zur Förderung des Absatzes europäischer Agrarerzeugnisse im Jahr 2016

Brüssel, 13. Oktober 2015

Im Jahr 2016 können die europäischen Erzeuger Programme mit einer Dotation von 111 Mio. EUR in Anspruch nehmen, um neue Märkte zu erschließen und den Verbrauch innerhalb und außerhalb der EU zu steigern.

Die Absatzförderung ist ein wichtiger Teil der Maßnahmen, die von der Kommission zur Unterstützung der Landwirte vorgelegt wurden.

"Enjoy, it's from Europe": Die neue Absatzförderungspolitik, die von der Europäischen Kommission heute verabschiedet wurde, wird die Branche bei der Erschließung bzw. Konsolidierung internationaler Märkte unterstützen und die europäischen Verbraucher stärker über die Bemühungen der europäischen Landwirte aufklären. Mit Blick auf dieses Ziel wird die Kommission mehr Mittel zur Verfügung stellen, den Kofinanzierungssatz erhöhen und den mit der Projektgenehmigung verbundenen bürokratischen Aufwand abbauen. Auf diese Weise wird zu den Bemühungen beigetragen, die für Absatzförderung verfügbaren EU-Haushaltsmittel schrittweise von 61 Mio. EUR im Jahr 2013 (als die neuen Vorschriften vorgeschlagen wurden) auf 200 Mio. EUR im Jahr 2019 aufzustocken.

Zudem werden die EU-Kofinanzierungssätze nach den neuen Vorschriften von 50 % auf 70-80 % (bis zu 85 % für Griechenland und Zypern) erhöht. Gleichzeitig entfällt die nationale Kofinanzierung, wodurch gleiche Bedingungen in sämtlichen Mitgliedstaaten geschaffen werden. Der Verwaltungsaufwand während des Auswahlverfahrens wird erheblich reduziert, was die Antragstellung vereinfacht.

Das Programm von 2016 betrifft eine Liste von ausgewählten Drittländern (vollständige Liste im Anhang), in denen das höchste Wachstumspotenzial insbesondere in denjenigen Sektoren zu verzeichnen ist, die mit einer besonders schwierigen Marktlage konfrontiert sind (z. B. Milch und Schweinefleisch). Vom Gesamtbetrag wurden im Rahmen des von Kommissionsmitglied Hogan Anfang September angekündigten Förderpakets 30 Mio. EUR eigens für Absatzförderungsmaßnahmen in diesen beiden Sektoren bereitgestellt.

Der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige EU-Kommissar Phil Hogan erklärte heute: „Europäische Agrarerzeugnisse und Lebensmittel haben auf dem Weltmarkt eine Spitzenposition inne. Die Ausfuhren im Wert von 110 Mrd. EUR stellen für die ländlichen Gebiete ganz Europas eine Quelle von Arbeitsplätzen und Wachstum dar. Ich freue mich, die neue Absatzförderungsregelung vorzustellen, die dazu beitragen soll, dass diese positive Exportentwicklung anhält. So werden 111 Mio. EUR bereitgestellt, um für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel aus der EU Chancen auf neuen Märkten zu erschließen und unsere Präsenz auf den vorhandenen Märkten auszubauen. Mit besonderer Freude darf ich bekannt geben, dass im Rahmen des kürzlich angekündigten, mit 500 Mio. EUR ausgestatteten Pakets für die Agrarmärkte Mittel in Höhe von 30 Mio. EUR eigens für die in der Krise befindlichen Sektoren Milch und Schweinefleisch bereitgestellt werden. In den kommenden Monaten werde ich eine diplomatische Offensive starten und Handelsdelegationen anführen, um den Erzeugern aus der EU weltweit neue Chancen zu eröffnen.

Hintergrund:

Die wichtigsten Elemente der neuen Absatzförderungsvorschriften:

  • erhebliche Aufstockung der für Informations- und Absatzförderungskampagnen bereitgestellten Mittel: Die europäischen Beihilfen sollten schrittweise von 61 Mio. EUR im Haushaltsjahr 2013 auf 200 Mio. EUR im Jahr 2019 ansteigen (111 Mio. EUR im Jahr 2016);
  • wesentlich höhere EU-Kofinanzierungssätze im Vergleich zur derzeitigen Regelung (EU-Kofinanzierungssatz von 70 % für Einzellandprogramme, die von einer Organisation aus einem einzigen Mitgliedstaat eingereicht werden, 80 % für Mehrländerprogramme und Programme für Drittländer, 85 % für Programme zur Krisenbewältigung, 75-85 % für Länder, die finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen (Zypern und Griechenland)); Wegfall der nationalen Kofinanzierung, wodurch gleiche Bedingungen geschaffen werden;
  • Einführung einer europäischen Absatzförderungsstrategie, die einen gezielteren Einsatz von Absatzförderungsmaßnahmen ermöglicht. Mit dieser Strategie sollte Folgendes erreicht werden:

    • mehr Programme für Drittländer und Mehrländerprogramme (Programme von Organisationen aus mehreren Mitgliedstaaten) dank eines höheren Kofinanzierungssatzes für diese beiden Kategorien,
    • auf dem Binnenmarkt: bessere Aufklärung der Verbraucher über die Vorzüge europäischer Agrarerzeugnisse im Allgemeinen und von unter europäische Qualitätsregelungen fallenden Erzeugnissen im Besonderen,

  • Erweiterung des Anwendungsbereichs der Maßnahmen durch: Aufnahme von Erzeugerorganisationen in den Kreis der förderfähigen Begünstigten; Ausweitung der Palette von Erzeugnissen, insbesondere auf verarbeitete Agrarnahrungsmittel wie z. B. Brot, Teigwaren und Schokolade; Möglichkeit der Angabe des Ursprungs der Erzeugnisse sowie von Marken (innerhalb bestimmter Grenzen);
  • Vereinfachung der Verwaltungsverfahren, indem die Bewertung und Auswahl der Programme künftig in einem einzigen Schritt (durch die Europäische Kommission) statt wie bisher in zwei Schritten (zuerst Mitgliedstaat und dann Kommission) erfolgen;
  • Vereinfachung der Verwaltung der von Organisationen aus mehreren Mitgliedstaaten ausgearbeiteten Mehrländerprogramme durch eine einzige Anlaufstelle bei der Kommission (über die Exekutivagentur CHAFEA).

 

Zur vollständigen Durchführung dieses Basisrechtsakts hat die Kommission eine delegierte Verordnung und eine Durchführungsverordnung erlassen        

Die betreffenden Rechtsakte werden heute im Amtsblatt veröffentlicht.

Ein Kernelement der neuen Absatzförderungspolitik ist die Erstellung eines Jahresarbeitsprogramms (Durchführungsbeschluss der Kommission), in dem die strategischen Prioritäten der Absatzförderungsmaßnahmen in Bezug auf Erzeugnisse, Regelungen und Zielmärkte sowie die entsprechenden Mittelzuweisungen festgelegt sind. Ziel ist eine dynamische und proaktive Politik, die alljährlich an neue Marktchancen und die Bedürfnisse des Sektors angepasst wird.

Weitere Informationen über die Förderung des Absatzes europäischer Agrarerzeugnisse finden Sie hier.

ANHANG

Aufteilung der Mittel nach Prioritäten für die im Jahresarbeitsprogramm 2016 aufgeführten kofinanzierten Programme


Vorgesehener Betrag

Einzellandprogramme – Binnenmarkt

26 Mio. EUR

Maßnahme 1* – Informations- und Absatzförderungsmaßnahmen zur Aufklärung über europäische Qualitätsregelungen gemäß Artikel 5 Absatz 4 Buchstaben a, b und c der Verordnung (EU) Nr. 1144/2014 sowie zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrads

10 Mio. EUR

Maßnahme 2* – Informations- und Absatzförderungsmaßnahmen zur Hervorhebung der Besonderheiten der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden in der Union und der Merkmale von europäischen Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln

7 Mio. EUR

Maßnahme 3 – Informations- und Absatzförderungsprogramme für Milch/Milcherzeugnisse, Schweinefleischerzeugnisse oder eine Kombination von beiden

9 Mio. EUR

Einzellandprogramme in Drittländern

68 Mio. EUR

Maßnahme 4* – Informations- und Absatzförderungsprogramme für China, Japan, Südkorea und das Zollgebiet von Taiwan

12 Mio. EUR

Maßnahme 5* – Informations- und Absatzförderungsprogramme für die USA und/oder Kanada

12 Mio. EUR

Maßnahme 6* – Mittel- und Südamerika sowie Karibik

7 Mio. EUR

Maßnahme 7* – Südostasien (Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand, Timor-Leste und Vietnam)

7 Mio. EUR

Maßnahme 8* – Afrika und Naher Osten

4,5 Mio. EUR

Maßnahme 9* – andere geografische Gebiete

4,5 Mio. EUR

Aktion 10 – Informations- und Absatzförderungsprogramme für Milch/Milcherzeugnisse, Schweinefleischerzeugnisse oder eine Kombination von beiden und für beliebige Drittländer

21 Mio. EUR

Mehrländerprogramme

14 Mio. EUR

Einzellandprogramme – im Falle einer schwerwiegenden Störung des Marktes

3 Mio. EUR

* Diese Programme gelten nicht für Milch/Milcherzeugnisse, Schweinefleischerzeugnisse oder eine Kombination von beiden. Milch/Milcherzeugnisse, Schweinefleischerzeugnisse oder eine Kombination von beiden können jedoch aufgenommen werden, wenn sie mit anderen Erzeugnissen in Zusammenhang stehen.

Insgesamt 111 Mio. EUR


Anmerkung:

Ein Einzellandprogramm ist ein Absatzförderungsprogramm, das von einer oder mehreren vorschlagenden Organisationen aus demselben Mitgliedstaat eingereicht wird.

Ein Mehrländerprogramm ist ein Programm, das von mindestens zwei Organisationen aus mindestens zwei Mitgliedstaaten oder von einem oder mehreren Unionsverbänden eingereicht wird.

IP/15/5804

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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