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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Neue Sicht auf die allgemeine und berufliche Bildung bis 2020 – mehr Inklusion

Brüssel, 1. September 2015

In einem heute im Entwurf veröffentlichten Bericht fordert die Kommission eine stärkere Zusammenarbeit bei der allgemeinen und beruflichen Bildung bis zum Jahr 2020 und insbesondere die Förderung der sozialen Inklusion in Schulen.

Die Kommission schlägt heute vor, die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung auf europäischer Ebene bis zum Jahr 2020 zu verstärken. In ihrem heute veröffentlichten Entwurf eines gemeinsamen Berichts der Kommission und der Mitgliedstaaten ruft die Kommission dazu auf, die europäischen Bildungssysteme sozial inklusiver zu gestalten, und zwar im Rahmen der allgemeinen Bemühungen, nach den Attentaten von Paris und Kopenhagen 2015 gegen die Radikalisierung vorzugehen.

In dem Bericht wird ein klarerer politischer Fokus zur konkreteren Behandlung der drängendsten Probleme unserer Gesellschaft vorgeschlagen. Zu den sechs neuen Prioritäten in dem Bericht zählen die Verbesserung der Qualifikationen und Beschäftigungsaussichten der Menschen und die Schaffung offener, innovativer und digitaler Lernumgebungen, wobei gleichzeitig die Grundwerte von Gleichheit, Nichtdiskriminierung und bürgerschaftlichem Engagement kultiviert werden.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, kommentierte: „Die jungen Menschen in Europa stehen vor gemeinsamen Herausforderungen, die gemeinsame Antworten erfordern. Die drohende Radikalisierung zeigt, wie dringend wir die Bildungsaussichten in unserer gesamten Gesellschaft verbessern müssen. In Zusammenarbeit mit den Bildungsministerinnen und Bildungsministern werden wir unsere gemeinsame Arbeit zur Reduzierung des frühen Schulabgangs, zur Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung und zur Förderung der Vielfalt in Klassenzimmern in ganz Europa ausbauen.“

Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, fügte hinzu: „Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist eine Top-Priorität dieser Kommission. Relevante und hochwertige Qualifikationen sind heute wichtiger denn je bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Eine bessere Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung wird dazu beitragen, das Qualifikations- und Kompetenzniveau zu verbessern und bedarfsgerechter zu gestalten, und somit jungen Europäern helfen, erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzusteigen.“

Der Rat wird den Bericht voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres annehmen. In dem Bericht wird auch vorgeschlagen, den Arbeitszyklus für die neuen Prioritäten von bislang drei auf fünf Jahre zu verlängern, um eine nachhaltigere Wirkung zu erzielen. Die von der Kommission vorgeschlagenen sechs neuen Prioritäten sind:

  • Relevante, hochwertige Fertigkeiten und Kompetenzen für Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und bürgerschaftliches Engagement – mit Fokus auf Lernergebnissen
  • Inklusive Bildung, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und Förderung von Bürgerkompetenz
  • Eine offene und innovative allgemeine und berufliche Bildung, die sich die Errungenschaften des digitalen Zeitalters in vollem Umfang zu eigen macht
  • Verstärkte Unterstützung der Lehrkräfte
  • Transparenz und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen zur Erleichterung der Lern- und Arbeitsmobilität und
  • Nachhaltige Investitionen sowie Leistung und Effizienz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung

Hintergrund

Der im Mai 2009 geschaffene strategische Rahmen für allgemeine und berufliche Bildung 2020 (ET 2020) bietet den Mitgliedstaaten, der Kommission und den Bildungseinrichtungen ein Forum für den Austausch bewährter Verfahren sowie von Informationen und Ratschlägen für politische Reformen. Die Kommission koordiniert dieses Kooperationsinstrument.

Der strategische Rahmen ET 2020 erstreckt sich auf alle Arten und Ebenen des lebenslangen Lernens von der frühkindlichen Bildung über Schule, Hochschulbildung, berufliche Bildung bis hin zum Erwachsenenlernen.

Im Jahr 2014 haben die Kommission und die Mitgliedstaaten im Rahmen einer Zwischenbilanz die seit 2012 erzielten Fortschritte bewertet und davon ausgehend die nächsten Prioritäten für die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung auf europäischer Ebene entwickelt. Im Rahmen dieses Prozesses wurden eine unabhängige Bewertung, mehrere nationale Berichte und Konsultationen mit nationalen Mitarbeitern, europäischen Sozialpartner und anderen Akteuren im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung im Laufe des Jahres 2014 durchgeführt. Die Schlussfolgerungen dieser Analyse spiegeln sich im Entwurf des gemeinsamen ET-2020-Berichts wider, den die Kommission heute vorgelegt hat.

Im November wird die Kommission auch den Anzeiger für die allgemeine und berufliche Bildung 2015 vorlegen, eine jährliche Fortschrittsanalyse zu den Bildungszielen der Europa-2020-Strategie. Die wichtigsten Themen sind das Ausmaß frühen Schulabgangs und die Zahl der Hochschulabschlüsse.

Die Kommission wird außerdem in Kürze den Entwurf des EU-Jugendberichts vorlegen, der die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa im Zeitraum 2013-2015 darstellt. Schwerpunkte des Berichts sind Jugendarbeitslosigkeit, soziale Inklusion und Teilhabe junger Menschen.

Weitere Informationen

ET 2020 - Gemeinsamer Bericht

ET 2020 - Arbeitspapier der Dienststellen

ET 2020 - Schlussfolgerungen des Rates von Mai 2009

Post-Paris Fact Sheet

IP/15/5568

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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