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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission plant Fangmöglichkeiten für 2016: Nordsee und Atlantik machen Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit, erhebliche Überfischung im Mittelmeer

Brüssel, 02 Juni 2015

Im Norden und Westen der Europäischen Union machen die Fischereien weitere Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit. Es kann mehr Fisch gefangen werden, wodurch unsere Fischer und ihre Gemeinschaften bessere Einkommen erzielen. Im Mittelmeer stellt die Überfischung jedoch nach wie vor ein ernstes Problem dar. Dies sind die Kernbotschaften, die Karmenu Vella, EU-Kommissar für maritime Angelegenheiten und Fischerei, im diesjährigen Bericht über den Zustand der Fischbestände und im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Festsetzung der Fangquoten für das nächste Jahr übermittelt.

Kommissar Vella erklärte: „Die offensichtlichen Erfolge in den nördlichen Fischereien zeigen, dass eine nachhaltige Fischereibewirtschaftung möglich ist. Zusammen mit den Fischern müssen wir nun die positiven Ergebnisse konsolidieren und die Ziele der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik erreichen. Unsere Anstrengungen im Mittelmeerraum müssen verstärkt werden. Wir brauchen Bewirtschaftungspläne der Union und effektivere regionale Pläne. Wir werden uns jedoch zunächst mit der Lage in unseren Mitgliedstaaten beschäftigen müssen, um die notwendige Glaubwürdigkeit für Gespräche mit unseren Partnern im Mittelmeerraum zu erlangen.“

Das Dokument ist nun im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation für die Interessenträger zur Stellungnahme verfügbar. Die Kommission wird ihre Vorschläge für die Fangmöglichkeiten für 2016 im Herbst vorlegen.

In ihren jährlichen Berichten über den Zustand der Ressourcen weist die Kommission auf zwei unterschiedliche Sachverhalte hin:

  • Es gibt gute Neuigkeiten aus dem Nordostatlantik, der Nordsee und der Ostsee, wo mehr als 50 % der Fischereien (32 von 62 bewerteten Beständen) im Jahr 2014 auf nachhaltigem Niveau befischt wurden, gegenüber nur 14 % im Jahr 2009. Darunter fallen zahlreiche kommerziell wichtige Bestände.
  • Die Fischbestände im Mittelmeerraum zeigen ein düsteres Bild: 93 % der bewerteten Bestände werden nicht nachhaltig befischt. Die Situation für ausschließlich von EU-Fischern befischte Bestände stellt sich ähnlich dar wie bei den Beständen, die gemeinsam mit Fischern aus Drittländern befischt werden. Das Schwarze Meer ist in einer vergleichbaren Situation, wobei 86 % der bewerteten Bestände überfischt sind.

Die Kommission bekräftigt ihre Verpflichtung, alle Fischereien so früh wie möglich auf ein Niveau zu bringen, das dem höchstmöglichen Dauerertrag (MSY) entspricht. Dieses zentrale Ziel der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik wird zur Erreichung des guten Umweltzustands der Meere bis spätestens 2020 beitragen.

Hintergrund

In ihrem jährlichen Konsultationspapier legt die Europäische Kommission ihre Standpunkte und Absichten hinsichtlich der Festsetzung der jährlichen Fangquoten für 2016 vor, d. h. die Höhe der zulässigen Gesamtfangmengen (TAC), die Quoten und den Fischereiaufwand. Danach ruft sie die Mitgliedstaaten, die Fischereiwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen in regionalen Beiräten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger und Organisationen im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation dazu auf, ihre Stellungnahmen dazu abzugeben.

Im Herbst wird die Kommission dann ihre Vorschläge für die Fangmöglichkeiten für 2016 in den Gewässern der Union im Atlantik, in der Nordsee und in der Ostsee vorlegen.

Auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Empfehlungen plant die Kommission, Vorschläge für Fangquoten im Nordostatlantik und der Nord- und Ostsee im Einklang mit dem Ziel des höchstmöglichen Dauerertrags zu unterbreiten. Die Vorschläge der Kommission werden die Anpassungen der Fangmöglichkeiten umfassen, die sich aus der Einführung der Verpflichtung zur Anlandung aller Fänge in der Fischerei auf demersale Arten im Atlantik und in der Nordsee ab 2016 ergeben.

Langfristig strebt die Kommission an, eine nachhaltige Fischerei im Einklang mit den Zielen der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik zu erreichen.

Die Vorschläge der Kommission basieren dabei vor allem auf den bestmöglichen verfügbaren biologischen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) sowie anderer unabhängiger Stellen.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zu den Fangmöglichkeiten für 2016 in der EU; MEMO/15/5083

Die Mitteilung ist unter folgender Adresse abrufbar: http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/tacs/index_de.htm

IP/15/5082

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