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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Daten zum Emissionshandel 2014 zeigen Rückgang der Emissionen

Brüssel, 18 Mai 2015

Nach den Daten im Unionsregister sind die Treibhausgasemissionen der am EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) teilnehmenden Anlagen im vergangenen Jahr schätzungsweise um 4,5 % zurückgegangen.

Der EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete, äußerte sich hierzu wie folgt: „Auch jetzt, wo unsere Volkswirtschaften wieder Wachstum zu verzeichnen haben, gehen die Emissionen weiter zurück. Dies zeigt einmal mehr, dass Wirtschaftswachstum und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Es ist auch ein deutliches Signal im Vorfeld des neuen Weltklimaübereinkommens, das im Dezember in Paris geschlossen werden soll: Durch CO2-Märkte ist eine kostenwirksame Emissionsminderung möglich. Gleichzeitig wirkt sich die Rezession weiterhin dauerhaft auf unseren CO2-Markt aus. Ich begrüße deshalb die vor einigen Tagen erzielte ehrgeizige politische Vereinbarung zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat über die Marktstabilitätsreserve.“

Rückgang der Emissionen 2014

Das EU-EHS umfasst über 11 000 Kraftwerke und Fertigungsanlagen in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Island, Norwegen und Liechtenstein sowie Emissionen der Luftfahrtunternehmen, die Flüge zwischen europäischen Flughäfen durchführen.

Die geprüften Treibhausgasemissionen aus ortsfesten Anlagen beliefen sich im Jahr 2014 auf 1 812 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent und lagen um etwa 4,5 % unter dem Niveau des Jahres 2013[1].

Backloading stabilisiert Überschuss

Der kumulierte Überschuss an Emissionszertifikaten ist leicht zurückgegangen (von rund 2,1 Mrd. auf etwa 2,07 Mrd. für das Erfüllungsjahr 2014). Im Jahr 2014 verringerten sich die Auktionsmengen von Zertifikaten um 400 Millionen, da die „Backloading“-Maßnahme eingeleitet wurde[2], mit der die Versteigerung dieser Zertifikate verschoben wird. Die Zahl für den kumulierten Überschuss für das Jahr 2014 berücksichtigt den Tausch von internationalen Gutschriften in Zertifikate, den Verkauf von Phase-3-Zertifikaten, durch den Mittel für das Programm NER 300 zur Förderung innovativer Technologien mit geringem CO2-Ausstoß bereitgestellt wurden, die zugeteilten Zertifikate für 2014 und die Versteigerung von Phase-3-Zertifikaten im Jahr 2014 (einschließlich Luftverkehrszertifikaten).

Weitgehende Einhaltung

Die Betriebe haben auch diesmal wieder die EU-EHS-Vorschriften größtenteils eingehalten. Nur weniger als 1 % der Anlagen, die Emissionsdaten für 2014 vorgelegt haben, gaben bis zum Stichtag, dem 30. April 2015, nicht genügend Zertifikate für ihre Gesamtemissionen ab. Hierbei handelt es sich in der Regel um kleine Anlagen, die zusammen für weniger als 0,5 % der Emissionen im Rahmen des EU-EHS verantwortlich sind. Eine kleine Anzahl von Anlagen, auf die weniger als 0,2 % der Emissionen im vergangenen Jahr entfallen, legten laut Register bis zum 30. April 2015 keine Emissionsdaten für das Jahr 2014 vor.

Luftfahrtunternehmen melden Emissionen für 2013 und 2014

Laut EU-EHS-Richtlinie sind im Zeitraum 2013-2016 alle gewerblichen und nicht gewerblichen Luftfahrzeugbetreiber, die erhebliche Emissionen[3] verursachen, für ihre Emissionen bei Flügen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) verantwortlich[4]. Luftfahrtunternehmen, die 2013 und 2014 innerhalb der EU Tätigkeiten ausführten, die unter die Richtlinie fielen, mussten für beide Jahre Emissionen melden und bis zum 30. April 2015 die entsprechenden Zertifikate abgeben. Die überprüften CO2-Emissionen aus Luftverkehrstätigkeiten, die zwischen Flughäfen im EWR ausgeführt wurden, beliefen sich auf 54.9 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2014, was eine Zunahme um 2,8 % gegenüber dem Jahr 2013 (53,4 Mio. Tonnen) entspricht.

Die Einhaltungsrate bei den EU-EHS-Bestimmungen ist hoch: die Luftfahrzeugbetreiber, die für 99 % der unter das EU-EHS fallenden Luftverkehrsemissionen verantwortlich sind, kommen ihren Verpflichtungen nach. Dazu gehören auch mehr als 100 gewerbliche Luftfahrzeugbetreiber mit Sitz außerhalb der EU, die Flüge innerhalb des EWR durchführen.

Tausch von internationalen Gutschriften

Die Gesamtzahl der internationalen Gutschriften, die in Zertifikate getauscht wurden, seit dies möglich ist (März 2014), beträgt 386,67 Millionen.

Davon waren 195,62 Millionen zertifizierte Emissionsreduktionen (CER) und 191,05 Millionen Emissionsreduktionseinheiten (ERU). Die getauschten CER und ERU stammten aus Projekten, die in einer begrenzten Zahl von Ländern durchgeführt werden; fast 77 % der CER stammten aus China und fast 77 % der ERU aus Projekten in der Ukraine.

Seit dem 31. März 2015 können Gutschriften für Emissionsreduktionen während des ersten Verpflichtungszeitraums des Kyoto-Protokolls (CP1 credits/„CP1-Gutschriften“) im Rahmen des EU-EHS nicht mehr getauscht werden. Bis zum 31. März 2015 wurden insgesamt 384,29 Millionen „CP1-Gutschriften“ getauscht.

Vollständige Angaben, u. a. auch Art und Anzahl der bis zu diesem Datum getauschten Gutschriften, aufgeschlüsselt nach Ursprungsländern, Projekt- und Verpflichtungszeitraum[5] sind dem Anhang zu entnehmen.

Hintergrund

Im Rahmen des EU-EHS müssen die Anlagen den Registern der Mitgliedstaaten alljährlich Daten zu ihren geprüften Emissionen übermitteln. Am 1. April 2015 wurden die Daten für 2014 der Öffentlichkeit über das Transaktionsprotokoll der Europäischen Union (EUTL) zugänglich gemacht. Seit dem 4. Mai 2015 wird im EUTL veröffentlicht, inwieweit die Industrieanlagen ihrer Verpflichtung nachgekommen sind, Zertifikate im Umfang der geprüften Emissionen des Vorjahres abzugeben.

Der dritte Handelszeitraum des EU-EHS begann am 1. Januar 2013, seine Laufzeit endet acht Jahre später am 31. Dezember 2020. Die Rechtsvorschriften zur Reform des EU-EHS mit überarbeiteten Vorschriften bis 2020 und darüber hinaus wurden im Rahmen des Energie- und Klimapakets der EU vom 23. April 2009 verabschiedet (siehe IP/09/628).

Im Mai 2015 erzielten das Europäische Parlament und der Rat eine politische Einigung über die Einrichtung einer Marktstabilitätsreserve im Jahr 2018, mit der der entstandene Überschuss an Emissionszertifikaten abgebaut und die Widerstandsfähigkeit des EU-EHS gegenüber Erschütterungen verbessert werden soll, indem das Angebot an zu versteigernden Zertifikaten angepasst wird (siehe IP/14/54).

Weitere Informationen:

Homepage des EU-Transaktionsprotokolls: http://ec.europa.eu/environment/ets/

Portal der GD Klimapolitik für die Register auf EUROPA:

http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/registry/index_en.htm

Überarbeitetes EHS und häufig gestellte Fragen:

http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/registry/faq_en.htm

Luftverkehr:

http://ec.europa.eu/clima/policies/transport/aviation/index_en.htm

 

Anhang: Tausch von internationalen Gutschriften



 

[1]  Verglichen wird die Gesamtmenge der Emissionen der Anlagen, die sowohl 2013 als auch 2014 Emissionen gemeldet haben.

[2]  http://ec.europa.eu/clima/policies/ets/reform/index_en.htm

[3]  http://ec.europa.eu/clima/news/articles/news_2015021001_en.htm

[4]  Die Begrenzung des EU-EHS auf Flüge innerhalb des EWR zwischen 2013 und 2016 wurde in der Verordnung Nr. 421/2014 festgelegt, in Erwartung einer Einigung im Rahmen der ICAO im Jahr 2016 auf eine globale marktgestützte Maßnahme, die ab 2020 durchgeführt werden soll.

[5]  http://ec.europa.eu/clima/news/articles/news_2015050402_en.htm

IP/15/4987

Kontakt für die Medien

Kontakt für die Öffentlichkeit:


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