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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Zustand der Natur: Größte jemals durchgeführte Bewertung zeichnet ein gemischtes Bild von den Lebensräumen und Arten in Europa

Brüssel, 20 Mai 2015

Die Kommission hat einen neuen Bericht angenommen, der das bisher umfassendste Bild zum „Zustand der Natur in der EU“ ergibt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrzahl der Vögel in einem sicheren Erhaltungszustand befindet und sich die Situation einiger Arten und Lebensräume verbessert hat. Gezielte Erhaltungsmaßnahmen haben zwar zu Erfolgen geführt, jedoch sind noch viel größere Anstrengungen erforderlich, um die Situation deutlich zu verbessern.

Der Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, Karmenu Vella, sagte dazu: „Dieser Bericht ist von großer Bedeutung und wurde zur rechten Zeit veröffentlicht. Er zeichnet ein insgesamt gemischtes Bild und macht gleichzeitig deutlich, dass Bemühungen zur Verbesserung empfindlicher Ökosysteme sehr wirksam sein können. Zudem wird in diesem Bericht auch das Ausmaß der noch vor uns liegenden Herausforderungen hervorgehoben. Wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen, weil der Zustand unserer Natur untrennbar mit der Gesundheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger und mit unserer Wirtschaft verbunden ist.

Der Bericht ist die erste Bewertung, die sowohl die Vogelschutzrichtlinie als auch die Habitat-Richtlinie abdeckt, und ist das Ergebnis der größten bisher durchgeführten gemeinsamen Datenerhebung und Bewertung des Zustands der Natur, die im Zeitraum 2007-2012 in den Mitgliedstaaten stattgefunden hat.

Im Bezug auf Vogelarten kommt der Bericht zu dem Schluss, dass sich mehr als die Hälfte (52 %) aller wildlebenden Vogelarten in einem sicheren Erhaltungszustand befindet. Jedoch sind 17 % der Arten nach wie vor gefährdet und weitere 15 % sind potenziell gefährdet, abnehmend oder dezimiert. Dazu gehören auch die ehemals weit verbreiteten Ackerlandvogelarten wie die Feldlerche (Alauda arvensis) und die Uferschnepfe (Limosa limosa).

Fast ein Viertel (23 %) der anderen Arten, die durch die Habitat-Richtlinie geschützt sind, befindet sich in einem günstigen Zustand. Allerdings weisen mehr als die Hälfte (60 %) der Arten einen ungünstigen Zustand auf (42 % davon ungünstig-unzureichend und 18 % ungünstig-schlecht). Der Zustand der Lebensräume im Grünland, in Feuchtgebieten und in Dünen ist besonders besorgniserregend.

Erhaltungszustand von Lebensräumen und Arten in der EU

Populationszustand

(2008-2012)

VÖGEL

 

 

Erhaltungszustand

(2007-2012)

ARTEN

 

LEBENSRÄUME

 

Sicher

52 %

 

Günstig

23 %

16 %

Potenziell gefährdet, abnehmend oder dezimiert

15 %

 

Ungünstig – unzureichend

42 %

47 %

Gefährdet

17 %

 

Ungünstig – schlecht

18 %

30 %

Unbekannt oder nicht bewertet

16 %

 

Unbekannt

17 %

7 %

 

Der Erhaltungszustand und die Trends für Lebensraumtypen im Allgemeinen sind schlechter als bei den Arten, da lediglich 16 % der Lebensraumbewertungen günstig sind. Die überwiegende Mehrheit der Lebensräume weist einen ungünstigen Zustand auf, davon sind 47 % ungünstig-unzureichend und 30 % ungünstig-schlecht.

Die größten festgestellten Gefahren für die Lebensräume stellen bestimmte landwirtschaftliche Praktiken (einschließlich Änderung von Anbaupraktiken, Überweidung, Aufgabe von Weidewirtschaftssystemen, Düngen und Pestizide) und die vom Menschen herbeigeführten „Änderungen der natürlichen Bedingungen“ (meist Änderungen der hydrologischen Bedingungen) dar.

Der Bericht enthält aber auch Erfolgsgeschichten, die auf gezielte Erhaltungsmaßnahmen der EU zurückzuführen sind. So hat sich die Zahl der Bartgeier (Gypaetus barbatus) und Weißkopfruderenten (Oxyura leucocephala), die Gegenstand von Aktionsplänen zur Arterhaltung sind und zu deren Erhaltung Mittel aus dem LIFE-Fonds der EU geflossen sind, erheblich verbessert. Das Natura-2000-Netz der EU, das aus Schutzgebieten besteht, die 18 % der Landfläche der EU ausmachen und weltweit das größte Netz von Schutzgebieten ist, hatte ebenfalls einen wichtigen, positiven Einfluss auf den Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen.

Hintergrund

Die Mitgliedstaaten erstatten alle sechs Jahre Bericht über den Erhaltungszustand der gemäß den EU-Richtlinien geschützten Arten und Lebensraumtypen. Der Bericht erstreckt sich auf sämtliche wildlebende Vogelarten (etwa 450), 231 Lebensraumtypen und mehr als 1200 andere im EU-Interesse liegende Arten. Dieser Bericht über den „Zustand der Natur in der EU“ stützt sich auf einen ausführlicheren technischen Bericht der Europäischen Umweltagentur, der auch länderspezifische Daten enthält. Die Berichte dienen als Grundlage für die anstehende Halbzeitüberprüfung der EU-Biodiversitätsstrategie. Die Ergebnisse des Berichts werden zudem in den laufenden Eignungstest der Vogelschutzrichtlinie und der Habitat-Richtlinie einfließen, der Teil einer umfassenden Bemühung zur Bestandsaufnahme der EU-Rechtsvorschriften im Hinblick auf die Gewährleistung ihrer Zweckdienlichkeit ist.

Weitere Informationen

Zustand der Natur in der EU – Bericht der Kommission:http://ec.europa.eu/environment/nature/index_en.htm

Website der GD Umwelt: http://ec.europa.eu/environment/index_en.htm, http://ec.europa.eu/environment/nature/info/pubs/directives_en.htm

Zustand der Natur in der EU – Bericht der Europäischen Umweltagentur:http://www.eea.europa.eu/publications/state-of-nature-in-the-eu/ , http://www.eea.europa.eu/highlights/state-of-nature-in-the

Fakten über den Zustand und die Trends der Lebensräume und Arten (Europäische Umweltagentur): http://art17.eionet.europa.eu/article17/reports2012/ , http://bd.eionet.europa.eu/article12/

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