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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für Übernahme von Joris Ide durch Kingspan

Brüssel, 16 März 2015

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der belgischen Joris Ide Gruppe (Steel Partners NV/SA) durch den irischen Konkurrenten Kingspan Group Plc nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen stellen Sandwichpaneele und Bauplatten in mehreren Produktionsstätten im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) her. Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass das Vorhaben keinen Anlass zu Wettbewerbsbedenken gibt, da das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin einem genügend starken Wettbewerb ausgesetzt sein wird und den Verbrauchern auf allen betroffenen Märkten eine ausreichende Zahl anderer Anbieter zur Verfügung stehen wird.

Sandwichpaneele werden in der Bauwirtschaft als Verkleidung oder Dacheindeckung verwendet und bestehen aus einem wärmedämmenden Kern (Polyurethan oder Mineralwolle) umgeben von zwei Stahldeckschichten. Auch Bauplatten kommen in der Bauwirtschaft als Verkleidung, Dacheindeckung oder Belag zum Einsatz und bestehen aus kaltgewalztem, verzinktem oder farbbeschichtetem Kohlenstoff-Flachstahl.

Die Kommission hat die Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses auf den Wettbewerb im Bereich der Sandwichpaneele mit Schwerpunkt auf drei Regionen mit wesentlichen Überschneidungen, nämlich i) Benelux-Länder und Umgebung, ii) Vereinigtes Königreich und Irland und iii) Ungarn und Umgebung, geprüft. Zudem untersuchte die Kommission das Wettbewerbsumfeld für Mineralwollpaneele (eine Art von Sandwichpaneelen) auf EWR-Ebene und für Bauplatten in Österreich und Ungarn.

Die Untersuchung der Kommission hat gezeigt, dass es auch nach dem Zusammenschluss noch mehrere Akteure mit Reservekapazitäten geben wird, darunter die beiden integrierten Anbieter ArcelorMittal und Tata Steel, die Nordwesteuropa mit Sandwichplaneelen beliefern werden. Darüber hinaus können Wettbewerber recht problemlos in andere Regionen expandieren, da die Investitionskosten für die Errichtung einer neuen Produktionslinie vergleichsweise gering sind.

Im Vereinigten Königreich und in Irland verfügt Kingspan bereits über einen großen Teil des Marktes, insbesondere für Schaum-Sandwichpaneele. Die Kommission stellte jedoch fest, dass das Vorhaben keine Wettbewerbsbedenken aufwirft, da Joris Ide keine Produktionsstätten in diesem Gebiet betreibt und die beteiligten Unternehmen dort keine engen Wettbewerber sind. Darüber hinaus wird den Verbrauchern weiterhin eine ausreichende Zahl anderer Anbieter, wie z. B. Tata Steel, zur Verfügung stehen und es gibt auch eine Reihe potenzieller neuer Marktteilnehmer.

In der Region um Ungarn bleibt der gemeinsame Marktanteil des zusammengeschlossenen Unternehmens für Sandwichpaneele moderat, die Wettbewerber sind keinen Kapazitätsengpässen ausgesetzt und den Verbrauchern steht eine ausreichende Zahl anderer Anbieter zur Verfügung.

Die Untersuchung der Kommission ergab auch, dass mehrere Wettbewerber wie Trimo, Ruuki und Eurobond auch nach dem Zusammenschluss im EWR Mineralwollpaneele anbieten werden.

Die Kommission gelangte zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben in Bezug auf die Produktion von Bauplatten in Ungarn und in Österreich voraussichtlich nicht zu weniger Wettbewerb und höheren Preisen führen wird. Den Kunden stehen genügend andere Anbieter zur Verfügung.

Daher gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Das Vorhaben war am 9. Februar 2015 nach einem Verweisungsantrag der beteiligten Unternehmen bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet worden.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.7479 veröffentlicht.

IP/15/4611

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