Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Umweltbericht: EU-Maßnahmen zeigen Wirkung

03 März 2015

Ein neuer, heute veröffentlichter Bericht zeigt auf, dass die koordinierte EU-Umweltpolitik den EU-Bürgerinnen und -Bürgern in den vergangenen fünf Jahren erhebliche Vorteile gebracht hat. So hat sich die Luft- und Wasserqualität verbessert, das Abfallaufkommen auf den Deponien verringert und die Recyclingquote erhöht; gleichzeitig ist die Umweltpolitik ein Beschäftigungs- und Wachstumsmotor. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass das langfristige EU-Ziel „Gut leben innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten“ - das Ziel des allgemeinen Umweltaktionsprogramms der Union (Siebtes Umweltaktionsprogramm) - mit den derzeitigen Zielsetzungen der Umweltpolitik und damit zusammenhängender Politikbereiche nicht zu verwirklichen ist.

Der von der Europäischen Umweltagentur (EUA) erstellte Bericht 2015 über den Zustand und die Perspektiven der Umwelt in Europa (SOER 2015) ist eine integrierte Bewertung der europäischen Umwelt mit Daten der globalen, regionalen und nationalen Ebene sowie Vergleichen zwischen den Ländern. Außerdem enthält er einen Ausblick auf die kommenden fünf Jahre sowie eine deutliche Warnung vor den Gefahren einer Verschlechterung der Umwelt und den damit einhergehenden Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlstand. Gefordert wird eine stärkere Integration unterschiedlicher Politikbereiche – worauf die Kommission mit einer Reihe politischer Initiativen für 2015 eingeht, etwa mit einem umfassenderen Paket zur Kreislaufwirtschaft, einer Überprüfung der EU-Biodiversitätsstrategie, einem Aktionsplan für die Meeresbewirtschaftung oder einem geänderten Paket zur Luftqualität.

Hierzu erklärte Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei:

Ich betrachte den Bericht 2015 über den Zustand der Umwelt als „Startblock“ meiner Amtszeit. Der Bericht zeigt eindeutig auf, dass die EU-Umweltmaßnahmen Vorteile bringen. Außerdem schaffen die Maßnahmen Arbeitsplätze. Das beachtliche Wachstum der grünen Wirtschaft selbst in den Jahren stärkster Rezession ist ein gutes Vorzeichen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Wir müssen aber stets dafür sorgen, dass gute, sachgerecht durchgeführte Maßnahmen zu hervorragenden Ergebnissen sowohl an Land als auch auf See führen. Ein Schwerpunkt dabei sind innovative Investitionen zur Erhaltung des Wohlstands und der Lebensqualität. Mit den langfristigen Investitionen von heute können wir dafür sorgen, dass wir auch 2050 noch gut und innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten leben werden.“

 

Ressourceneffizienz / Kreislaufwirtschaft

Der Bericht macht deutlich, dass Umweltschutz wirtschaftlich gesehen eine solide Investition ist. Zwischen 2000 und 2011 ist die grüne Wirtschaft in der EU um mehr als 50 % gewachsen, womit sie zu den wenigen Sektoren zählt, die trotz Krise erfolgreich waren.Ebenso zeigt der Bericht, dass sich die Bewirtschaftung des Abfalls inzwischen verbessert hat, wobei die europäische Wirtschaft von der Kreislaufwirtschaft jedoch noch weit entfernt ist, noch zu viel Abfall im Boden vergraben wird und das Potenzial für Recycling und Energierückgewinnung noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Die Kommission will dies im Jahr 2015 mit einem ehrgeizigen Paket zur Kreislaufwirtschaft angehen, Europa zu einer wettbewerbsfähigeren ressourceneffizienten Wirtschaft umgestalten und dabei neben der Abfallwirtschaft noch eine Reihe weiterer Wirtschaftszweige einbeziehen. Zur bestmöglichen Verwertung der Ressourcen müssen bei Produkten alle Stufen des Lebenszyklus berücksichtigt werden – von der Rohstoffgewinnung über das Produktdesign und die Fertigung bis zum Vertrieb und zum Verbrauch, ebenso wie Reparatur- und Wiederverwendungsprogramme oder Abfallbewirtschaftung und verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen.


Natur und Biodiversität

Der Bericht weist darauf hin, dass Europa noch nicht genügend unternimmt, um das Artensterben aufzuhalten, denn der Verlust an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen geht weiter. Insbesondere die Biodiversität der Meere ist immer noch in Gefahr. Im Laufe des Jahres 2015 (das im Zeichen des „Naturkapitals“ steht), wird die Kommission diese Ergebnisse mit einem eingehenden Bericht zum „Zustand der Natur“ ergänzen. Dieser wiederum wird in die Halbzeitüberprüfung der EU-Biodiversitätsstrategie und die derzeitige Bewertung der EU-Naturschutzvorschriften einfließen, um deren Wirksamkeit zu verbessern und den damit zusammenhängenden Verwaltungsaufwand abzubauen.

Die „Grüne Woche“ die größte jährliche EU-Veranstaltung zur Umwelt, findet dieses Jahr vom 3.-5. Juni in Brüssel statt und steht unter dem Motto „Die Natur – unsere Gesundheit, unser Wohlstand“ („Nature - our health, our wealth“). Sie soll Gelegenheit geben, darüber nachzudenken, wie die EU weiterhin die künftigen Probleme der Natur und der Biodiversität angehen kann, um auf nachhaltige Weise langfristig für Wachstum und Wohlstand zu sorgen.


Meeresbewirtschaftung

Wie im Bericht ausgeführt wird, steht Europa vor dem Problem, einerseits das Meeresökosystem wiederherzustellen und zu schützen und andererseits die Meeres- und Küstentätigkeit als zentralen Bestandteil der Wirtschaft und Gesellschaft der EU zu erhalten. Die EU engagiert sich für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Meere und ist entschlossen, bei den internationalen Diskussionen zur Meeresbewirtschaftung eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Die Kommission wird dieses Jahr eine breit angelegte Diskussion in Gang bringen, die ihre nächsten Schritte im Bereich der Meerespolitik mitgestalten soll. Daneben wird die EU ihre Arbeit mit den internationalen Partnern und Organisationen wie z. B. der UNO fortsetzen, um für ein breites politisches Engagement in diesem Bereich zu sorgen.


Klimapolitik

Beim Klima zeigen die Maßnahmen Wirkung: Die Treibhausgasemissionen sind seit 1990 um 19 % zurückgegangen, während die Wirtschaft gleichzeitig um 45 % gewachsen ist. Die Ziele für erneuerbare Energien und Energieeffizienz bis 2020 sind ebenfalls in Reichweite. Deshalb hat die EU gute Aussichten, die Klimaschutz- und Energieziele der Strategie Europa 2020 zu verwirklichen. Laut dem SOER-Bericht 2015 werden die derzeitigen Maßnahmen allerdings nicht ausreichen, um das längerfristige Ziel einer Emissionsreduktion um 80-95 % bis 2050 und die Umstellung auf eine CO2-arme Wirtschaft in Europa zu erreichen. Die Kommission hat darauf bereits reagiert und bereitet neue Maßnahmenvorschläge vor, um die Emissionen, wie auf der Tagung des Europäischen Rates vom vergangenen Jahr vereinbart, bis 2030 um 40 % zu senken.


Luftqualität

Der Bericht zeigt auf, dass die Luft, die wir heute atmen, wesentlich sauberer ist als in den vorherigen Jahrzehnten. Die Emissionswerte einiger Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid (SO2) oder Stickoxide (NOx) sind in den letzten Jahrzehnten, insbesondere aufgrund der EU-Vorschriften für die Luftqualität, deutlich zurückgegangen. Trotz dieser Erfolge bleibt aber die schlechte Luftqualität weiterhin die Hauptursache für vorzeitige Todesfälle in der Europäischen Union. Die EU wird in Kürze ein geändertes Paket zur Luftqualität vorlegen, um sicherzustellen, dass die Verfahren angewandt werden, die in diesem Bereich die bestmöglichen Ergebnisse bringen.

 

Hintergrund

Der SOER-Bericht 2015 - European Environment — State and Outlook 2015 Report (Die Umwelt in Europa – Zustand und Perspektiven 2015) - enthält eine umfassende Bewertung des Zustands, der Tendenzen und der Prognosen zu der Umwelt in Europa, eingebettet in einen globalen Kontext. Er informiert über die Umsetzung der europäischen Umweltpolitik und analysiert die Möglichkeiten zur Änderung bestehender Maßnahmen, um die Visionen der EU zum guten Leben innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten bis 2050 zu verwirklichen. Der Bericht wurde von der Europäischen Umweltagentur (EUA) in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Umweltüberwachungs- und Informationsnetz (EIONET) und den Kommissionsdienststellen erstellt.

 

Weiteres Informationsmaterial für die Presse:

http://www.eea.europa.eu/media/newsreleases/future-prosperity-depends-on-bolder

IP/15/4534

Kontakt für die Medien

Kontakt für die Öffentlichkeit:


Side Bar