Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Die Energieunion – sichere, nachhaltige, wettbewerbsfähige und bezahlbare Energie für alle EU-Bürgerinnen und -Bürger

Brüssel, 25 Februar 2015


Energie wird benutzt, um Gebäude und Wohnungen zu heizen und zu kühlen, Waren zu befördern und die Wirtschaft in Gang zu halten. Aber wegen veralteter Infrastrukturen, unzureichend integrierter Märkte und nicht aufeinander abgestimmter Maßnahmen können unsere Verbraucher, Haushalte und Unternehmen nicht von der größeren Auswahl oder niedrigeren Energiepreisen profitieren. Jetzt ist es an der Zeit, den Energiebinnenmarkt von Europa zu vollenden. Heute stellt die Europäische Kommission, ausgehend von einem zentralen Schwerpunkt der von EU-Kommissionspräsident Juncker erstellten politischen Leitlinien, ihre Strategie zur Erreichung einer krisenfesten Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie vor.

Energieunion bedeutet insbesondere Folgendes:

  • Solidaritätsklausel: Verringerung der Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten und Möglichkeit der alleinigen Versorgung durch die Nachbarn, insbesondere im Falle von Störungen der Energieversorgung. Mehr Transparenz, wenn EU-Länder Verträge über den Einkauf von Energie oder Gas mit Drittländern schließen;
  • Energieflüsse, als wären sie eine fünfte Freiheit: der grenzübergreifende freie Fluss der Energie – die strenge Durchsetzung der geltenden Vorschriften in Bereichen wie Entflechtung und Unabhängigkeit der Regulierer, erforderlichenfalls unter Anwendung rechtlicher Schritte. Die Neugestaltung des Strommarkts mit stärkerem Verbund, mehr erneuerbaren Energien und größerer Bedarfsorientierung. Gründliche Überprüfung staatlicher Eingriffe auf dem Binnenmarkt und Abbau von Subventionen, die der Umwelt schaden.
  • Vorrang für Energieeffizienz: Energieeffizienz grundlegend überdenken und als eigenständige Energiequelle behandeln, damit sie gleichberechtigt mit Erzeugungskapazität konkurrieren kann.
  • Übergang auf eine dauerhaft CO2-arme Gesellschaft: Sicherstellung, dass vor Ort erzeugte Energie – auch aus erneuerbaren Quellen – einfach und effizient in das Netz eingespeist werden kann; Förderung der technischen Vorreiterrolle der EU durch Entwicklung der nächsten Generation der Technologien für erneuerbare Energien und Erringen einer Spitzenstellung bei der Elektromobilität, während europäische Unternehmen die Ausfuhren steigern und weltweit in Wettbewerb zu treten.

In einer Energieunion stehen die Bürgerinnen und Bürger im Mitteilpunkt. Die Preise für Energie sollten bezahlbar und wettbewerbsfähig sein. Energie sollte sicher und nachhaltig sein – mit mehr Wettbewerb und mehr Wahlmöglichkeiten für jeden Verbraucher.

Diese und andere Verpflichtungen finden sich in einem Aktionsplan zur Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele unserer Energie- und Klimapolitik.

Hierzu erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: „Die Energie ist schon viel zu lange von den Grundfreiheiten unserer Union ausgeschlossen. Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, was auf dem Spiel steht: Viele EU-Bürgerinnen und -Bürger befürchten, dass für sie nicht mehr genügend Energie da sein könnte, damit sie ihre Wohnungen heizen können. Jetzt geht es darum, dass Europa gemeinsam handelt – auf lange Sicht. Ich will, dass die Energie, die die Grundlage unserer Wirtschaft bildet, krisenfest, zuverlässig, sicher sowie zunehmend erneuerbar und nachhaltig ist.“

Maroš Šefčovič, für die Energieunion zuständiger Vizepräsident der Kommission, ergänzte: „Heute starten wir das ehrgeizigste europäische Energieprojekt seit der Gründung der Gemeinschaft für Kohle und Stahl – ein Projekt, das unsere 28 europäischen Energiemärkte zu einer gemeinsamen Energieunion zusammenschließt, die Energieabhängigkeit Europas verringert und Investoren die Planbarkeit gibt, die sie so dringend brauchen, um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen. Heute bringen wir eine grundlegende Umstellung auf eine CO2-arme und klimafreundliche Wirtschaft in Gang, die die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt, indem sie Energie für sie erschwinglicher, sicherer und nachhaltiger macht. Heute bin ich und sind alle anderen EU-Kommissarinnen und Kommissare, die mit Unterstützung der gesamten Kommission im Projektteam eng zusammengearbeitet haben, entschlossen, diese Energieunion Wirklichkeit werden zu lassen.“

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, fügte hinzu: „Lasst uns an die Arbeit gehen! Heute haben wir die Weichen für einen vernetzten, integrierten und sicheren Energiemarkt in Europa gestellt. Jetzt wollen wir ihn verwirklichen. Unser Weg zu wirklicher Energiesicherheit und zum Klimaschutz beginnt hier bei uns. Deshalb werde ich darauf hinarbeiten, unseren gemeinsamen Energiemarkt aufzubauen, mehr Energie zu sparen, die Nutzung erneuerbarer Energien auszuweiten und unsere Energieversorgung zu diversifizieren. Nach Jahrzehnten des Rückstands lassen wir uns jetzt diese Gelegenheit zum Aufbau einer Energieunion nicht entgehen. Die Juncker-Kommission packt die wichtigen Dinge an.“

Wichtige Zahlen

  • Die EU ist der größte Energieimporteur weltweit; 53 % der Energie werden eingeführt, die jährlichen Kosten dafür betragen rund 400 Mrd. EUR.
  • 12 EU-Mitgliedstaaten[1] erfüllen nicht das Verbundziel der EU, wonach mindestens 10 % der installierten Stromerzeugungskapazität grenzübergreifend verfügbar sein müssen. Die EU hat 137 Stromprojekte – einschließlich 35 Projekte für Verbindungsleitungen – aufgelistet, mit denen allein die Zahl dieser Mitgliedstaaten von 12 auf 2 gesenkt werden könnte.
  • Durch ein geeignetes europäisches Verbundnetz könnten die Verbraucher bis zu 40 Mrd. EUR jährlich sparen.
  • 6 EU-Mitgliedstaaten[2] sind bei allen ihren Gasimporten von einem einzigen externen Anbieter abhängig.
  • 75 % unserer Gebäude sind nicht energieeffizient; unser Verkehr ist zu 94 % von Erdölerzeugnissen abhängig, von denen 90 % importiert werden.
  • Allein bis zum Jahr 2020 müssen mehr als eine Billion Euro in den Energiesektor der EU investiert werden.
  • In der EU sind die Großhandelspreise für Strom um 30 % und die für Gas um mehr als 100 % höher als in den USA.
  • Die europäischen Unternehmen für erneuerbare Energien erwirtschaften einen Jahresumsatz von insgesamt 129 Mrd. EUR und beschäftigen mehr als eine Million Menschen. Jetzt geht es darum, diese Vorreiterrolle Europas bei den weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien zu erhalten.
  • Die Treibhausgasemissionen in der EU sind im Zeitraum 1990-2011 um 18 % gesunken.
  • Bis 2030 will die EU die Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % reduzieren, den Anteil der Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern um mindestens 27 % erhöhen und die Energieeffizienz um mindestens 27 %verbessern.

Was heute beschlossen wurde:

  • Eine Rahmenstrategie für eine krisenfeste Energieunion mit einer zukunftsorientierten Klimaschutzstrategie. Darin sind – in fünf miteinander verknüpften politischen Aspekten - die Ziele der Energieunion umrissen sowie die einzelnen Schritte der Juncker-Kommission dargelegt, mit denen diese Ziele verwirklicht werden sollen. Dies beinhaltet u. a. neue Rechtsvorschriften zur Umgestaltung und Reformierung des Strommarkts, die Schaffung von mehr Transparenz bei Gaslieferverträgen, den deutlichen Ausbau der regionalen Zusammenarbeit als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem integrierten Markt, mit einem stärker regulierten Regelungsrahmen, neue Rechtsvorschriften zur Sicherstellung der Lieferung von Strom und Gas, mehr EU-Mittel zur Förderung von Energieeffizienz oder ein neues Maßnahmenpaket für erneuerbare Energien, eine europäische Forschungs- und Innovationsstrategie oder die jährliche Berichterstattung über den Stand der Energieunion.
  • Eine Mitteilung über den Verbund, in der die Maßnahmen zur Erreichung des Stromverbundziels von 10 % bis 2020 erläutert werden – die Mindestmenge, die notwendig ist, damit Energie zwischen den Mitgliedstaaten fließen und gehandelt werden kann. Darin wird aufgezeigt, welche Mitgliedstaaten das Ziel bereits erreicht haben und welche Vorhaben notwendig sind, damit die Lücke bis 2020 geschlossen werden kann.
  • Eine Mitteilung, in der die Vorstellungen für ein weltweites Klimaübereinkommen dargelegt werden, das im Dezember 2015 in Paris geschlossen werden soll. Ziel ist ein transparentes, dynamisches und rechtsverbindliches weltweites Übereinkommen mit fairen und ehrgeizigen Verpflichtungen vonseiten aller Vertragsparteien. Außerdem werden in der Mitteilung die auf dem EU-Gipfel vom Oktober 2014 gefassten Beschlüsse in EU-Vorschläge für Emissionsreduktionsziele (die sogenannten angestrebten nationalen Beiträge oder INDC) für das neue Übereinkommen umgesetzt.

Weitere Informationen über die Energieunion:

Website

Factsheet: Energieunion

Factsheet: Zusammenschluss der Strommärkte zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit, Marktintegration und großflächiger Nutzung erneuerbarer Energien

Factsheet: Fragen und Antworten zur Mitteilung der Europäischen Kommission: Das Paris-Protokoll - Ein Blueprint zur Bekämpfung des globalen Klimawandels nach 2020

Twitter


[1]Zypern, Estland, Irland, Italien, Litauen, Lettland, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und Vereinigtes Königreich.

[2]Bulgarien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Slowakei

IP/15/4497

Kontakt für die Medien

Kontakt für die Öffentlichkeit:


Side Bar