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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission leitet eingehende Untersuchung zum geplanten Zusammenschluss der Industrieschokolade-Sparten von Cargill und ADM ein

Brüssel, 23 Februar 2015

Die Europäische Kommission hat ein eingehendes Prüfverfahren eingeleitet, um festzustellen, ob die geplante Übernahme des Industrieschokoladengeschäfts von Archer Daniel Midland („ADM“) durch Cargill mit der EU-Fusionskontrollverordnung im Einklang steht. Beide Unternehmen sind in den USA ansässig und vertreiben Industrieschokolade sowie Fettglasuren und Füllungen.

Industrieschokolade wird in flüssiger oder fester Form verkauft und von Kunden in der nahrungsmittelverarbeitenden Industrie zur Herstellung von Endverbraucherprodukten verwendet. Zu den Kunden von Industrieschokolade gehören Hersteller von Keksen, Speiseeis, Schokoladenerzeugnissen und anderen Endverbraucherprodukten.

Die von der Kommission durchgeführte vorläufige Prüfung warf wettbewerbsrechtliche Bedenken im Hinblick auf den Verkauf von Industrieschokolade an Kunden in Deutschland und dem Vereinigten Königreich auf. Die Kommission stellte fest, dass Cargill, ADM und Barry Callebaut die wichtigsten Lieferanten von Industrieschokolade für die Kunden auf diesen Märkten sind. Zudem ging aus der Untersuchung hervor, dass mehrere kleinere Wettbewerber, die Industrieschokolade anbieten, über eine nur begrenzte Präsenz verfügen und somit keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck auf die beteiligten Unternehmen ausüben können. Durch den geplanten Zusammenschluss könnte ein wichtiger Wettbewerber wegfallen und die Gruppe geeigneter Lieferanten auf den ohnehin schon konzentrierten Märkten verringert werden, was zu Preissteigerungen führen könnte.

Das Vorhaben schließt die Tätigkeiten von ADM im Bereich der Schokoladen-Halbfabrikate wie Kakaolikör, Kakaobutter und Kakaopulver aus.

Die Kommission muss die geplante Übernahme nun innerhalb von 90 Arbeitstagen, d. h. bis zum 8. Juli 2015, einer eingehenden Prüfung unterziehen, um festzustellen, ob sich ihre ersten Bedenken bestätigen. Die Einleitung einer eingehenden Prüfung lässt keine Schlüsse auf deren Ergebnis zu.

Die Übernahme wurde am 19. Januar 2015 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Cargill ist ein in den USA ansässiges und international aufgestelltes Privatunternehmen. Das Unternehmen produziert und vermarktet Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse und bietet darüber hinaus Risikomanagementprodukte und -dienstleistungen an. Zu seinen Produkten zählen Industrieschokolade, Fettglasuren und Füllungen sowie Schokoladen-Halbfabrikate wie Kakaolikör, Kakaobutter und Kakaopulver.

Archer Daniels Midland ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das weltweit Industrieschokolade, Fettglasuren und Füllungen verarbeitet, verkauft und vertreibt.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Pflicht, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (siehe Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Neben dem Verfahren zum vorliegenden Zusammenschluss laufen derzeit acht weitere eingehende Prüfverfahren (Phase II):

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.7408 veröffentlicht.

IP/15/4479

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