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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Wie digital ist Ihr Land? Neue Zahlen machen deutlich, dass auf dem Weg zu einem digitalen Europa noch Fortschritte gemacht werden müssen

Brüssel, 24 Februar 2015

Der digitale Bereich bietet eine Fülle von Möglichkeiten, die nur darauf warten, ausgeschöpft und von den europäischen Bürgern und Unternehmen genutzt zu werden. Einkaufen, Lernen, Rechnungen bezahlen oder öffentliche Dienste in Anspruch nehmen – das Internet macht's möglich, die richtigen Rahmenbedingungen vorausgesetzt. Das ist die Schlussfolgerung, die sich aus dem neuen Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft ziehen lässt, der von der Europäischen Kommission entwickelt und heute veröffentlicht wurde. Die Daten aus den einzelnen Ländern ergeben ein recht uneinheitliches Bild der Digitalisierung in der EU. Nach wie vor wird der Aufbau eines echten digitalen Binnenmarkts – eine der Hauptprioritäten der Juncker-Kommission – durch Grenzen behindert.

Das neue, heute vorgestellte Instrument liefert nach Ländern aufgeschlüsselte Momentaufnahmen der Konnektivität (Verfügbarkeit schneller und erschwinglicher Breitbandverbindungen), der Internetkompetenzen, der Nutzung von Online-Angeboten (von Nachrichten bis zu Einkäufen) und des Entwicklungsstands der Digitaltechnik (elektronische Rechnungstellung, Cloud-Dienste, elektronischer Geschäftsverkehr) sowie der digitalen öffentlichen Dienste (z. B. elektronische Behörden- und Gesundheitsdienste). Die Daten stammen überwiegend aus den Jahren 2013 und 2014 und bieten einen Überblick über den Grad der Digitalisierung in Europa, einschließlich einer Rangfolge der Spitzenreiter.

Nachstehend die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft:

– Welche Erfahrungen Sie mit der Digitaltechnik machen, hängt von dem Land ab, in dem Sie sie sich befinden – die Leistungsfähigkeit reicht von den Spitzenreitern wie Dänemark (mit einem Wert von 0,68 auf einer bis 1 reichenden Skala) bis zu Ländern mit niedrigerer Leistungsfähigkeit wie Rumänien (mit einem Wert von 0,31). Einzelheiten sind den Länderprofilen zu entnehmen.


– Die Mehrheit der Europäer nutzt das Internet regelmäßig: 75 % im Jahr 2014 (2013 noch 72 %) – von 93 % in Luxemburg bis 48 % in Rumänien.

– Die Europäer laden gern audiovisuelle Inhalte aus dem Internet herunter: 49 % der Europäer, die das Internet nutzen, haben Online-Spiele gespielt oder Spiele, Bilder, Filme oder Musik heruntergeladen. 39 % der Haushalte, die über ein Fernsehgerät verfügen, sehen auch Videos auf Abruf.

– Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben Probleme mit dem elektronischen Geschäftsverkehr: Nur 15 % der KMU betätigen sich im Online-Verkauf und von diesen bieten nur 15 %, also weniger als die Hälfte, ihre Dienste auch grenzübergreifend online an.

– Digitale öffentliche Dienste sind in einigen Ländern selbstverständlich, in anderen Ländern sind sie so gut wie nicht vorhanden: 33 % der europäischen Internetnutzer haben Online-Formulare für die Übermittlung von Informationen an die Behörden genutzt – dies reicht von 69 % in Dänemark bis 6 % in Rumänien. 26 % der Allgemeinmediziner in Europa verschicken elektronische Verschreibungen an Apotheken über das Internet. Hier reicht die Spanne von 100 % in Estland bis 0 % in Malta.

Andrus Ansip, für den digitalen Binnenmarkt zuständiger Vizepräsident der Europäischen Kommission, hierzu: „Diese Zahlen zeigen, dass die Digitalisierung in Europa Fortschritte macht und dass den Europäern tolle neue Dienste zur Verfügung stehen. Die große Mehrheit der Europäer nutzt das Internet: Wir müssen es den Bürgern, die Online-Inhalte abrufen möchten, noch leichter machen. Ein digitaler Binnenmarkt kann ihnen den Zugang zu noch mehr Inhalten eröffnen, die Innovation und das Wachstum von Unternehmen fördern und das Vertrauen in Online-Dienste wie elektronische Behördendienste oder Online-Banking stärken. Die Europäische Kommission wird hierzu ihren Beitrag leisten.“

Günther H. Oettinger, für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständiges Mitglied der Kommission, ergänzte: „Der Digital-Index zeigt, dass sich die Art und Weise, wie die Menschen Filme ansehen, grundlegend geändert hat: Nach wie vor sehen sich die Menschen ihre Lieblingsserien im Fernsehen an, doch viele – nämlich 40 % – sehen auch Videos auf Abruf und Filme über das Internet an. Wir müssen uns an die Bedürfnisse der Menschen anpassen und unsere Politik entsprechend überdenken.“

Dem Digital-Index kommt vor allem vor dem Hintergrund der Strategie für den Digitalen Binnenmarkt große Bedeutung zu, die die Europäische Kommission derzeit ausarbeitet und die im Mai vorgestellt werden soll. Die Strategie dient der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, damit die europäischen Bürger und Unternehmen die gewaltigen Möglichkeiten, die die Digitaltechnik bietet, grenzübergreifend nutzen können. Durch den Aufbau eines digitalen Binnenmarkts lassen sich in Europa in den nächsten fünf Jahren bis zu 250 Mrd. EUR an zusätzlichem Wachstum generieren und Hunderttausende neue Arbeitsplätze schaffen.

Hintergrund

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft wird heute im Digital4EU-Forum in Brüssel vorgestellt (Rede von Vizepräsident Ansip (@Ansip_EU)– Rede von Kommissar Oettinger (@GOettingerEU) (Nachmittag) – Audiovisuelle Übertragung verfügbar).

Der Index setzt sich aus über 30 Indikatoren zusammen, aus denen eine gewichtete Rangfolge der digitalen Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder erstellt wird. Dieses analytische Instrument liefert die Rohdaten für die Strategie für den Digitalen Binnenmarkt.

Zur Berechnung des Gesamtwerts für jedes Land wurden die Indikatoren von Sachverständigen der Europäischen Kommission in Gruppen und Teilgruppen zusammengefasst und gewichtet. So entfallen 25 % des Gesamtwerts (bei einem Höchstwert von 1 für die digitale Leistungsfähigkeit) auf die Konnektivität und Internetkompetenzen („Humankapital“), die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft als grundlegend betrachtet werden. 20 % entfallen auf die Integration der Digitaltechnik, da die IKT-Nutzung durch Unternehmen zu den wichtigsten Wachstumsfaktoren gehört. Schließlich wurden Online-Aktivitäten („Internetnutzung“) und elektronische öffentliche Dienste mit jeweils 15 % gewichtet. Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft ist ein flexibles Online-Instrument, das es den Nutzern ermöglicht, jeden Indikator unterschiedlich zu gewichten, um die Auswirkungen auf die Rangfolge insgesamt zu sehen.

Die neuen Daten aus dem heute vorgestellten Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft werden in den Fortschrittsanzeiger zur Digitalen Agenda (Digital Agenda Scoreboard) einfließen, den die Europäische Kommission jedes Jahr veröffentlicht und der Aufschluss über die Fortschritte jedes Landes im Hinblick auf die in der Digitalen Agenda für Europa festgesetzten Ziele gibt. Der nächste Bericht über den Anzeiger zur Digitalen Agenda wird voraussichtlich im Sommer 2015 veröffentlicht.

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