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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU erhöht humanitäre Hilfe im Jahr 2015 auf 156 Mio. EUR wegen zunehmenden Bedarfs in der Sahelzone

Brüssel, 16 Februar 2015

Im Jahr 2015 wird die Europäische Union Finanzmittel in Höhe von 156 Mio. EUR für die Sahelzone bereitstellen, wo beinahe 20 Mio. Menschen von Hungersnot bedroht sind und mehr als 5 Mio. Kinder unter akuter Mangelernährung leiden. Das Vereinigte Königreich beteiligt sich mit 45 Mio. EUR an der Finanzierung, um den humanitären Problemen in der Region zu begegnen.

Bekanntgegeben wurde diese neue Finanzhilfe von Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, der sich zurzeit in Senegal aufhält und in Kürze nach Mali reist.

„Die Sahelzone ist die ärmste Region der Welt und muss für uns weiterhin Priorität haben. Wir müssen verhindern, dass akute Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit in Westafrika zum Normalfall werden“, so Kommissar Stylianides. „Das Retten von Menschenleben steht für uns an oberster Stelle. Gleichzeitig müssen wir aber auf die Ursachen der Mangelernährung eingehen und in Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung investieren, damit wir innerhalb der kommenden 20 Jahre das Ziel erreichen, den Hunger zu besiegen. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Fähigkeit der Gemeinschaften vor Ort, künftigen Krisen zu widerstehen.“

In diesem Jahr hat die humanitäre Hilfe der EU für die Sahelzone mehrere Schwerpunkte:

  • 32 Mio. EUR zur Unterstützung der von Mangelernährung und der sicherheitspolitischen Krise in Mali betroffenen Menschen;
  • 8 Mio. EUR zur Eindämmung der Nahrungsmittel- und sicherheitspolitischen Krise in Nigeria;
  • 35 Mio. EUR zur Bekämpfung von Mangelernährung und zur Bewältigung des wachsenden Zustroms von Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik in Tschad;
  • 4,4 Mio. EUR zur Unterstützung von unternährten Menschen und Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik in Kamerun;
  • 20,6 Mio. EUR zur Unterstützung von Partnern, die in Regionen Westafrikas beim Kampf gegen Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung tätig sind;
  • der Restbetrag (56 Mio. EUR) dient der Bekämpfung von Mangelernährung und der Bereitstellung von Nahrungsmittelhilfe in den anderen Ländern der Sahelzone (Senegal, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Gambia).

 

Hintergrund

Dies wird für viele Menschen in der Sahelzone ein sehr schweres Jahr. Die Dürre im zweiten Halbjahr 2014 gefährdet die Ernte und könnte die Schwankungen der Lebensmittelpreise noch erheblich verstärken, wodurch es für die ärmsten Menschen noch schwieriger würde, sich Lebensmittel zu beschaffen. Erschwert wird die Lage außerdem durch die Konflikte im Norden Malis und in Nigeria sowie durch die Gefahr von Epidemien wie Ebola, Masern oder Cholera.

Gleichzeitig leidet die Sahelzone immer noch unter den Folgen der Lebensmittel- und Ernährungskrisen der Jahre 2005, 2008, 2010 und 2012. Der steigende Bedarf an humanitärer Hilfe erfordert zum einen umfangreiche Soforthilfen und zum anderen längerfristige Maßnahmen zur Behebung der Ursachen von Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung, um die Widerstandskräfte der ärmsten Bevölkerungsgruppen zu stärken. Die Europäische Union war maßgeblich beteiligt an der Gründung der Initiative AGIR, einer weltweiten Partnerschaft zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit in Westafrika, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2032 den Hunger zu besiegen.

Seit Anfang 2014 hat die Europäische Kommission mehr als 350 Mio. EUR bereitgestellt, um den Betroffenen der Sahel-Krise zu helfen. Außerdem koordinieren die Kommission und die Mitgliedstaaten ihre Maßnahmen in den Bereichen Sicherheit und Entwicklung in der Sahelzone im Rahmen eines neuen Aktionsplans, der Ende März 2015 vorliegen soll. Mit diesem Aktionsplan sollen die Bemühungen der EU zur Förderung der guten Regierungsführung, der Demokratie und der Bildung, zur Durchsetzung der Menschenrechte, zur Bekämpfung der Radikalisierung, zur Sicherung der Grenzen, zur Bewältigung von Migrationsproblemen und zur Förderung von Initiativen zugunsten der Rechte junger

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