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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Beschäftigungssituation und soziale Lage: Quartalsbericht belegt geringen, aber beständigen Beschäftigungszuwachs

Brüssel, 08 Januar 2015

Der Wirtschaftsaufschwung in der EU, der im Frühjahr 2013 eingesetzt hat, ist nach wie vor verhalten, und jüngste BIP-Prognosen für die EU wurden nach unten korrigiert.Dem aktuellen Quartalsbericht über die Beschäftigungssituation und die soziale Lage zufolge konnte bei der Beschäftigung in der EU jedoch trotz des schwachen makroökonomischen Umfelds seit Mitte 2013 ein geringer, aber beständiger Zuwachs erzielt werden.Zugenommen hat die Beschäftigung in der überwiegenden Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten, auch in Ländern mit sehr hoher Arbeitslosigkeit wie Griechenland, Spanien und Portugal. Auch konnte eine Verbesserung in den allermeisten Branchen erzielt werden, ein deutlicher Zuwachs wurde dabei im Dienstleistungssektor beobachtet.

Gemäß dem Quartalsbericht erstreckt sich der Zuwachs auf alle Beschäftigungsformen, d. h. nicht nur auf befristete Beschäftigungsverhältnisse und Teilzeitarbeit, sondern auch auf unbefristete Beschäftigungsverhältnisse und Vollzeitbeschäftigung. Die Rückkehr zu den Arbeitslosenzahlen vor der Krise lässt jedoch länger auf sich warten als erhofft.

Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, erklärte: „Wir haben zwar jetzt ein positives Beschäftigungswachstum, aber es ist immer noch zu gering und zu langsam. Besonders die Langzeitarbeitslosigkeit ist in der EU weiterhin ein großes Thema. Mit unserer Investitionsoffensive in Höhe von 315 Mrd. EUR wollen wir das Wirtschaftswachstum ankurbeln und mehr Arbeitsplätze schaffen. Und wir müssen mit gezielten Maßnahmen den Langzeitarbeitslosen helfen.“

Es gibt noch viele Herausforderungen, die angegangen werden müssen, insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit und der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren und die Gruppe der 25- bis 39-Jährigen. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU ist deutlich gesunken, ist aber nach wie vor sehr hoch. Ein zunehmendes Problem ist die Langzeitarbeitslosigkeit. So waren im zweiten Quartal 2014 insgesamt 12,4 Millionen Menschen (5,1 % der Erwerbsbevölkerung) länger als ein Jahr arbeitslos; mehr als die Hälfte von ihnen waren sogar seit mehr als zwei Jahren arbeitslos. In Griechenland und Zypern haben die Langzeitarbeitslosenquoten einen historischen Höchststand erreicht.

Das verfügbare Bruttoeinkommen der Haushalte in der EU steigt weiter, allerdings hat sich der Rhythmus verlangsamt. Die Instabilität der Konjunkturerholung und die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich negativ auf die geringfügige Verbesserung der Situation von Haushalten und Einzelpersonen ausgewirkt. Die Entspannung bei der schwierigen Finanzsituation einkommensschwacher Haushalte, die in der ersten Jahreshälfte 2014 verzeichnet wurde, ist in den letzten Monaten offensichtlich zum Stillstand gekommen.

Steuerreformen als Instrument, das Effizienz- und Gerechtigkeitserwägungen miteinander in Einklang bringt

Die Senkung der steuerlichen Belastung des Faktors Arbeit war ein zentraler Punkt der länderspezifischen Empfehlungen 2014. In Zeiten einer Haushaltskonsolidierung empfiehlt es sich, die Steuerlast vom Faktor Arbeit auf Quellen zu verlagern, deren Besteuerung sich weniger wachstumsschädlich auswirkt, und mehreren Mitgliedstaaten wurde empfohlen, Steuerhinterziehung und -umgehung zu bekämpfen. Gemäß dem Quartalsbericht nahm die steuerliche Belastung des Faktors Arbeit bis 2012 (letzter Stand) in weniger als der Hälfte der Mitgliedstaaten ab, und nur in einigen wenigen Ländern ging diese Entwicklung mit einer höheren steuerlichen Belastung des Konsums einher. Neben der Verfolgung sozialpolitischer Zielsetzungen kann die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und -umgehung dazu beitragen, haushalts- und beschäftigungspolitische Ziele zu erreichen.

Beschäftigung im Bereich Gesundheits- und Sozialdienstleistungen

Der Gesundheits- und Sozialsektor zeichnet sich durch höher qualifizierte Arbeitskräfte aus als der Rest der Wirtschaft; allerdings ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen höher, die Arbeitsbedingungen sind härter und der Anteil der Teilzeitbeschäftigung ist hoch, was es schwierig machen könnte, neue Arbeitskräfte für die Branche zu gewinnen. Die Zahl der Arbeitsplätze, die in der Branche geschaffen werden, wird aber aus folgenden Gründen steigen: aufgrund der Altersstruktur der Beschäftigten der Branche, da der Bedarf aufgrund der durch den demografischen Wandel bedingten neuen Bedürfnisse steigt sowie aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Krise, einer zunehmenden Ungleichverteilung, technischer Entwicklungen und sich wandelnder Sozialstrukturen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich für den Bereich der Gesundheits- und Sozialdienstleistungen als zweischneidig erwiesen: Einerseits hat sich gezeigt, dass diese Dienstleistungen die Auswirkungen der Krise abfedern können. Andererseits haben sich die Haushaltsengpässe durch einschneidende Kürzungen bei den Aufwendungen für Sachleistungen auf die Finanzierung der Gesundheits- und Sozialdienstleistungen ausgewirkt.

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