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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 28. August 2014

Schnellere und präzisere Flutwarnungen durch EU-Forschung

Mit der Frühwarnsoftware von Imprint werden mögliche Sturzfluten in Echtzeit überwacht

Rechtzeitige Flutwarnungen und die Echtzeit-Überwachung von Hochwassernotständen können Leben retten und Sach-, Umwelt- und Infrastrukturschäden verhindern. Imprints, WeSenseIt und UrbanFlood sind nur drei Beispiele für EU-finanzierte Projekte, die einzigartige Vorhersage- und Warnsysteme entwickelt haben, um Menschen vor drohenden Überschwemmungen zu warnen.

Hochwasserschutz und -prävention stehen im Zentrum vom Imprints-Projekt, in dem eine Frühwarnplattform entwickelt wurde, die die Reaktionszeit bei Sturzfluten auf ungefähr zwei Stunden oder sogar weniger verkürzt, was den Menschen mehr Zeit geben kann, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Plattform arbeitet mit präziseren Niederschlagsvorhersagen, für die meteorologische Modelle und Wetterradarnetze verwendet werden. Die Software kann vor Ort Wasserströmungen vorhersagen und bietet ein umfassendes Frühwarnsystem für Sturzfluten, für mögliche Feststofffrachten und für potenzielle Schäden an der lokalen Infrastruktur.

Die Wasserversorger und hydrometeorologische Dienste in Spanien, in der Schweiz und in Frankreich nutzen die Projektneuheiten zur Verbesserung ihrer eigenen Echtzeit-Vorhersagesysteme. Des Weiteren werden die im Rahmen dieses Projekts entwickelten Sturzflutanzeigegeräte jetzt im operativen European Flood Awareness System verwendet.

Unterdessen nutzt das im September 2016 endende Projekt WeSenseIt gekonnt die menschliche Beobachtungsgabe als einen wesentlichen Teil eines Frühwarnsystems. Menschen wirken mit, indem sie mit neuen Apps, die momentan im Rahmen des Projekts entwickelt werden, Messungen vornehmen und Informationen und Bilder per Handy verschicken. Die neuen Technologien und Konzepte werden zur Zeit in Italien, in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich getestet.

„Wir haben Apps entwickelt, mit denen Hochwasseraufseher im Vereinigten Königreich an Flussufern entlang gehen und mit Tags versehene Bilder machen können, wenn Anlass zur Sorge besteht“, sagt der Projektleiter Fabio Ciravegna von der Sheffield Universität. In Italien wurde eine Hochwassersimulation in der Stadt Vicenza Ende März 2014 mit etwa 500 Freiwilligen ausgewertet.

Bei Überschwemmungen sind Dämme und Deiche gefährdet. Im Rahmen des UrbanFlood-Projekts wurden Sensoren und verwandte Technologien zur Überwachung von Deichen entwickelt und diese geben eine frühzeitige Warnung ab, wenn die Gefahr besteht, dass sie nachgeben. Die unterirdischen Sensoren überwachen den Zustand der Deiche, jegliche Veränderung der Wasserstände und andere Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit und Erdbewegungen. Die Informationen werden anschließend von der Modellsoftware des Projekts ausgewertet, die eine Warnung auslösen kann, wenn ein Problem vorliegt. Die Software berechnet, wie schnell das Gebiet überflutet wird, wenn der Damm bricht, und empfiehlt sogar, wie die Bürger am Besten in sicherere Gegenden gebracht werden können.

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Die EU investiert weiterhin in Forschung und Innovation im Bereich Hochwassermanagement und -prävention. Unser Ziel ist es, den Regierungen dabei zu helfen angemessene und koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko zu verringern und ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen."

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission trägt mit der Entwicklung europäischer und globaler Systeme zur Überwachung und Vorhersage von Überschwemmungen, wie EFAS oder GloFAS und GFDS, ebenfalls zur Forschung in dem Bereich bei.

Über die Projekte

Für das Projekt Imprints wurden 3,3 Mio. EUR innerhalb des 7. Rahmenprogramms der EU bereitgestellt. Im Rahmen dieses Projekts kamen insgesamt 18 Forschungseinrichtungen aus 7 Ländern (Frankreich, Italien, Niederlande, Südafrika, Spanien, Schweiz und das Vereinigte Königreich) als auch die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission zusammen. Siehe: http://floods.jrc.ec.europa.eu/flood-research-at-jrc/flashfloods.html

Die Finanzierung für Wesenseit betrug 5,4 Mio. EUR innerhalb des 7. Rahmenprogramms. Es vereint Teilnehmer aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor und umfasst acht KMU: Quinary (Italien), Disdrometrics (Niederlande), HydroLogic Research (Niederlande), Software Mind (Polen), Advantic Sistemas y Servicios (Spanien), Starlab Barcelona (Spanien), Sensorscope (Schweiz) und Knowledge Now (Vereinigtes Königreich). Siehe: www.wesenseit.com

Urbanflood wurde mit 2,3 Mio. Euro von der EU im Rahmen des 7. Rahmenprogramms gefördert. Das Projekt umfasste die TNO, ein Informatik-Unternehmen (Niederlande), die Universität von Amsterdam (Niederlande), STOWA, die die Recherchen für die niederländischen Wasserbehörden koordinieren (Niederlande), Cyfronet, ein Computerrecherche-Institut (Polen), die russische Tochtergesellschaft von Siemens (Russland) und HR Wallingford, ein Beratungsunternehmen (Vereinigtes Königreich). Siehe: www.urbanflood.eu

Über die Finanzierung der europäischen Forschung und Innovation

Am 1. Januar dieses Jahres lancierte die EU ein neues 7-jähriges Forschungs- und Innovationsprogramm mit der Bezeichnung „Horizont 2020“. In den nächsten sieben Jahren werden knapp 80 Mrd. EUR in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert, die die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas fördern und die Grenzen des menschlichen Wissens erweitern sollen. Die EU-Forschungsmittel werden hauptsächlich auf die Verbesserung des täglichen Lebens in Bereichen wie Gesundheit, Umwelt, Verkehr, Nahrungsmittel und Energie konzentriert. Forschungspartnerschaften mit der pharmazeutischen Industrie, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Automobil-, der Eisenbahn- und der Elektronikindustrie ziehen auch privatwirtschaftliche Investitionen in künftiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit hohem Qualifikationsniveau an. „Horizont 2020“ ist noch stärker darauf ausgerichtet, aus herausragenden Ideen marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu machen.

Die neuesten Informationen über die europäische Forschung und Innovation finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/

http://www.facebook.com/innovation.union

http://twitter.com/innovationunion

Ansprechpartner:

Michael Jennings (+32 2 296 33 88) Twitter: @ECSpokesScience

Monika Wcislo (+32 2 295 56 04)


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