Navigation path

Left navigation

Additional tools

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 570 945 EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte des Automobilherstellers Ford und seiner Zulieferer in Belgien vor

European Commission - IP/14/942   22/08/2014

Other available languages: EN FR NL

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. August 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 570 945 EUR aus dem Globalisierungsfonds für ehemalige Beschäftigte des Automobilherstellers Ford und seiner Zulieferer in Belgien vor

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Belgien einen Finanzbeitrag in Höhe von 570 945 EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren, damit 479 ehemalige Beschäftigte des Automobilherstellers Ford in Genk (Belgien) und seiner Zulieferer Hilfe beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erhalten. Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat genehmigt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Die europäische Fahrzeugproduktion ist in den Krisenjahren des Euroraums erheblich zurückgegangen, insbesondere bedingt durch eine sinkende Nachfrage. Zugleich findet im Zuge der Globalisierung ein Strukturwandel in der Automobilindustrie statt. Viele Arbeitskräfte in der Automobilindustrie durchleben schwere Zeiten, und daher ist Solidarität auf EU-Ebene wichtig, um sie bei der Bewältigung dieser schwierigen Übergangsprozesse zu unterstützen. Die von uns vorgeschlagenen Mittel in Höhe von 570 945 EUR sollen den entlassenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, ihre Kompetenzen an neue Anforderungen anzupassen und ihnen den Übergang in eine neue Beschäftigung zu erleichtern.“

Belgien hat nach der Entlassung von 512 Arbeitskräften bei der Ford-Werke GmbH (Ford Genk) und bei zehn Zulieferern Unterstützung aus dem EGF beantragt. Diese Entlassungen waren das Ergebnis eines raschen Rückgangs des EU-Marktanteils an der weltweiten Pkw-Produktion.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen sollen 479 Arbeitskräften helfen, die besonders große Schwierigkeiten haben, eine neue Beschäftigung zu finden; das Angebot für die Betroffenen umfasst die Unterstützung bei der Arbeitssuche, eine aktive arbeitsplatzorientierte Beratung sowie verschiedene Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen.

Die Kosten für dieses Maßnahmenpaket werden mit insgesamt 1,14 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF die Hälfte bereitstellen würde.

Hintergrund

Der Antrag stützt sich auf den Umstand, dass der EU-Marktanteil an der weltweiten Pkw‑Produktion in den letzten Jahren zurückgegangen ist, obwohl die Branche insgesamt einen Aufwärtstrend verzeichnet.

Laut den von den belgischen Behörden vorgelegten Informationen ging im Zeitraum 2007‑2012 die Pkw-Produktion in der EU-27 von 17,10 Mio. Einheiten auf 14,61 Mio. Einheiten zurück (-14,6 %, jährlicher Rückgang um 3,1 %), während im selben Zeitraum die weltweite Pkw-Produktion von 53,05 Mio. Einheiten auf 63,07 Mio. Einheiten anstieg (+18,9 %, jährliches Wachstum von 3,5 %). Daraus ergab sich – bezogen auf das Volumen – eine Verringerung des Marktanteils der EU-27 an der weltweiten Pkw‑Produktion von 32,2 % auf 23,2 % (-28,2 %, jährlicher Rückgang um 6,4 %). Im Vergleich dazu steigerte China seinen Marktanteil im selben Zeitraum von 12,0 % auf 24,6 % (+104,6 %, jährliches Wachstum von 15,4 %), wohingegen die Marktanteile der anderen großen Hersteller rückläufig waren (Japan: -27,7 %, jährlicher Rückgang um 6,3 %; Südkorea: -5,9 %, jährlicher Rückgang um 1,2 %; USA: -12,0 %, jährlicher Rückgang um 2,5 %), wenngleich nicht so stark wie bei der EU-27.

Die Entlassungen bei Ford Genk und seinen Zulieferern betreffen vor allem die flämische Provinz Limburg im Nordosten Belgiens. Bei dieser Provinz handelt es sich um ein ehemaliges Kohlebergbaugebiet, in dem die Beschäftigung in hohem Maße von der traditionellen Industrie abhängig ist.

Mit einem Anteil von 1,7 % an der Gesamtzahl der Beschäftigten war Ford Genk der größte Arbeitgeber in der Provinz Limburg. Zudem entfielen auf Ford Genk 10 % des Gesamtumsatzes der 500 größten Unternehmen in Limburg.

Gegenüber dem flämischen Durchschnitt ist die Provinz Limburg gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, ein niedrigeres Qualifikations- und Kompetenzniveau sowie ein weniger gut ausgebautes Bildungsangebot. Darüber hinaus scheinen die Unternehmen in der Provinz Limburg generell weniger innovativ und weniger international ausgerichtet zu sein als der flämische Durchschnitt (gemessen am Anteil an den Ausfuhren und am Zustrom ausländischer Investitionen), und auch die Zahl neu gegründeter Unternehmen ist relativ niedrig.

Die Provinz Limburg hat bereits wegen anderer Massenentlassungen Unterstützung aus dem EGF erhalten (IP/09/1293).

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU bringt Wachstum und Beschäftigung insgesamt voran, doch er kann bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung abzufedern. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 128 Anträge über ca. 523 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 111 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für immer mehr Branchen gestellt. Allein im Jahr 2013 hat der EGF über 53,5 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und das „Krisenkriterium“ galt für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden.

Ausgehend von diesen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete wird der Fonds im Zeitraum 2014‑2020 mit verbesserter Arbeitsweise als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; für eine Förderung durch den EGF in Frage kommen außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und – im Rahmen einer bis Ende 2017 geltenden Ausnahmeregelung – junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Videos (nur in englischer Sprache verfügbar):
Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration

Website von László Andor

László Andor auf Twitter

Kontakt für die Medien:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website