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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 20. August 2014

Europäische Satellitennavigation: Zwei weitere Galileo-Satelliten starten

Morgen werden zwei weitere Galileo-Satelliten gestartet, wodurch sich die Anzahl der sich in einer Umlaufbahn befindenden Satelliten des Satellitennavigationsprogramms der EU auf sechs erhöht. Der Start erfolgt auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana um 14.31 Uhr MEZ und kann über diesen Link mitverfolgt werden. Der Start ist ein weiterer Meilenstein für Galileo auf dem Weg zu einem eigenständigen europäischen Satellitennavigationssystem. Diese beiden Satelliten sind die ersten einer neuen Reihe, die vollständig Eigentum der EU ist. Mit dem bevorstehenden Eintreffen einer neuen Welle solcher Satelliten zusätzlich zu den bereits vorhandenen werden sich sowohl die Verfügbarkeit des Galileo-Signals als auch seine Abdeckung schrittweise verbessern und die EU geht einen Schritt weiter in Richtung auf die vollständige Betriebsbereitschaft des Programms. Die Satelliten, die morgen gestartet werden, wurden nach den beiden Schulkindern Doresa und Milena benannt, die den EU-weiten Malwettbewerb gewannen, mit dem zwei Namen für die Satelliten gefunden werden sollten.

Ferdinando Nelli Feroci, der EU-Kommissar für Industrie und Unternehmen, erklärte hierzu: Mit dem Start dieser beiden Satelliten treten wir in die Phase der vollständigen Betriebsbereitschaft von Galileo ein. Damit wird dem Programm Galileo neuer Elan verliehen, diesem wahrhaft europäischen Projekt, das sich auf die Ressourcen der EU-Länder stützt, um so größtmöglichen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger der EU zu erzielen. Galileo wird in einem technologischen Grenzbereich eingesetzt und bietet Anwendungen mit einem enormen wirtschaftlichen Potenzial, wodurch die Ziele der EU in den Bereichen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werden. Ich freue mich auch, mitteilen zu können, dass die EU ab 2015 in der Lage sein wird, eine europäische „Ariane-5-Trägerrakete“ zu verwenden. Es handelt sich dabei um einen neuen Auftrag für die EU-Raumfahrtindustrie im Wert von 500 Mio. EUR.

Vorteile eines europäischen Satellitennavigationssystems

Die von Galileo bereitgestellten verbesserten Positions- und Zeitinformationen werden positive Auswirkungen auf viele Dienste und Nutzer in Europa mit sich bringen. Produkte, die Menschen täglich nutzen, beispielsweise bordeigene Fahrzeugnavigationssysteme und Mobiltelefone, werden von der zusätzlichen Genauigkeit von Galileo profitieren. Die Galileo-Daten für Satellitennavigation werden auch den sogenannten kritischen Dienstleistungen zu Gute kommen, z. B. werden die Verkehrssysteme Straße und Schiene sicherer und unsere Reaktionen auf Notsituationen verbessert.

Schon heute werden die Vorteile von EGNOS (Europäische Erweiterung des geostationären Navigationssystems), eines zusätzlichen Dienstes von Galileo, genutzt. EGNOS wird z. B. in der Luftfahrt verwendet, um die für präzisere Landungen, einen Rückgang der Verspätungen und Umleitungen sowie für effizientere Routen in Europa erforderliche Präzision von Positionsdaten bereitzustellen.

Sobald Galileo in seine Betriebsphase eingetreten ist, werden eine ganze Reihe von innovativen neuen Produkten und Dienstleistungen in anderen Branchen entstehen und daraus Wirtschaftswachstum, Innovation und hochqualifizierte Arbeitsplätze resultieren. Im Jahr 2013 wurde das jährliche globale Marktvolumen für weltweite Satellitennavigationsprodukte und -dienstleistungen auf 175 Mrd. EUR geschätzt, und es wird davon ausgegangen, dass es in den kommenden Jahren auf schätzungsweise 237 Mrd. EUR im Jahr 2020 steigen wird.

Die nächsten Schritte

Die Kommission ist bestrebt, die vollständige Konstellation von dreißig Galileo-Satelliten (einschließlich sechs im Orbit aktiver Ersatzsatelliten) vor Ende dieses Jahrzehnts in Betrieb zu nehmen.

Zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und zur Maximierung der sozioökonomischen Vorteile des Systems beabsichtigt die Kommission, den Aktionsplan der EU für Anwendungen des globalen Satellitennavigationssystems zu aktualisieren und schlägt neue Maßnahmen zur Förderung der Nutzung von Galileo vor.

Hintergrund

Galileo ist das Programm der Europäischen Union zur Entwicklung eines globalen Satellitennavigationssystems unter europäischer ziviler Kontrolle. Galileo-Signale werden es den Nutzern ermöglichen, ihre genaue Position in Raum und Zeit mit größerer Präzision und Zuverlässigkeit als mit den derzeit bestehenden Systemen zu bestimmen. Galileo wird kompatibel und – bei einigen seiner Dienste – auch interoperabel mit ähnlichen bereits bestehenden Systemen sein, dabei jedoch autonom bleiben.

Seit 2011 wurden vier Galileo-Satelliten als Teil der „Phase der Validierung innerhalb des Orbits“ in die Umlaufbahn gestartet und in Betrieb genommen, so dass die erste autonome Positionsbestimmung, berechnet ausschließlich auf der Grundlage von Galileo-Signalen, im März 2013 durchgeführt werden konnte.

Seit 2011 ist EGNOS, das europäische System zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des globalen Satellitennavigationssystems, in Betrieb. EGNOS verbessert die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Signale bestehender Systeme, indem Messfehler korrigiert und Informationen über die Signalintegrität bereitgestellt werden.

Weitere Informationen:

Der Start in Kourou kann live unter diesem Link mitverfolgt werden:

http://ec.europa.eu/avservices/ebs/live.cfm?page=1

MEMO/14/509 Häufig gestellte Fragen (FAQ) über Galileo, das Satellitennavigationssystem der EU

Galileo auf Europa

Kontakt:

Miguel Sagredo (+32 229-68589)

Sara Tironi (+32 229-90403)


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