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Irak: EU erhöht humanitäre Hilfe

European Commission - IP/14/923   12/08/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 12. August 2014

Irak: EU erhöht humanitäre Hilfe

Die Europäische Kommission stockt angesichts des sich zuspitzenden Bedarfs ihre humanitäre Hilfe für Irak um weitere 5 Mio. EUR auf. Damit erhöht sich der Gesamtbetrag der 2014 für Irak bereitgestellten Mittel auf 17 Mio. EUR.

Dieser Beschluss wurde im Hinblick auf den für heute erwarteten Beschluss der Vereinten Nationen getroffen, für Irak die höchste Notstandstufe (3) auszurufen, die bereits auch für Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanischen Republik gilt.

Mit den zusätzlichen Mitteln soll lebenswichtige Hilfe für hunderttausende von den Kämpfen eingeschlossene, irakischer Zivilisten geleistet werden. Im Juni hatte die Europäische Kommission bereits 5 Mio. EUR bewilligt, um den wachsenden Bedarf infolge der durch den Konflikt ausgelösten Massenflucht zu decken.

Ich bin entsetzt über die katastrophale humanitäre Lage, die sich zudem täglich verschlechtert. Die rund 200 000 Menschen, die im August aus dem Distrikt Sinjar im Norden des Irak geflohen sind, benötigen jetzt dringend Hilfe. Mehr als 40 000 Angehörige der Religionsgruppe der Yeziden sind weiterhin auf dem Sinjar-Bergmassiv von bewaffneten ISIL/IS-Milizen umzingelt. Die Europäische Kommission verurteilt nachdrücklich solche gezielten Angriffe auf irakische Zivilisten,“ erklärte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

EU-Kommissarin Georgieva war im März nach Bagdad und in die Kurdenregion Iraks gereist und hatte die Einrichtung eines Büros für humanitäre Hilfe der EU in Erbil angekündigt. Die dort tätigen Experten sollen die Koordinierung mit den humanitären Partnerorganisationen der Kommission vor Ort gewährleisten. Dank dieser frühzeitigen Maßnahme konnte die Kommission in diesem Jahr mehr als eine Million Vertriebene mit humanitärer Hilfe unterstützen.

Insgesamt beläuft sich die von der Kommission seit 2007 für Irak bereitgestellte humanitäre Hilfe auf fast 150 Mio. EUR, einschließlich der Unterstützung syrischer Flüchtlinge in Irak sowie irakischer Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon.

Hintergrund

Die fortgesetzte Eskalation des bewaffneten Konflikts im Irak, insbesondere in der nördlichen Provinz Ninewa, hat erneut zur Vertreibung von tausenden Menschen in der Kurdenregion Iraks (KR-I) geführt. Seit dem 7. August hat der Vormarsch der ISIL/IS-Milizen hunderttausende Zivilisten in Flucht getrieben. Sie flüchteten mehrheitlich in die Provinzen Dohuk und Erbil; zum Teil auch nach Sulaimaniyah.

Es ist davon auszugehen, dass seit vergangener Woche die Mehrheit der 200 000 Einwohner den Bezirk Sinjar verlassen hat oder sich auf der Flucht befindet; viele von ihnen werden bereits zum zweiten Mal vertrieben. Mindestens 30 000 Flüchtlinge hatten bis zum Wochenende die Provinz Dohuk erreicht, eine unbestimmte Zahl hält sich in der Provinz Ninewa und in der Kurdenregion auf.

Jezidische Familien, die nach der Eroberung von Sinjar durch die ISIL/IS-Milizen nicht in sichere Gebiete flüchten konnten, haben auf dem Bergmassiv Jebel Sinjar Zuflucht gesucht. In der vergangenen Woche vorgelegte Schätzungen gehen davon aus, dass 8 000 bis 30 000 Familien unter prekären Bedingungen in diesem Berggebiet ausharren.

Derzeitige Entwicklungshilfe der EU

Die Europäische Kommission unterstützt auch weiterhin die langfristige Entwicklung des Landes. Im Zeitraum 2014-2020 werden für Irak rund 75 Mio. EUR zur Förderung der Entwicklung zur Verfügung gestellt werden, wie der für Entwicklung zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs ankündigte. Die Finanzmittel werden in erster Linie für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte, für den Aufbau von Kapazitäten in der Primar- und Sekundarbildung sowie einen besseren Zugang zu nachhaltigen Energiequellen eingesetzt.

Weitere Informationen

Informationsblatt zu Irak

http://ec.europa.eu/echo/files/aid/countries/factsheets/iraq_en.pdf

Jüngste Erklärung der EU-Kommissarin Georgieva zu Irak

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-702_de.htm

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen:

http://ec.europa.eu/echo/files/aid/countries/factsheets/thematic/ERC_en.pdf

Kontakt für die Medien:

David Sharrock (+32 2 296 89 09)

Irina Novakova (+32 2 295 75 17)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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