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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 12. August 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 1 Million Euro aus dem Globalisierungsfonds zur Unterstützung entlassener Arbeitskräfte der spanischen Metallindustrie vor

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, 1 019 184 EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) für Spanien bereitzustellen. Die Gelder sollen dazu dienen, 300 Personen, die ihren Arbeitsplatz in der Metallindustrie in der Comunidad Valenciana (Autonome Gemeinschaft Valencia) verloren haben, bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen. Der Vorschlag muss nun noch vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat gebilligt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte: „Die 1 Million Euro aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF), die die Kommission vorgeschlagen hat, sind ein Zeichen der Solidarität der EU mit denjenigen, die ihren Arbeitsplatz durch die Wirtschafts- und Finanzkrise verloren haben. Die Beschäftigungssituation in der Comunidad Valenciana gibt Anlass zu großer Sorge, aber als ich im März dieses Jahres Valencia besucht habe, konnte ich mich davon überzeugen, dass die Region die Möglichkeiten des EGF gut nutzt. Ich bin zuversichtlich, dass die heute vorgeschlagenen konkreten Maßnahmen den entlassenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen werden, geeignete neue Stellen zu finden.“

Spanien hatte nach Entlassungen bei 142 Metallwarenproduzenten in der Region infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise Hilfe aus dem EGF beantragt. Die Metallwarenbranche ist ein wichtiger Zulieferer für eine Vielzahl von Industriezweigen, insbesondere den Schiffbau, das Baugewerbe und den Automobilsektor. All diese Wirtschaftszweige haben in der gesamten Europäischen Union erheblich unter der Wirtschaftskrise gelitten.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen würden 300 Arbeitnehmer, die besonders große Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Stelle haben, auf verschiedene Weise unterstützen: intensive Hilfe bei der Arbeitssuche, Stellenvermittlung, Beratung und Orientierung, allgemeine Schulungen und Umschulungen, berufliche Bildung sowie verschiedene finanzielle Hilfen und Anreize.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit 1,7 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 60 % bereitstellen würde.

Hintergrund

Zwischen 2002 und 2007 also vor der Finanz- und Wirtschaftskrise betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Industrieproduktionsindex der 28 EU-Länder (EU‑28) etwa 1,7 %. Seinen Höchstwert erreichte der Index im ersten Quartal 2008 (112,8). Zwischen April 2008 und April 2009 ging die Industrieproduktion in der EU‑28 um über 22 Prozentpunkte zurück. Danach setzte ein relativ dynamischer Aufschwung ein, der rund zwei Jahre anhielt. Seit Mai 2011 sinkt die Industrieproduktion wieder. Der durchschnittliche Industrieproduktionsindex der EU für das Jahr 2013 liegt in etwa auf dem Niveau von 2003.

In Spanien folgte die Entwicklung des Index bis 2007 dem Trend der EU‑28. Zwischen April 2008 und April 2009 brach die spanische Industrieproduktion jedoch um fast 27 Prozentpunkte ein (fünf Punkte mehr als die EU‑28). Seitdem hat sie sich nicht erholt, vielmehr ist ein relativ stetiger Rückgang zu beobachten. Spaniens durchschnittlicher Industrieproduktionsindex für 2013 liegt ungefähr auf dem Niveau von 1994.

Der Rückgang der Industrieproduktion hat sich auf die Beschäftigungssituation ausgewirkt: Zwischen 2008 und 2012 gingen in der spanischen Industrie fast 600 000 Arbeitsplätze verloren, 150 000 davon in der Metallwarenbranche. Diese Beschäftigungseinbußen entsprechen 24 % der Gesamtbeschäftigung in der Industrie bzw. 35 % der gesamten Beschäftigung in der Metallindustrie.

Anfang des Jahres hatte die Kommission die Nutzung von EGF-Mitteln vorgeschlagen, um entlassenen Textilarbeitern in derselben Region zu helfen (IP/14/81). Davor hatte die Region bereits EGF-Mittel im Zusammenhang mit sieben anderen Massenentlassungen in der Baustoffbranche (IP/13/835), dem Baugewerbe (IP/12/616, IP/12/137 IP/10/543), der Schuhindustrie (IP/12/448), dem Textilgewerbe und dem Natursteinsektor erhalten.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem krisenanfällige Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor einigen Jahren die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der den Betroffenen bei der Anpassung an die Folgen der Globalisierung helfen sollte. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 sind 128 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 523 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 111 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingegangen. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für immer mehr Branchen gestellt. Allein 2013 gewährte der Fonds über 53,5 Mio. EUR an Hilfsgeldern.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um den Fonds als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden, galt das „Krisenkriterium“.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen und dem Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Regionen wird der Fonds im Zeitraum 2014-2020 als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU mit verbesserter Arbeitsweise weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF ist erweitert worden, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; in Frage kommen für eine Förderung durch den EGF außerdem befristet Beschäftigte, Selbständige und – im Rahmen einer bis Ende 2017 geltenden Ausnahmeregelung – junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website:

Video-News:
„Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised“

„Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund“

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