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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 8. August 2014

Westafrika: EU stockt Soforthilfe zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs auf

Die Europäische Union stellt weitere 8 Mio. EUR bereit, um die Anstrengungen zur Eindämmung von Ebola in Westafrika zu verstärken. Damit wird die Hilfe der EU zur Bewältigung dieser Krise zum vierten Mal erhöht. Der Gesamtbetrag der von der Kommission im Jahr 2014 geleisteten Hilfe zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie, bei der es sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um eine „gesundheitliche Krisensituation von internationaler Tragweite“ handelt, beläuft sich somit auf 11,9 Mio. EUR. Darüber hinaus wird in den kommenden Tagen ein zweites „Europäisches mobiles Labor“ entsandt, höchstwahrscheinlich nach Sierra Leone, um grundlegende Unterstützung bei der Diagnose und Durchführung von Tests zu leisten.

Wir sind entschlossen, die weitere Ausbreitung der tödlichen Epidemie zu bekämpfen. Viele Menschenleben hängen von unserer unmittelbaren Hilfe ab. Unsere Unterstützung trägt dazu bei, die dringend notwendige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten und die Vorsorgemaßnahmen unserer Partnerorganisationen zu stärken, die rund um die Uhr lebensrettende Hilfe für die Opfer leisten,“ sagte Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Die Rettung von Menschenleben und die Bereitstellung weiterer Unterstützung für Westafrika haben oberste Priorität. Deshalb haben wir heute beschlossen, zusätzliche Unterstützung aus dem Europäischen Entwicklungsfonds zu mobilisieren. Die Lieferung weiterer medizinischer Hilfsgüter und der mobilen Labors wird dazu beitragen, den dringenden Bedarf in der Region zu decken und die Kapazitäten, Ebola-Fälle nachzuweisen, zu stärken“.

Die zusätzlichen EU-Mittel dienen der unmittelbaren Gesundheitsversorgung für die betroffenen Gemeinschaften und werden dazu beitragen, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen. Die Hilfe wird über die humanitären Partner der Europäischen Kommission vor Ort bereitgestellt, zu denen auch Einrichtungen der Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen zählen.

Außerdem wurden Experten für humanitäre Hilfe der Kommission in die betroffenen Länder entsandt, um die Lage zu bewerten und die Unterstützung mit den Gesundheitsbehörden und humanitären Partnern vor Ort abzustimmen.

Hintergrund

Die Ebola-Epidemie fordert in den vier betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria immer mehr Opfer. Seit Beginn des Ausbruchs haben sich 1711 Menschen angesteckt, 932 sind gestorben, darunter viele medizinische Fachkräfte. In anderen westafrikanischen Ländern wurden weitere Verdachtsfälle untersucht, wobei das Ergebnis negativ war. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge handelt es sich in Bezug auf die Anzahl der Erkrankungsfälle, der Todesopfer und die geografische Reichweite um den größten jemals verzeichneten Ausbruch.

Die Europäische Kommission hat bereits im März dieses Jahres Mittel für humanitäre Hilfe anlässlich des Ebola-Ausbruchs bereitgestellt. Die Hilfe wurde bereits mehrfach erhöht, zuletzt im Juli. Dank der Finanzierung konnten Médecins Sans Frontières (MSF) und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) ihre Maßnahmen aufrechterhalten und ausweiten.

Die Kommission arbeitet ferner im Rahmen des Gesundheitssicherheitsausschusses eng mit den EU-Mitgliedstaaten zusammen, indem sie sie regelmäßig über die neuesten Entwicklungen informiert und versucht, die Maßnahmen zum Schutz Europas abzustimmen. Ein vom Gesundheitssicherheitsausschuss herausgegebenes Merkblatt für Reisende ist in allen EU-Amtssprachen verfügbar.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten hat kürzlich seine Risikobewertung von Ebola aktualisiert.

Ende März wurden sieben europäische Expertenteams im Rahmen des Europäischen Projekts für mobile Labors zur Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten (European Mobile Lab, EMLab) mit einem mobilen Labor nach Gueckedou in Guinea entsandt, um bei der Diagnose des viralen hämorrhagischen Fiebers, Analysen von Proben und der Bestätigung von Erkrankungsfällen zu helfen. Die zweite Laboreinheit befindet sich bereits in der Region und wird in den kommenden Tagen aller Wahrscheinlichkeit nach in Sierra Leone (Freetown) zum Einsatz kommen.

Bislang wurden rund 1100 Proben getestet, unter anderem aus Guinea und Liberia, davon über 400 positiv. Das EMLab-Projekt ist eine von der Europäischen Kommission finanzierte Europäische Initiative, an der Partner aus Deutschland (Bernhard-Nocht-Institut, Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, Universität Marburg, Robert-Koch-Institut), Italien (Istituto Nazionale Malattie Infettive Spallanzani), Frankreich (INSERM/Pasteur Lyon), dem Vereinigten Königreich (Health Protection Agency PD Laboratory), Ungarn (Nationales Ungarisches Labor für biologische Sicherheit), der Schweiz (Labor Spiez) und Slowenien (Universität Ljubljana, Institut für Immunologie und Mikrobiologie) beteiligt sind.

Ein neues Projekt zur Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten für den Nachweis des Virus und die Schulung der Hilfskräfte (2 Mio. EUR aus dem Instrument für Stabilität und Frieden) wird derzeit vorbereitet.

Weitere Informationen

ERKLÄRUNG/14/251: Erklärung von Kommissar Borg zum Ebola-Ausbruch in Westafrika (nur auf Englisch verfügbar)

IP/14/891: EU erhöht Fördermittel aufgrund des Ebola-Ausbruchs in Westafrika (Pressemitteilung vom 30. Juli 2014).

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Webseite der EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Website von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Europäische Kommission – Gesundheit und Verbraucherschutz einschließlich Merkblatt für Reisende:

http://ec.europa.eu/health/preparedness_response/risk_management/ebola/index_en.htm

Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten

http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/ebola_marburg_fevers/Pages/index.aspx

Kontakt für die Medien:

Alexandre Polack (+32 229-9 06 77)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-8 10 35)

David Sharrock (+32 229-6 89 09)

Irina Novakova (+32 229-5 75 17)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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