Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 4. August 2014

Fusionskontrolle: Kommission gibt grünes Licht für die Übernahme von Teilen von Rolls-Royce durch Siemens

Die Europäische Kommission hat im Einklang mit der EU-Fusionskontrollverordnung die geplante Übernahme der Geschäftsbereiche Aeroderivat-Gasturbinen und Kompressoren, des Anschlussmarktgeschäfts von Rolls-Royce sowie der 50 %igen Beteiligung von Rolls-Royce an der ebenfalls britischen Rolls Wood Group durch den deutschen Siemens-Konzern genehmigt. Die Untersuchungen der Kommission haben bestätigt, dass die geplante Übernahme keinen Anlass zu Wettbewerbsbedenken gibt, insbesondere weil die Beteiligten nicht in engem Wettbewerb stehen und eine Reihe von Konkurrenten auch nach der Transaktion auf dem Markt bleiben wird.

Die Untersuchung der Kommission konzentrierte sich auf die Lieferung kleiner und mittlerer Kompressor- und Gasturbinenaggregate, die sowohl von Siemens als auch von Rolls-Royce hergestellt werden. Kleine und mittlere Gasturbinen werden vor allem im Erdöl- und Erdgassektor und im Bereich der Stromerzeugung eingesetzt. Siemens produziert nur Industriegasturbinen, Rolls-Royce hingegen nur aeroderivative (aus Flugtriebwerken abgeleitete) Gasturbinen (ADGT). Bei den Kompressor-Aggregaten handelt es sich um eine Kombination von Gasturbine und Kompressor. Sie gelangen hauptsächlich in der Öl- und Gaslieferkette zum Einsatz.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass Kunden in der Gasturbinenbranche Siemens und Rolls-Royce angesichts der technischen Unterschiede zwischen den Produkten beider Konzerne diese nicht als enge Wettbewerber betrachten. Außerdem wird eine Reihe starker Wettbewerber, die in der Lage sind, wirksam mit dem aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmen zu konkurrieren, auf dem Markt bleiben.

Die Kommission prüfte auch während der Untersuchung geäußerte Bedenken, dass Siemens nach dem Zusammenschluss die Lieferung bestimmter aeroderivativer Gasturbinen von Rolls-Royce an Kompressorhersteller einstellen und sie bei bestimmten Projekten im Bereich der Offshore-Förderung von Erdöl und Erdgas am Wettbewerb mit dem zusammengeschlossenen Unternehmen hindern könnte. Die Untersuchung hat jedoch gezeigt, dass die Abnehmer von Öl- und Gaskompressoren den Kompressor in der Regel als das kundenspezifischste Bauteil und die Gasturbine eher als standardisiertes Produkt sehen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Kunden ein Kompressormodell in einem Aggregat akzeptieren, das nicht vollständig ihren spezifischen technischen Anforderungen entspricht. Abgesehen davon werden auch andere Lieferanten von aeroderivativen Gasturbinen auf dem Markt bleiben. Diese Faktoren werden das fusionierte Unternehmen wesentlich daran hindern, Konkurrenten von der Lieferung von ADGT auszuschließen.

Die Marktpositionen der Beteiligten als Anbieter von Kompressoren und Gasturbinendiensten sind schwach, und ihre Geschäftstätigkeiten überschneiden sich kaum.

Die Kommission gelangte daher zu dem Ergebnis, dass die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwerfen würde.

Die Übernahme wurde am 27. Juni 2014 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Siemens ist ein börsennotierter deutscher Konzern, der Kunden mit einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen in vier Geschäftsfeldern versorgt: Energie, Gesundheitsversorgung, Industrie, sowie Infrastruktur und Städte. Das Industriegasturbinen-Geschäft von Siemens gehört zum Energiebereich.

Der Geschäftsbereich Aeroderivat-Gasturbinen von Rolls-Royce entwickelt, produziert, vertreibt und installiert von Flugtriebwerken abgeleitete Gasturbinen und bedient Betreiber und Kunden solcher Turbinen und Kompressoren.

Die Wood Group ist derzeit ein Gemeinschaftsunternehmen — zu jeweils gleichen Teilen im Besitz der Rolls-Royce plc und der John Wood Group plc —, das bestimmte aus Flugtriebwerken abgeleitete Gasturbinen-Modelle von Rolls-Royce wartet.

Die John Wood Group ist ein Energiedienstleister, der weltweit für die Erdöl-, Erdgas- und Energieerzeugungsindustrie eine Reihe von Dienstleistungen in den Bereichen Engineering, Produktionsunterstützung, Wartungsmanagement sowie Überholung und Reparatur von Industriegasturbinen anbietet. Die Gruppe ist an der Londoner Börse notiert.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Pflicht, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung) und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Routineprüfung auch genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Weitere Informationen finden Sie im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der GD Wettbewerb unter dieser Nummer: M.7284.

Kontakt für die Medien:

Antoine Colombani (+32 2 297 45 13, Twitter: @ECspokesAntoine )

Yizhou Ren (+32 229 94889)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website