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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 31. Juli 2014

EU entwickelt neues automatisches Parksystem – keine endlose Parkplatzsuche mehr

(Video)

Sie haben nur noch wenige Minuten, bis der Check-in für Ihren Flug schließt oder bevor Ihr Zug abfährt, doch Sie vergeuden wertvolle Zeit auf der Suche nach einem freien Parkplatz am Flughafen oder am Bahnhof. Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihr Auto am Haupteingang stehen lassen und den Rest erledigt das Fahrzeug selbst. Forscher aus Deutschland, Italien, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz arbeiten bereits an dieser Vision und haben Anfang des Jahres schon erfolgreiche Tests am Flughafen Stuttgart durchgeführt. Das System, das in den nächsten Jahren einsatzfähig sein wird, fördert die EU mit 5,6 Mio. EUR.

In Zukunft werden immer mehr Menschen mit Elektrofahrzeugen unterwegs sein und zwischen den Verkehrsträgern wechseln – wodurch sich der Bedarf an zusätzlichen und vielseitigen Parkmöglichkeiten an Verkehrsknotenpunkten erhöht. Um auf diese Veränderungen im Mobilitätsmuster vorbereitet zu sein, arbeitet das V-CHARGE-Konsortium an Systemen, die Elektroautos das vollautomatisierte Parken und Laden auf öffentlichen Parkplätzen ermöglichen.

Die Idee ist, dass wir Menschen mit Hilfe von Technologie die Möglichkeit geben, öffentliche und private Verkehrsmittel besser miteinander zu kombinieren“, erläutert Dr. Paul Furgale, wissenschaftlicher Projektleiter von V-CHARGE und stellvertretender Direktor des Labors für autonome Systeme am Schweizer Bundesinstitut für Technologie in Zürich.

Eine Smartphone-App zum Parken und Abholen von Autos

Fahrer können ihr Auto vor dem Parkhaus stehen lassen und mit Hilfe einer Smartphone-App den Parkvorgang starten. Der Bordcomputer des Fahrzeugs verbindet sich mit dem Parkhaus-Server und dirigiert das Fahrzeug zu dem ausgewiesenen Parkplatz. Das Fahrzeug kann auch so programmiert werden, dass es sich, während es im Parkhaus abgestellt ist, selbständig an einer Ladestation auflädt. Bei seiner Rückkehr findet der Fahrer sein Fahrzeug mit Hilfe derselben App wieder – vollständig geladen und startklar.

Da GPS-Satellitensignale nicht immer innerhalb von Parkhäusern funktionieren, haben die Wissenschaftler ein kamerageleitetes System entwickelt, das sich auf ihr Know-how in den Bereichen Robotik und Umfeldwahrnehmung stützt. Die Sicherheit steht im Mittelpunkt des Projekts: Das Auto ist so programmiert, dass es unerwarteten Hindernissen ausweicht.

Dr. Furgale ist der Auffassung, dass diese Technologie zur Entwicklung autonomer Parksysteme für Elektroautos für den Einsatz im Stadtverkehr genutzt werden kann. „Das wäre eine noch größere Herausforderung“, sagt er. „Doch sobald das Kartenmaterial erstellt ist, fügt sich auch die restliche Technologie in das System.

Ein System, das in die Produktion integriert wird

Im April stellte das Team die neueste Version des Systems am Flughafen Stuttgart vor. Es war ein Erfolg, und die Forscher sind jetzt damit beschäftigt, die Technologie noch feiner abzustimmen, um noch präzisere Manöver zu ermöglichen.

Das Projekt soll 2015 abgeschlossen sein, so dass die Ergebnisse in den nächsten Jahren schrittweise vermarktet werden können. Die entwickelten Funktionen sollten so kostengünstig sein, dass sie in die Produktion von Elektrofahrzeugen aufgenommen werden können. Die Ingenieure arbeiten mit Ultraschallsensoren und Stereokameras, die in heutigen Fahrzeugen bereits verfügbar sind und beispielsweise für Park- oder Notbremsassistenten genutzt werden.

Neelie Kroes @NeelieKroesEU, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte dazu: „Wir müssen weiterdenken und intelligente Möglichkeiten finden, wie wir uns fortbewegen, dabei Zeit und Geld sparen und unsere Umwelt schonen. Wer möchte nicht beim Parken seines Autos Zeit sparen?“

„Wir müssen neue Technologien erforschen und herausfinden, wie wir sie im Hinblick auf praktische Lösungen kombinieren können. Das V-CHARGE-System geht in die richtige Richtung und ich freue mich schon darauf, es zu nutzen.“

Mehr über das Projekt (auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Spanisch): V-CHARGE.

Hintergrund

Das V-CHARGE-Projekt wird von der EU im Rahmen der Robotik-Investitionsförderung unterstützt. Um die Führung der EU auf diesem strategisch wichtigen Gebiet zu behaupten, hat die Europäische Kommission im Juni eine mit 2,8 Mrd. EUR ausgestattete öffentlich-private Partnerschaft (Pressemitteilung) mit der Bezeichnung SPARC ins Leben gerufen, die Fördermittel aus dem neuen EU-Programm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ (#H2020) erhält.

Hier finden Sie Näheres zur EU-Förderung für die Robotik und Projektbeispiele. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit @RoboticsEU.

Kontakt für die Presse:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu Tel.: +32 22-957361

Ryan Heath (+32 229-61716) Twitter: @RyanHeathEU

Siobhan Bright (+32 229-57361)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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