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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 30. Juli 2014

Juli 2014: Wirtschaftliche Einschätzung im Euroraum stabil, in der EU leicht rückläufig

Im Juli blieb der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) im Euroraum weitgehend unverändert (+ 0,1 Punkte auf 102,2),1 während er in der EU leicht zurückging (um 0,6 Punkte auf 105,8).

Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (sb.)

Juli EU: 105,8 – Euroraum: 102,2

Entwicklungen im Euroraum

Mit dem nahezu unveränderten Euroraum-Ergebnis setzte sich der Seitwärtstrend der letzten Monate fort. Verantwortlich hierfür waren Vertrauensgewinne in der Industrie und im Baugewerbe, die durch einen Rückgang im Dienstleistungssektor, im Einzelhandel und bei den Verbrauchern aufgewogen wurden. Bei den größten Volkswirtschaften des Euroraums war der ESI in Deutschland (- 0,5) und Spanien (- 0,6) rückläufig, während er in den Niederlanden (+ 0,4), Frankreich (+ 0,5) und Italien (+ 1,6) zulegte.

Das steigende Vertrauen in der Industrie (+ 0,5) ergab sich aus einer optimistischeren Einschätzung der künftigen Produktionsentwicklung und – in geringerem Umfang – der aktuellen Gesamtauftragsbestände seitens der Unternehmer, während ihre Beurteilung der Lagerbestände weitgehend unverändert blieb. In Bezug auf die nicht in den Vertrauensindikator einfließenden Aspekte verschlechterte sich die Beurteilung der Produktionsentwicklung der letzten Monate, während die Beurteilung der Exportaufträge stabil blieb. Das rückläufige Vertrauen im Dienstleistungssektor (- 0,8) ist auf die erheblich geringeren Nachfrageerwartungen seitens der Unternehmer und ihre verhaltenere Beurteilung der Entwicklung der bisherigen Geschäftslage zurückzuführen, was die positivere Einschätzung der Nachfrageentwicklung der letzten Monate mehr als aufwog. Aufgrund einer deutlich pessimistischeren Beurteilung der künftigen Arbeitslosigkeit und der allgemeinen künftigen Wirtschaftslage sank das Vertrauen der Verbraucher. Dies konnte nur teilweise durch eine geringfügige Verbesserung bei der Beurteilung ihrer künftigen Einsparungen aufgewogen werden. Die Einschätzung der künftigen finanziellen Situation blieb weitgehend unverändert. Der Rückgang des Vertrauens im Einzelhandel (- 0,6) spiegelt die pessimistischere Einschätzung zu den Geschäftserwartungen und der Angemessenheit der Lagerbestände wider, während die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage seitens der Unternehmer weitgehend stabil blieb. Der Anstieg des Vertrauens im Baugewerbe (+ 3,5) wurde durch eine deutliche Aufwärtskorrektur der Beschäftigungserwartungen und – in geringerem Maße – eine besseren Beurteilung der Auftragslage angetrieben. Die Verschlechterung (- 2,2) des Vertrauens im Finanzdienstleistungssektor (nicht Gegenstand des ESI) resultierte aus einer weniger positiven Einschätzung der bisherigen und erwarteten Nachfrage, während die Beurteilung der Entwicklung der bisherigen Geschäftslage seitens der Unternehmer weitgehend stabil blieb.

Die Beschäftigungspläne wurden im Baugewerbe deutlich nach oben korrigiert, während sie in der Industrie weitgehend unverändert blieben und im Dienstleistungssektor und in einem gewissen Grad auch im Einzelhandel eine erhebliche rückläufige Tendenz aufwiesen. Die Verkaufspreiserwartungen blieben in Industrie und Einzelhandel weitgehend konstant, waren im Dienstleistungs- und Bausektor jedoch rückläufig. Die Preiserwartungen der Verbraucher blieben im Vergleich zum Juni weitgehend unverändert.

Entwicklungen in der EU

Der Leitindikator für die EU ging aufgrund des verschlechterten Geschäftsklimas in den beiden größten Volkswirtschaften der EU außerhalb des Euroraums, dem Vereinigten Königreich (- 3,3) und Polen (- 0,9), leicht zurück (- 0,6). Auf sektoraler Ebene war die verschlechterte wirtschaftliche Einschätzung in der EU vor allem darauf zurückzuführen, dass das Vertrauen in der Industrie praktisch unverändert blieb (im Gegensatz zur Verbesserung im Euroraum). Abgesehen hiervon entsprachen die sektoralen Entwicklungen weitgehend denjenigen im Euroraum. Einige Unterschiede ließen sich auf Fragenebene feststellen, vor allem in Bezug auf die Beschäftigungs- und Preiserwartungen seitens der Unternehmer: Die Unternehmer in der EU revidierten ihre Beschäftigungspläne in allen Wirtschaftssektoren nach oben und gingen von höheren Verkaufspreisen in Industrie, Dienstleistungssektor und Einzelhandel aus. Die Preiserwartungen blieben lediglich im Baugewerbe unverändert.

Vierteljährliche Erhebungsergebnisse (Juli)

Im verarbeitenden Gewerbe des Euroraums verbesserte sich die geschätzte Rate der Kapazitätsauslastung um 0,3 Punkte auf 79,8 %. Entsprechend verringerte sich der Anteil der Unternehmer, die ihre derzeitige Produktionskapazität (angesichts der derzeitigen Auftragslage und Nachfrageerwartungen) als „mehr als ausreichend“ bewerteten. Gleichzeitig gingen die Exporterwartungen der Unternehmer etwas zurück, und gegenüber der vorangehenden April-Umfrage schätzten die Unternehmer ihre Wettbewerbsposition auf den Märkten außerhalb der EU schlechter ein. Schließlich war trotz der merklich schlechteren Einschätzung der Entwicklungen bei neuen Aufträgen seitens der Unternehmer ein leichter Anstieg bei der geschätzten Monatsproduktion aufgrund des Auftragsbestands zu verzeichnen. Die Entwicklungen in der EU insgesamt fielen etwas positiver aus, wobei die Kapazitätsauslastung um 0,6 Punkte auf 80,2 % stieg und sich die Exporterwartungen verbesserten.

Es stehen neue Datenreihen zur Verfügung, um die Kapazitätsauslastung im Dienstleistungssektor zu messen.2 Sowohl in der EU als auch im Euroraum verzeichnete die Kapazitätsauslastung im Dienstleistungssektor seit Beginn des Jahres 2013 eine steigende Tendenz (siehe Schaubild 11). Im Juli 2014 blieb der Indikator im Euroraum unverändert bei 87,3 % und erhöhte sich in der EU leicht (um 0,3 Punkte auf 87,7 %).

Vertrauensindikator Industrie (sb.)

Juli EU: - 2,5 – Euroraum: - 3,8

Vertrauensindikator Dienstleistungssektor (sb.)

Juli EU: 8,9 – Euroraum: 3,6

Vertrauensindikator Verbraucher (sb.)

Juli EU: - 5,5 – Euroraum: - 8,4

Vertrauensindikator Einzelhandel (sb.)

Juli EU: 2,0 – Euroraum: - 2,5

Vertrauensindikator Baugewerbe (sb.)

Juli – EU: -23,0 - Euroraum: -28,2

Vertrauensindikator Finanzdienstleistungssektor (n. sb.)

Juli EU: 17,1 – Euroraum: 14.

Die nächste Unternehmer- und Verbraucherumfrage soll am 28. August 2014 veröffentlicht werden.

Die vollständigen Tabellen sind abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/db_indicators/surveys/index_de.htm

Geplante Veröffentlichungstermine

Schnellschätzung

Endergebnis EU, Euroraum und Mitgliedstaaten

August 2014

21. August 2014

28. August 2014

September 2014

22. September 2014

29. September 2014

Oktober 2014

23. Oktober 2014

30. Oktober 2014

Kontakt:

Simon O'Connor (+32 229-67359)

Vandna Kalia (+32 229-95824)

Audrey Augier (+32 229-71607)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E‑Mail

1 :

Die Unternehmervertrauensindizes für Frankreich wurden gegenüber der Pressemitteilung vom Juni leicht korrigiert, wodurch sich für den Euroraum-ESI eine Aufwärtskorrektur um einen Dezimalpunkt (auf 102,1) ergab.

2 :

Im Juli 2011 wurde eine neue Frage zur Kapazitätsauslastung in die Umfrage zum Dienstleistungssektor aufgenommen. Erstmals werden nun saisonbereinigte Ergebnisse veröffentlicht. Zwar soll anhand der Frage die Kapazitätsauslastung im Dienstleistungssektor ermittelt werden, doch unterscheidet sich angesichts der Vielfalt der Produktionsverfahren in Unternehmen die Messung der Kapazitätsauslastung von der im verarbeitenden Gewerbe. In der Umfrage heißt es: „Wenn sich Ihr Unternehmen einer gesteigerten Nachfrage gegenübersähe, könnten Sie Ihr Arbeitsvolumen mit Ihren derzeitigen Ressourcen erhöhen? Ja – Nein. Wenn ja, um wie viel (in %)?“, womit der Prozentsatz der Erhöhung gemäß nachstehender Formel gemeint ist. Die Kapazitätsauslastung (CU) in Prozent wird wie folgt ermittelt:

CU (in %) = 100/(1+(Prozentsatz der Erhöhung)/100)).

Bei dieser Formel wird davon ausgegangen, dass eine erhöhte Nachfrage zu einer Produktionssteigerung führt und dass die maximale Nachfragesteigerung, die Dienstleistungsunternehmen mit ihren derzeitigen Ressourcen bewältigen könnten, bekannt ist. Wie bei der Umfrage für das verarbeitende Gewerbe wird die Frage zur Kapazitätsauslastung in der Umfrage für den Dienstleistungssektor dreimonatlich gestellt (im Januar, April, Juli und Oktober jeden Jahres). Hintergrundinformationen und eine vorläufige Analyse der nicht saisonbereinigten Ergebnisse bis Oktober 2013 sind abrufbar unter http://ec.europa.eu/economy_finance/db_indicators/surveys/method_guides/index_en.htm.


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