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.Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. Juli 2014

Beschäftigungsinitiative für junge Menschen: 1,1 Mrd. EUR an EU-Mitteln zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Italien

Die Europäische Kommission hat heute das nationale operationelle Programm Italiens zur Durchführung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (YEI - Youth Employment Initiative) angenommen. Es ist das zweite operationelle Programm, das die Kommission als Teil der mit 6 Mrd. EUR ausgestatteten Beschäftigungsinitiative für junge Menschen annimmt, von der 20 Mitgliedstaaten (Förderkriterium: Regionen mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 25 %) profitieren können. Ein entsprechendes Programm Frankreichs hatte die Kommission im Vormonat genehmigt. (IP/14/622)

Im Rahmen dieses Programms wird Italien 1,5  Mrd. EUR aus unterschiedlichen Quellen mobilisieren, darunter 1,1 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt (Beschäftigungsinitiative für junge Menschen und Europäischer Sozialfonds), um jungen Menschen dabei zu helfen, eine Stelle zu finden. Italien ist der zweitgrößte Empfänger von Geldern der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (über 530 Mio. EUR), von denen, unter Koordinierung des Arbeitsministeriums, fast alle italienischen Regionen etwas erhalten.

Der Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, László Andor, erklärte: „Ich zolle Italien große Anerkennung dafür, dass es der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit Priorität einräumt. Das Programm Italiens zur Umsetzung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ist sehr ehrgeizig. Es soll über eine halbe Million junge Italienerinnen und Italiener erreichen, die gegenwärtig weder einen Arbeitsplatz haben, noch eine Ausbildung absolvieren. Das veranschaulicht, wie dringlich es ist, jedem jungen Menschen eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.“

Das operationelle Programm wird hauptsächlich der Umsetzung der Jugendgarantie dienen, der ehrgeizigen EU-weiten Reform, mit der gewährleistet werden soll, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos geworden sind oder eine formelle Ausbildung beendet haben, eine hochwertige Arbeitsstelle, Ausbildung oder Weiterbildung angeboten wird. Angesichts der Merkmale des italienischen Arbeitsmarktes hat das Land entschieden, diese Maßnahmen auf Personen bis 29 Jahre auszudehnen.

Allen Nutznießern des Programms wird individuelle Unterstützung angeboten. Dafür steht eine breite Palette maßgeschneiderter Maßnahmen zur Verfügung: Information und Beratung; Berufsbildungsmaßnahmen; Arbeitsvermittlung; Lehrstellenangebote, vor allem für die Jüngsten; Praktika, nicht nur für die Qualifiziertesten (Hochschulabsolventen); Förderung von Selbständigkeit und Unternehmensgründung; nationale und länderübergreifende Möglichkeiten für berufliche Mobilität und schließlich ein Zivildienst-System mit der Möglichkeit der Zertifizierung neuer Kompetenzen. Ein anderes wichtiges Element des YEI-Programms ist das persönliche Engagement: Die Teilnehmer müssen eine individuelle Vereinbarung („Patto di attivazione“) unterschreiben, wenn sie sich für eine Ausbildungsmaßnahme einschreiben.

Die italienischen Regionen spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg dieses Programms. Im Rahmen der Gesamtstrategie haben sie spezifische Maßnahmen konzipiert, die auf ihren Bedarf abgestimmt und dem lokalen sozio-ökonomischen Kontext angepasst sind. Unterstützung kommt von allen wichtigen Akteuren, insbesondere den öffentlichen Arbeitsverwaltungen, die gegenwärtig ihre Verfahren überarbeiten, um innovative Aktivierungsmaßnahmen anbieten zu können.

Hintergrund

Im Mai 2014 waren rund 5,2 Millionen junge Menschen (unter 25) in der EU arbeitslos, davon 700 000 in Italien. Über eine Million Italienerinnen und Italiener im Alter zwischen 15 und 24 Jahren haben derzeit weder eine Arbeit, noch absolvieren sie eine schulische oder berufliche Ausbildung (NEET – Not in Employment, Education or Training), und für die Gruppe der 15- bis 29-jährigen ist die Zahl fast doppelt so hoch.

Der Kommissionsvorschlag für eine Jugendgarantie wurde im Dezember 2012 vorgelegt (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938), am 22. April 2013 vom EU-Ministerrat formell angenommen (siehe MEMO/13/152) und vom Europäischen Rat im Juni 2013 gebilligt. Alle 28 Mitgliedstaaten haben ihre Pläne zur Umsetzung der Jugendgarantie vorgelegt (Näheres hier) und nehmen gegenwärtig konkrete Maßnahmen in Angriff. Die Umsetzung der nationalen Jugendgarantie-Programme wird von der Kommission im Rahmen des Europäischen Semesters beobachtet.

Der Europäische Sozialfonds, aus dem für den Zeitraum 2014-2020 jährlich über 10 Mrd. EUR bereitgestellt werden, ist eine zentrale Quelle der EU-Finanzierung zur Umsetzung der Jugendgarantie.

Zur Aufstockung der Sozialfondsmittel in Mitgliedstaaten mit Regionen, in denen die Jugendarbeitslosigkeit über 25 % liegt, haben der Rat und das Europäische Parlament eine spezielle Beschäftigungsinitiative für junge Menschen (YEI - Youth Employment Initiative) vereinbart. Für diese Initiative werden 3 Mrd. EUR aus einer spezifischen, neuen (für den Zeitraum 2014-2015 vorgezogenen) EU-Haushaltslinie für Jugendarbeitslosigkeit bereitgestellt und mit mindestens 3 Mrd. EUR aus den ESF-Zuweisungen der Mitgliedstaaten ergänzt. Die YEI ergänzt die ESF-Unterstützung für die Umsetzung der Jugendgarantie mit der Förderung von Maßnahmen, die jungen Menschen – bis 25 Jahre oder, sofern vom betreffenden Mitgliedstaat als relevant angesehen, bis 29 Jahre –, die keine Arbeit haben und sich auch nicht in einer schulischen oder beruflichen Ausbildung befinden (NEET), direkt zugutekommen. Gefördert werden können mit den Geldern aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen unter anderem die Vermittlung von Arbeitserfahrung, Praktika und Lehrstellen, Weiterbildungsmaßnahmen, Unterstützung junger Menschen bei der Unternehmensgründung, Programme der „zweiten Chance“ für frühe Schulabgänger und gezielte Lohn- und Einstellungszuschüsse. Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen wird als Teil des Europäischen Sozialfonds 2014-2020 programmiert.

Um die Finanzmittel für die Beschäftigungsinitiative so schnell wie möglich abzurufen, können die Mitgliedstaaten von verschiedenen Sonderregeln Gebrauch machen. In Ländern, in denen die Mittel aus der Beschäftigungsinitiative im Rahmen eines speziellen operationellen Programms eingesetzt werden – wie im Falle Italiens –, kann ein solches Programm noch vor der Partnerschaftsvereinbarung angenommen werden, die die Grundlage für die Nutzung aller Europäischen Struktur- und Investitionsfonds in dem Land im Zeitraum 2014-20 bildet. Darüber hinaus können die von den Mitgliedstaaten ab dem 1. September 2013 getätigten Ausgaben aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen erstattet werden, d. h. sogar vor Genehmigung der Programme. Außerdem erfordert die Aufstockung der EU-Finanzmittel für die YEI keine Kofinanzierung auf nationaler Ebene; lediglich der ESF-Beitrag zur Initiative muss kofinanziert werden.

Am 11. Juli kommen Experten der Kommission und der Mitgliedstaaten in Brüssel zu einem von der Kommission veranstalteten Fachseminar zusammen, um die Planung und die praktische Umsetzung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen voranzutreiben (siehe IP/14/784). Ziel des Seminars ist es, gemeinsam die aus der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen finanzierten Maßnahmen zu planen, damit die Auszahlung der Mittel an alle förderfähigen Mitgliedstaaten so bald wie möglich beginnen kann.

Jetzt, da die operationellen Programme für Frankreich und Italien genehmigt worden sind, sind über 25 % der YEI-Mittel gebunden. Andere Mitgliedstaaten, darunter Bulgarien, Kroatien, Irland, Polen und Schweden sind derzeit ebenfalls mit der Implementierung von Projekten befasst, die über die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen finanziert werden sollen.

Weitere Informationen:

Artikel auf der Website der GD Beschäftigung

EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit – siehe MEMO/14/466

László Andors Website

László Andor auf Twitter

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Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)


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