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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. Juli 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 960 000 EUR aus dem Globalisierungsfonds für entlassene Gastronomie-Arbeitskräfte in Spanien vor

Die Europäische Kommission hat eine Bereitstellung von Geldern aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) vorgeschlagen, um 280 entlassenen Gastronomie-Arbeitskräften in Aragón (Spanien) dabei zu helfen, eine neue Beschäftigung zu finden. Mit den von den spanischen Behörden beantragten Mitteln in Höhe von 960 000 EUR sollen ehemalige Angestellte kleiner und mittlerer Unternehmen unterstützt werden. Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat gebilligt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte: „Arbeitskräfte in der spanischen Gastronomie sind von der Wirtschaftskrise besonders betroffen. Der spanische Arbeitsmarkt ist ausgesprochen schwierig, aber die vorgeschlagene Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung würde den Arbeitnehmern, die ihre Beschäftigung verloren haben, bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten helfen.“

Spanien hat die Unterstützung aus dem EGF nach der Entlassung von 904 Arbeitnehmern in 661 kleinen und mittleren Gastronomiebetrieben in der Region Aragón beantragt. Die Entlassungen sind darauf zurückzuführen, dass die Menschen infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise seltener außer Haus (in Bars, Cafés, Restaurants, Imbissen und Schnellrestaurants) essen. Der Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und die Schließung vieler Unternehmen haben zu einer großen Anzahl von Entlassungen geführt.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen würden die 280 Arbeitnehmer, die die größten Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Stelle haben, unterstützen, indem sie intensive Hilfe bei der Arbeitssuche, Beratung und Orientierung, allgemeine Aus- und Weiterbildung und individuelle Berufsbildung sowie verschiedene finanzielle Hilfen und Anreize bieten.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit 1,6 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF 960 000 EUR bereitstellen würde.

Hintergrund

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat die spanische Wirtschaft hart getroffen, was zu Einkommenseinbußen und einem Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte geführt hat. Angesichts der engen Verknüpfung der Ausgaben der Privathaushalte insgesamt und dem Außer-Haus-Verzehr hat dies zu einer sinkenden Nachfrage nach Gastronomiedienstleistungen geführt. Die Ausgaben für derartige Dienstleistungen sind seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise immer weiter zurückgegangen (um 12,1 % zwischen 2009 und 2012).

Infolge der geringeren Ausgaben für den Außer-Haus-Verzehr fielen in Aragón der Index für Unternehmenstätigkeit in der Gastronomie zwischen 2010 und 2012 um 8,26 % und die Zahl der in dieser Branche tätigen Unternehmen zwischen 2009 und 2011 um 11 %.

Die Beschäftigung in Aragón leidet sehr unter der Krise. Die Arbeitslosenquote in der Region ist von 4,2 % im Dezember 2007 auf 18,4 % im Dezember 2013 gestiegen.

Da die Gastronomie seit jeher als ein Sicherheitsnetz in Zeiten knapper Beschäftigung gilt, wirken sich die Entlassungen, die Gegenstand des vorliegenden Antrags sind, besonders negativ auf die regionale Wirtschaft aus. Die Region war außerdem bereits von drei anderen Entlassungswellen betroffen, nämlich in der Automobilindustrie (IP/09/223), im Einzelhandel (IP/10/1452) und im Baugewerbe (IP/12/616), für die Anträge bei der Kommission eingereicht wurden und Unterstützung aus dem EGF gewährt wurde.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt sehr förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der den Betroffenen bei der Anpassung an die Folgen der Globalisierung helfen sollte. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 124 Anträge über insgesamt rund 500 Mio. EUR zur Unterstützung von über 108 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für immer mehr Branchen und von immer mehr Mitgliedstaaten gestellt. Allein im Jahr 2013 stellte der Fonds über 53,3 Mio. EUR bereit.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um den EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden, galt das „Krisenkriterium“.

Angesichts der Erfahrungen mit dem EGF und seines Mehrwerts für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Regionen wird der Fonds mit weiteren Verbesserungen hinsichtlich seiner Arbeitsweise auch im Zeitraum 2014-2020 als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; für eine Förderung durch den EGF kommen außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und – im Rahmen einer Ausnahmeregelung, die bis Ende 2017 gilt – junge Menschen in Frage, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Video-News:

„Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised“ (nur in englischer Sprache verfügbar)

„Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund“ (nur in englischer Sprache verfügbar)

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László Andors Website

László Andor auf Twitter

Kontakt für die Medien:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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