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Beschäftigung: EU-Kommission will 1,6 Millionen EUR aus dem Globalisierungsfonds für entlassene niederländische Bauarbeiter bereitstellen

European Commission - IP/14/823   03/07/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 10. Juli 2014

Beschäftigung: EU-Kommission will 1,6 Millionen EUR aus dem Globalisierungsfonds für entlassene niederländische Bauarbeiter bereitstellen

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, den Niederlanden 1,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zur Verfügung zu stellen, um 475 entlassene Arbeitskräfte aus der Baubranche in den Provinzen Gelderland und Overijssel dabei zu helfen, wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat zur Billigung vorgelegt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte dazu: „Das Baugewerbe in Gelderland und Overijssel wurde besonders hart von den Auswirkungen der Krise in Mitleidenschaft gezogen, und für die entlassenen Arbeitskräfte ist es schwierig, neue Arbeitsplätze zu finden. Durch die von uns vorgeschlagene Bereitstellung von 1,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung sollen Maßnahmen unterstützt werden, die die Chancen der entlassenen Arbeitskräfte auf eine neue Beschäftigung verbessern.“

Die Niederlande beantragten Unterstützung aus dem EGF nach der Entlassung von 562 Arbeitskräften durch 89 kleine und mittlere Unternehmen des Baugewerbes in den Provinzen Gelderland und Overijssel, wo viele Arbeitsplätze von der Baubranche abhängen.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen sollen die 475 Arbeitskräfte, die es bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz besonders schwer haben, gezielt fördern. Angeboten werden u. a. Unterstützung bei der Arbeitssuche, Hilfe beim Outplacement, Berufsbildungsmaßnahmen und ein Mobilitätspool. Bei dem Mobilitätspool handelt es sich um eine flexible Reserve aus befristeten Stellen, die sich an Arbeitsuchende und Arbeitgeber richtet. Auf diese Weise können umgeschulte Arbeitskräfte die notwendige Arbeitserfahrung erwerben und sich nach der befristeten Verwendung auf einen neuen Arbeitsplatz bewerben.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket belaufen sich auf etwa 2,7 Mio. EUR, von denen 1,6 Mio. EUR aus dem EGF bereitgestellt werden sollen.

Hintergrund

Der Produktions- und Beschäftigungsrückgang im Baugewerbe und insbesondere im Hochbau ist im Wesentlichen auf drei Gründe zurückzuführen, die alle im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise stehen:

die strengeren Regeln der Banken für die Bereitstellung von Hypotheken und Darlehen,

die Sparmaßnahmen der Regierung, mit denen die Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit abgebaut werden sollen, und die zu einem Rückgang der öffentlichen Ausgaben führen,

der Einbruch der Immobilienpreise, der den Verkauf und Kauf von Häusern erschwert.

Im niederländischen Baugewerbe ist seit 2008, dem letzten Jahr, in dem der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr stieg, ein ständiger Rückgang zu verzeichnen (nur 2011 gab es eine geringfügige Erholung).

In Gelderland waren etwa 60 000 Personen, in Overijssel etwa 39 500 Personen im Baugewerbe beschäftigt, das entspricht 6,3 % bzw. 7,3 % der gesamten Erwerbsbevölkerung in diesen beiden Regionen. Das Baugewerbe spielt eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der beiden Provinzen. Insofern ist zu erwarten, dass die Entlassungen in der Branche erhebliche negative Auswirkungen auf die lokale und regionale Wirtschaft bzw. auf das Beschäftigungsniveau haben werden.

Die Zahl der Arbeitslosen im Baugewerbe in Gelderland und Overijssel machte im Jahr 2012 landesweit 39 % der Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Branche aus. Die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter hat sich im Zeitraum Januar 2011 – Dezember 2013 verdoppelt.

Gelderland und Overijssel erhielten bereits Unterstützung durch den EGF in anderen Fällen von Massenentlassungen, nämlich im Druckgewerbe (IP/10/1279 und IP/11/795) und im Baugewerbe (IP/12/785).

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU ist insgesamt förderlich für Wachstum und Beschäftigung, doch kann er bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der den Betroffenen bei der Anpassung an die Folgen der Globalisierung helfen sollte. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 124 Anträge auf insgesamt ca. 500 Mio. EUR zur Unterstützung von über 108 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden von immer mehr Mitgliedstaaten für eine zunehmende Anzahl von Branchen gestellt. Allein im Jahr 2013 stellte der EGF über 53,5 Mio. EUR zur Verfügung.

Im Juni 2009 wurden die EGF-Bestimmungen geändert, um die Rolle des EGF als Instrument für frühzeitiges Eingreifen im Rahmen der EU-Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise zu stärken. Die geänderte EGF-Verordnung trat am 2. Juli 2009 in Kraft, und für alle Anträge, die vom 1. Mai 2009 bis zum 30. Dezember 2011 gestellt wurden, galt das „Krisenkriterium“.

Ausgehend von diesen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete wird der Fonds im Zeitraum 2014-2020 mit verbesserter Arbeitsweise als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; in Frage kommen für eine Förderung durch den EGF außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und – im Rahmen einer bis Ende 2017 geltenden Ausnahmeregelung – junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Video-News:

Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised

Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Website von László Andor

László Andor auf Twitter

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Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per http://europa.eu/europedirect/write_to_us/


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