Navigation path

Left navigation

Additional tools

Quartalsbericht über Beschäftigungssituation und soziale Lage: Aufschwung kommt bei vielen Menschen nicht an

European Commission - IP/14/744   30/06/2014

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO HR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 30. Juni 2014

Quartalsbericht über Beschäftigungssituation und soziale Lage: Aufschwung kommt bei vielen Menschen nicht an

Der Arbeitsmarkt in der EU erholt sich schrittweise, und zum ersten Mal seit 2011 steigen BIP, Beschäftigungszahlen und Haushaltseinkommen. Jedoch nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit weiter zu und die Lage der Haushalte mit niedrigem Einkommen hat sich nicht verbessert. Dies sind einige der wesentlichen Ergebnisse des jüngsten Quartalsberichts der Europäischen Kommission über die Beschäftigungssituation und die soziale Lage. In dem Bericht werden auch anhaltende Herausforderungen hinsichtlich Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von Frauen sowie aktuelle Entwicklungen in Sachen Arbeitnehmermobilität beleuchtet; unter anderem bestätigen sich die höheren Beschäftigungsquoten mobiler Arbeitskräfte und ihre zunehmend höheren Qualifikationen.

Der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, László Andor, erklärte: „Viele Menschen haben noch immer gravierende Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, insbesondere diejenigen, die seit längerer Zeit arbeitslos sind. Wie in den länderspezifischen Empfehlungen für 2014 betont wurde, müssen die Mitgliedstaaten mehr unternehmen, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern und die soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, insbesondere durch aktive arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und bedeutendere soziale Investitionen. Oberste Priorität hat die Umsetzung der Jugendgarantie, damit jeder junge Mensch eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt erhält, und es muss auch mehr getan werden, um Langzeitarbeitslosen zu helfen.“

Zu den jüngsten positiven Anzeichen, die im Quartalsbericht hervorgehoben werden, gehören die Schaffung von Arbeitsplätzen im privaten Sektor (vor allem im Dienstleistungsbereich) und der stetige, wenn auch moderate, Rückgang der Arbeitslosigkeit. Jedoch liegen die aktuellen Beschäftigungszahlen (rund 224 Mio. Beschäftigte) immer noch unter dem Vorkrisenniveau (etwa 230 Mio. Beschäftigte Mitte 2008), und auch die Arbeitslosenzahlen bewegen sich weiterhin in der Nähe historischer Höchststände (10,4 % im April 2014, nach einem Höchststand von 10,9 % in der ersten Jahreshälfte 2013).

Die Arbeitslosenzahlen der Mitgliedstaaten unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander, und auch die Arbeitsplatzqualität gibt nach wie vor Anlass zu Bedenken, da der Anstieg der Beschäftigung vor allem auf Zeit- und Teilzeitarbeit zurückzuführen ist. Besonders besorgniserregend ist, dass die Langzeitarbeitslosigkeit in den Ländern mit den höchsten Arbeitslosenquoten weiterhin zunimmt.

Für junge Menschen unter 25 Jahren bleibt die Lage am Arbeitsmarkt sehr schwierig: Im April 2014 betrug die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe 22,5 %. Vom Beschäftigungswachstum konnten bisher in erster Linie ältere Arbeitnehmer (55-64 Jahre) profitieren. Junge Menschen sind auch am stärksten von Unterbeschäftigung betroffen und fühlen sich bei der Arbeitssuche entmutigt.

Um den Übergang von der Schule in das Berufsleben zu unterstützen, hat die Kommission länderspezifische Empfehlungen zur Verbesserung der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, zur allgemeinen und beruflichen Bildung, zur Förderung der Lehrlingsausbildung und zur raschen Umsetzung der Jugendgarantie an die Mitgliedstaaten gerichtet.

Frauen arbeiten immer noch weniger

Selbst wenn geschlechtsspezifische Ungleichgewichte in der EU in den letzten Jahren abgenommen haben, zeigen die jüngsten verfügbaren Daten, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen weniger stark sinkt als bei Männern. Frauen sind darüber hinaus in allen Altersgruppen tendenziell viel häufiger unterbeschäftigt (unfreiwillig teilzeitbeschäftigt); zudem bestehen zwischen den einzelnen Ländern große Unterschiede hinsichtlich der Arbeitsmarktbeteiligung und geleisteten Arbeitsstunden von Frauen.

Die Kommission hat an einige Mitgliedstaaten länderspezifische Empfehlungen gerichtet, die darauf abzielen, Frauen zur Aufnahme einer Beschäftigung zu bewegen, insbesondere über die Bereitstellung hochwertiger und erschwinglicher Kinderbetreuung und den Abbau steuerpolitischer Fehlanreize. Tatsächlich ist die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung des Beschäftigungsziels der Strategie Europa 2020 (75 % der Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren).

Mobile Bürgerinnen und Bürger: häufiger in einem Beschäftigungsverhältnis und gut ausgebildet

Jüngste Trends in Bezug auf die Arbeitnehmermobilität in der EU bestätigen, dass die Beschäftigungsquoten mobiler EU-Bürgerinnen und ‑bürger höher liegen als die der Ortsansässigen und diese Personen keineswegs häufiger Leistungen der sozialen Sicherheit in Anspruch nehmen als es Ortsansässige tun. Die Analyse zeigt auch, dass die Mobilität in der EU im Zeitraum 2010-2011 zunächst zurückging, ehe sie sich in den Jahren 2012 und 2013 wieder erholte; jedoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Insbesondere in den am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffenen Ländern nahm die Zahl der in andere Mitgliedstaaten und Drittländer abwandernden Arbeitskräfte beträchtlich zu.

Im Vergleich zu den Jahren vor der Krise (2004-2008) stieg die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus südlichen Ländern, die innerhalb der EU zu- und abwandern (+ 38 %), während die Zuwanderungsströme aus Polen (- 41 %) und Rumänien (- 33 %), den beiden wichtigsten Herkunftsländern, abnahmen. Mobile Arbeitskräfte aus den südlichen Ländern machen inzwischen 18 % der Zu- und Abwanderungsströme insgesamt in der EU aus (zuvor lag der Wert bei 11 %); im Zeitraum 2009-2013 kommt jedoch die Mehrheit der EU-internen Zu- und Abwanderer noch aus mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten (58 %), auch wenn gegenüber den Jahren 2004-2008 (65 %) ein Rückgang zu verzeichnen ist.

Mobile Arbeitnehmer aus der EU steuern mehr als in der Vergangenheit Deutschland, Österreich, Belgien und die nordischen Länder an (und weniger Spanien und Irland), während insgesamt Deutschland und das Vereinigte Königreich die beiden wichtigsten Bestimmungsländer sind.

Was die Altersstruktur anbelangt, so sind EU-interne Zu- und Abwanderer zum Großteil junge Menschen, jedoch ist der Anteil der Personen im Alter von 15-29 Jahren zurückgegangen (von 48 % auf 41 %). Außerdem verfügen mobile Arbeitnehmer nun deutlich häufiger über eine höhere Bildung (41 % mit Hochschulabschluss im Zeitraum 2009-2013) als zuvor (27 % im Zeitraum 2004-2008).

Das Recht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union wurde vor mehr als 50 Jahren im Vertrag verankert und ist eine der Säulen des Binnenmarkts. Um die Ausübung dieses Rechts zu erleichtern, hatte die Kommission einen Vorschlag für eine neue Richtlinie vorgelegt, der im April 2014 vom Ministerrat verabschiedet wurde (IP/14/421); er zielt auf die Beseitigung von Hindernissen ab, denen sich mobile Arbeitskräfte gegenübersehen, wie z. B. die mangelnde Sensibilisierung der öffentlichen und privaten Arbeitgeber für die EU-Vorschriften und die Schwierigkeiten, im Aufnahmemitgliedstaat Informationen, Unterstützung und Zugang zu Rechtsbehelfen zu erhalten. Außerdem hat die Kommission vorgeschlagen, EURES – das europaweite Netz für Arbeitssuchende – weiter zu verbessern, um denjenigen, die in anderen Mitgliedstaaten arbeiten bzw. rekrutieren möchten, mehr Stellenangebote bzw. Lebensläufe anzubieten (IP/14/26).

Weitere Informationen

Artikel auf der Website der GD Beschäftigung

Beschäftigung und Sozialanalyse

László Andors Website

László Andor auf Twitter

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Inklusion

Kontakt für die Medien:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website