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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 26. Juni 2014

Erholung der Fischbestände im Nordostatlantik, erhebliche Überfischung im Mittelmeer: Kommission legt Pläne für die Fangmöglichkeiten 2015 vor

Die Fischbestände im Norden und Westen Europas erholen sich, doch das Mittelmeer ist nach wie vor stark überfischt. Das ist die Kernbotschaft, die Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei, im diesjährigen Bericht über den Zustand der Fischbestände und im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur Festsetzung der Fangquoten für das nächste Jahr übermittelt. Interessenträger können nun im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation ihre Stellungnahmen dazu abgeben, bevor die Kommission im Herbst ihre Vorschläge für die Fangmöglichkeiten für 2015 vorlegt.

Erstmals konnte die Kommission dabei wissenschaftliche Gutachten über den Zustand der Bestände im Mittelmeer und im Schwarzen Meer einfließen lassen.

  • Die Daten über die Fischbestände im Mittelmeerraum zeichnen ein düsteres Bild: 96 % oder mehr der auf dem Meeresboden des Mittelmeers lebenden Fischarten sind überfischt, und bei den in mittleren Wasserschichten anzutreffenden Beständen wie Sardellen und Sardinen liegt dieser Wert bei 71 % oder mehr. Im Schwarzen Meer sind alle am Meeresboden lebenden Fischbestände und 33 % der pelagischen Bestände überfischt.

  • Doch anderswo gibt es gute Nachrichten. So ging beispielsweise im Nordostatlantik, einschließlich Nord- und Ostsee, die Überfischung von 86 % (30 von 35 bewerteten Beständen überfischt) im Jahr 2009 auf 41 % (19 von 46 Beständen überfischt) im Jahr 2014 zurück.

„Die schlechte Lage im Mittelmeer bereitet mir große Sorgen“, so Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei. „Nun da Wissenschaftler in den zurückliegenden fünf Jahren sehr viel mehr Fischbestände bewertet haben, können die Tatsachen nicht mehr geleugnet werden: das Mittelmeer ist stark überfischt. Wir haben einen langen Weg und harte Arbeit vor uns: Wir müssen mehr Erkenntnisse gewinnen und regionale Fangpläne verabschieden, um die Befischung auf ein nachhaltiges Niveau zurückzuführen. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird künftigen Generationen das große Potenzial dieser Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen. Die neue Gemeinsame Fischereipolitik bietet eine Chance, die wir ergreifen müssen, und ich werde mit allen für die Fischerei zuständigen Ministern der Mitgliedstaaten im Mittelmeerraum darüber sprechen.“

Zur Lage im Nordostatlantik erklärte Kommissarin Damanaki: „Die erfolgreiche Erholung der Fischbestände im Nordostatlantik ist für mich ein Beweis dafür, dass es durch geeignete Vorschriften möglich ist, Überfischung zu beenden. Wenn solide wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, wenn die Fangmöglichkeiten auf dem richtigen Niveau festgesetzt werden und wenn – was am allerwichtigsten ist – die Fischer am Schutz der Bestände mitwirken, dann bin ich sicher, dass es auch künftig Verbesserungen geben wird. Auf diesen Grundsätzen beruht die reformierte Gemeinsame Fischereipolitik.“

Hintergrund

In ihrem jährlichen Konsultationspapier legt die Europäische Kommission ihre Ansichten und Absichten hinsichtlich der Festsetzung von Fangmöglichkeiten für 2015 vor, d. h. die Höhe der zulässigen Gesamtfangmengen (TAC), die Quoten und den Fischereiaufwand. Danach ruft sie die Mitgliedstaaten, die Fischereiwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen in regionalen Beiräten sowie interessierte Bürger und Organisationen im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation dazu auf, ihre Stellungnahmen dazu abzugeben.

Auf dieser Grundlage wird die Kommission im Herbst konkrete Vorschläge für die Fangmöglichkeiten für 2015 vorlegen.

In diesem Jahr wird das erste Konsultationspapier zu den Fangmöglichkeiten seit dem Inkrafttreten der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik am 1. Januar 2014 erstellt. Die Kommission beabsichtigt vor allem, im Einklang mit dem Ziel der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik die Überfischung schrittweise abzubauen, die Praxis des Rückwurfs ungewollter Fänge zu beenden und regionalen Akteuren wieder mehr Entscheidungsbefugnis zu geben.

Die Kommission stützt sich dabei vor allem auf wissenschaftliche Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) sowie anderer unabhängiger Stellen.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zu den Fangmöglichkeiten für 2015 in der EU: MEMO/14/442

Die Mitteilung ist unter folgender Adresse abrufbar: Link

Kontakt für die Medien:

Helene Banner (+32 229 52407)

Lone Mikkelsen (+32 229 60567)

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct - telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail


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