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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 23. Juni 2014

Leitinitative Graphen: Kommission kündigt Aufnahme zahlreicher neuer Partner an

Anlässlich der Graphene Week 2014 gibt die Europäische Kommission heute bekannt, dass der Umfang der Leitinitiative Graphen, einer der bislang größten europäischen Forschungsinitiativen, verdoppelt wird. Nach den Ergebnissen einer mit 9 Mio. EUR ausgestatteten Ausschreibung werden nun 66 neue Partner eingeladen, sich dem Konsortium anzuschließen. Dabei handelt es sich überwiegend um Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber der Anteil der beteiligten Unternehmen, vor allem KMU, steigt. Dies zeigt, dass sich die Wirtschaftsakteure zunehmend für Graphen interessieren. Die Partnerschaft, an der nun mehr als 140 Organisationen aus 23 Ländern beteiligt sind, ist entschlossen, das „Wundermaterial“ Graphen und ähnliche mehrdimensionale Materialien aus den wissenschaftlichen Labors zu holen und für den täglichen Gebrauch einzusetzen.

Neelie Kroes, für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission (@NeelieKroesEU), begrüßte den Ausbau der Partnerschaft: „Europa ist beim revolutionären Material Graphen führend. Dieses „Wundermaterial“ birgt ein enormes Potenzial, unser Leben zu verbessern: Es wird für die Entwicklung neuer medizinischer Technologien, wie Retina-Implantaten und eines nachhaltigeren Verkehrs unter Einsatz leichter und besonders leistungsstarker Batterien eingesetzt. Je mehr wir das Potenzial von Graphen erschließen können, desto besser!“

KMU und italienische Partner auf dem Vormarsch

Die 66 neuen Partner stammen aus 19 Ländern, von denen sechs bisher nicht am Konsortium beteiligt waren: Belarus, Bulgarien, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn und Israel.

Italien ist mit 16 neuen Partnern mittlerweile neben Deutschland mit der höchsten Anzahl von Partnern in der Graphen-Leitinitiative vertreten (jeweils 23), gefolgt von Spanien (18), dem Vereinigten Königreich (17) und Frankreich (13).

Die 66 neuen Partner werden die wissenschaftliche und technologische Bandbreite der Leitinitiative um neue Facetten bereichern. Mehr als ein Drittel der neuen Partner sind Unternehmen, vor allem KMU, was von dem wachsenden Interesse der Wirtschaftsakteure an Graphen zeugt. Im ursprünglichen Konsortium lag dieser Anteil bei 20 %.

Großes Interesse an einer Beteiligung an der Initiative

Auf die mit 9 Mio. EUR ausgestattete Ausschreibung für die Anlaufphase (2014–2015), in der insgesamt 54 Mio. EUR zur Verfügung stehen, gingen insgesamt 218 Vorschläge ein, an denen 738 Organisationen aus 37 Ländern beteiligt waren. Die Vorschläge wurden auf der Grundlage ihres wissenschaftlichen und technologischen Know-hows, des Anwendungsaspekts und ihrer Auswirkungen bewertet (weitere Informationen zu der Ausschreibung) und von einem internationalen Auswahlkomitee führender Experten, größtenteils renommierte Professoren aus allen Teilen der Welt, in eine Rangliste eingestuft. Anschließend wurden 21 Projekte zur Finanzierung ausgewählt.

Prof. Jari Kinaret, Professorin für Physik an der Chalmers University of Technology in Schweden und Leiterin der Graphen-Leitinitiative, erklärte: „Die Ausschreibung ist auf massives Interesse gestoßen – ein Zeichen für die Anerkennung und das Vertrauen, das die Leitinitiative in ganz Europa genießt. Der Wettbewerb war sehr hart. Ich bin dankbar für das Engagement der Bewerber und der fast 60 unabhängigen Prüfexperten, die uns geholfen haben, diese Auswahl erfolgreich zu bewältigen. Ich bin beeindruckt von der hohen Qualität der Vorschläge und freue mich schon darauf, mit all den neuen Partnern bei der Verwirklichung der Ziele der Graphen-Leitinitiative zusammenzuarbeiten.“

Europa treibende Kraft

Graphen wurde erstmals in Europa hergestellt und geprüft; dies führte zur Vergabe des Nobelpreises 2010 für Physik an Andre Geim und Konstantin Nowoselow von der Universität Manchester.

Dank der mit 1 Mrd. EUR ausgestatteten Graphen-Leitinitiative, wird Europa in der Lage sein, den Übergang von der Spitzenforschung zu vermarktbaren Erzeugnissen zu vollziehen. Mit dieser bedeutenden Initiative ist Europa nun die treibende Kraft im globalen Wettlauf um die Entwicklung von Graphen-Technologien.

Prof. Dr. Andrea Ferrari, Leiter des Cambridge Graphene Centre und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Graphen-Leitinitiative kommentierte die heutige Ankündigung zu den neuen Partnern: „Dies verleiht unseren beispiellosen Anstrengungen für den Einsatz von Graphen und ähnlicher Materialien nicht nur im Forschungslabor sondern in der Produktion neues Gewicht. So kann die weltweit führende Stellung Europas in der Graphenforschung sich nun auch in konkreten Technologien niederschlagen und zur Schaffung einer neuen graphenbasierten Industrie führen – mit den entsprechenden Vorteilen für Europa in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Wettbewerbsfähigkeit“.

Hintergrund

Für die Graphen-Leitinitiative @grapheneCA werden in den nächsten 10 Jahren europäische Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro eingesetzt. Sie ist Teil der von der Europäischen Kommission im Januar 2013 angekündigten Leitinitiativen zu neuen und künftigen Technologien (FET) @FETFlagships (Pressemitteilung). Ziel des Programms für die FET-Leitinitiativen ist die Förderung visionärer Forschungsansätze, die das Potenzial bergen, wichtige Neuerungen und erhebliche Vorteile für die europäische Gesellschaft und Wirtschaft hervorzubringen. FET–Leitinitiativen sind sehr ehrgeizige Initiativen, die eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Förderstellen, der Industrie und Partnern außerhalb der Europäischen Union beinhalten.

Forschung im Bereich der Technologien der nächsten Generation ist für die Wettbewerbsfähigkeit Europas von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund werden im Rahmen des neuen Forschungsförderungsprogramms Horizont 2020 #H2020 (2014-2020) insgesamt 2,7 Mrd. EUR in neue und künftige Technologien (FET) investiert. Damit werden die Haushaltsmittel im Vergleich zum vorhergehenden Programm, dem 7. RP, fast verdreifacht. FET-Maßnahmen gehören zu dem Teil „Wissenschaftsexzellenz“ des Rahmenprogramms Horizont 2020.

Infografik: Optimale Nutzung des Wundermaterials Graphen

Die Pressemappe, einschließlich der Kontaktangaben zu den neuen Partnern, der vollständigen Listen und Hintergrunddokumente mit Zusatzinformationen Sie hier.

Anhang: Neue Partner, die zur Teilnahme an der Leitinitiative Graphen eingeladen wurden

Österreich: Guger Technologies OG

Belarus: Institute for Nuclear Problems

Belgium: Université de Namur, Université libre de Bruxelles, Interuniversitair Micro-Electronica Centrum

Bulgaria: Bulgarian Academy of Sciences, Nano Tech Lab Ltd

Czech Republic: J. Heyrovsky Institute of Physical Chemistry

Estonia: Tartu Ülikool

Finland: University of Eastern Finland

France: Université Montpellier 2 Sciences et techniques, Laboratoire national de métrologie et d'essais, Horiba scientific, Pixium Vision, University Pierre and Marie Curie, Polymem S.A, Atherm

Deutschland: Karlsruher Institut für Technologie, Technische Universität München, Universität Bielefeld, Universität Ulm, BASF, CNM Technologies GmbH, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Epcos AG, TU Dortmund, Universität Augsburg

Greece: University of Crete

Hungary: Research Centre for Natural Sciences, Hungarian Academy of Sciences

Israel: Technion Israel Institute of Technology

Italy: University of Padova, Breton S.p.A., Università degli Studi di Roma Tor Vergata, Italcementi S.p.A., Alma Mater Studiorum-Università di Bologna, Selex ES, University of Pisa, Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, University of Salerno, Consorzio Nazionale Interuniversitario per le Telecomunicazioni, Libre S.r.l., Grinp S.r.l., Dyesol Italia S.r.l., Centre Ricerche Fiat S.C.p.A, Nanesa S.r.l, Delta-Tech S.p.A

Poland: University of Warsaw

Spain: Universidad de Zaragoza, Biomedical Research Networking Center in Bioengineering, Biomaterials and Nanomedicine, Consorci Institut d'Investigacions Biomèdiques August Pi i Sunyer, Tecnalia Research and Innovation, nVision Systems & Technologies S.L., Instituto de Tecnologias Quimicas Emergentes de la Rioja

Sweden: Ericsson AB

Switzerland: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne

The Netherlands: Eindhoven University of Technology, DSM Ahead BV

UK: University College London, Imperial College London, Amalyst Ltd, G24 Power Ltd, The University of Nottingham, University of Sheffield, University of London, BAE Systems (Operations) Limited, University of Sunderland

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu, Tel: +32 229-57361, Twitter: @RyanHeathEU


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