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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 19. Juni 2014

Kommission fordert Mitgliedstaaten zur Verbesserung von Qualität und Zugänglichkeit frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung auf

In nur acht europäischen Ländern – Dänemark, Deutschland, Estland, Malta, Slowenien, Finnland, Schweden und Norwegen – gibt es einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung (FBBE), in der Regel nach Ablauf des bezahlten Mutterschafts- oder Elternurlaubs. In allen anderen Ländern klafft eine Lücke von über zwei Jahren zwischen dem Ende des Mutterschafts-/Elternurlaubs und dem Rechtsanspruch auf FBBE (siehe Abbildung 1). Dies geht aus einem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht hervor.

Der Bericht zeigt, dass das Angebot an hochwertiger FBBE in vielen Ländern beeinträchtigt wird durch fehlende Finanzmittel, Personalmangel, Arbeitnehmer mit geringen Qualifikationen und fehlende pädagogische Leitlinien für Lehrkräfte und sonstiges Personal. Dies ist ein ernst zu nehmendes Problem, da in Europa jedes vierte Kind unter sechs Jahren der Gefahr von Armut und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt ist und unter Umständen besondere pädagogische Unterstützung benötigt.

„Die Unterstützung junger Kinder, insbesondere derjenigen, die in Armut leben und Hilfe am nötigsten brauchen, sollte obligatorisch sein“, sagte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. „Der Zugang zu frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung hat sich verbessert; dennoch müssen viele EU-Mitgliedstaaten diesbezüglich noch große Anstrengungen unternehmen. Hochwertige FBBE ist ein wesentlicher Baustein für wirtschaftlichen und sozialen Erfolg und Mobilität im späteren Leben.“

Nachstehend einige weitere Ergebnisse des Berichts, der den Titel „Schlüsseldaten im Bereich frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung in Europa 2014“ (Key Data on Early Childhood Education and Care in Europe 2014) trägt:

  • Erschwinglichkeit ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, den Zugang aller Kinder zu FBBE sicherzustellen. Die Gebühren variieren stark in Europa; oft gibt es reduzierte Tarife für Familien mit geringem Einkommen oder in finanzieller Notlage. FBBE-Gebühren für Kinder unter drei Jahren sind am höchsten in Irland, Luxemburg, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz (Länder, in denen diese Leistungen überwiegend von privaten Dienstleistern angeboten werden). Am niedrigsten sind die Gebühren in osteuropäischen und nordischen Ländern. Da in den meisten osteuropäischen Ländern kein Rechtsanspruch auf FBBE besteht, übersteigt die Nachfrage oftmals das Angebot. In den nordischen Ländern ist FBBE hingegen viel leichter zugänglich.

  • Gute Unterrichts- und Lernmethoden bestimmen zu einem großen Teil die Qualität von FBBE. Pädagogische Leitlinien sind von entscheidender Bedeutung, um Standards festzulegen. Jedoch gibt es entsprechende Leitlinien in etwa der Hälfte der untersuchten Länder erst für Kinder ab 3 Jahren (BEnl, BEde, BG, CZ, CY, FR, IT, LU, AT, PL, PT, SK, UK (Wales und Nordirland), LI und CH. Für Kinder unter 3 Jahren scheint der Schwerpunkt eher auf dem Betreuungsaspekt und nicht auf der pädagogischen Förderung zu liegen.

  • In vielen Ländern sind die Qualifikationsanforderungen für Personen, die mit Kleinkindern arbeiten, niedriger als für Personen, die mit älteren Kindern arbeiten; Letztere benötigen in der Regel zumindest einen Bachelor-Abschluss. In zehn Ländern (BE, CZ, IT, CY, LU, PL, RO, UK, LI und CH) reicht für die Arbeit mit jüngeren Kindern ein Abschluss der Sekundarstufe II. In zwei Ländern ist für die Arbeit mit jüngeren Kindern gar keine Mindestqualifikation vorgesehen (Irland und Slowakei).

Die Erhebung dieser Informationen orientiert sich an den politischen Entwicklungen in Europa im FBBE-Bereich. Die Europäische Kommission arbeitet mit den Mitgliedstaaten an der Entwicklung einer Strategie für das Angebot an hochwertiger FBBE, wobei es Empfehlungen für die folgenden fünf Hauptbereiche gibt: Zugang, Governance und Finanzierung, Evaluierung und Monitoring, Arbeitskräfte und Lehrplan.

Die Kommission wird heute auf einer Konferenz in Athen zusammen mit dem Eurydice-Bericht ein Rahmendokument vorlegen. Auf der Konferenz werden Entscheidungsträger, wichtige Interessengruppen wie Eurochild und die Europäische Elternvereinigung (EPA) sowie internationale Organisationen europäische FBBE-Strategien erörtern.

Hintergrund

Im Eurydice-Bericht „Key Data on Early Childhood Education and Care 2014“ werden statistische Daten von Eurostat mit Informationen auf Systemebene kombiniert, um die Struktur, Organisation und Finanzierung von FBBE in Europa zu beschreiben. Der Bericht thematisiert Zugang zu FBBE, Governance, Qualitätssicherung, Erschwinglichkeit, Professionalität des Personals, Führung, Beteiligung der Eltern sowie Maßnahmen zur Unterstützung benachteiligter Kinder.

Im Bericht werden 32 europäische Länder behandelt – alle EU-Mitgliedstaaten außer den Niederlanden, plus Island, die Türkei, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Nationale Informationsblätter am Ende des Berichts geben einen prägnanten Überblick über die wesentlichen Merkmale eines jeden nationalen FBBE-Systems.

Eurydice

Sämtliche Eurydice-Veröffentlichungen stehen gratis auf der Eurydice-Website zur Verfügung und können auch in gedruckter Form angefordert werden. Das Eurydice-Netz zielt auf die Förderung von Verständnis, Zusammenarbeit, Vertrauen und Mobilität ab. Es besteht aus nationalen Einheiten, die in europäischen Ländern angesiedelt sind, und wird von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur koordiniert. Weitere Informationen über Eurydice können hier abgerufen werden: http://eacea.ec.europa.eu/education/eurydice/index_de.php.

Weitere Informationen

Europäische Kommission: Allgemeine und berufliche Bildung

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Anhang:

Abbildung 1: Rechtsanspruch auf FBBE und/oder verpflichtende FBBE, einschließlich Anfangsalter und Wochenstunden, 2012/13

Source: Eurydice.

Explanatory note

Legal entitlement to ECEC refers to a statutory duty to secure publicly subsidised ECEC for all children living in a catchment area whose parents, regardless of their employment, socio-economic or family status, require a place for their child. Legal entitlement or compulsory ECEC that applies only to certain categories of learners (e.g. disadvantaged learners) is not considered.

Country specific notes

Bulgaria: Compulsory ECEC: 5-year-olds – 20 hours; 6-year-olds – 24 hours.

Germany: From August 2013, the legal entitlement to subsidised ECEC applies when a child is 12-months-old.

Croatia: From September 2014, one year of pre-school ECEC programme will be compulsory.

Malta: In April 2014, the entitlement to free ECEC was extended to all children of working/studying parents.

Hungary: compulsory ECEC 20 weekly hours.

Austria: Weekly hours of compulsory ECEC vary between Länder.

Poland: From September 2015, all 4 year olds will have a legal entitlement to ECEC.

Romania: From September 2014, all 5 year olds will have a legal entitlement to ECEC.

Finland: In November 2013, the government decided to introduce compulsory pre-primary education.

Sweden: 525 yearly hours were divided by a common length of school year (178 days) and then multiplied by 5 to reach a weekly figure.

United Kingdom: In England, Wales and Northern Ireland, in the most economically deprived areas, legal entitlement is extended to 2 year olds. In Scotland, the entitlement is extended for 2 year olds who are looked after or under a kinship care order. In England and Wales, children reach compulsory school age at the start of the school term following their fifth birthday. For autumn and spring born children, therefore, part of the reception year (classified as ISCED 0) is compulsory. In Scotland, 475 yearly hours were divided by 38 weeks, which is a common length of school year.

Switzerland: In 19 cantons (out of 26) pre-primary education is compulsory. Depending on the canton, compulsory pre-primary provision lasts one or two years. In those cantons where pre-primary education is not compulsory, children from the age of 4 or 5 are legally entitled to a publicly subsidised place.

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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