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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 17. Juni 2014

EU erleichtert kommerzielle Nutzung von Erdbeobachtungsdaten

Gemäß einem heute von der Europäischen Kommission in Brüssel vorgelegten Vorschlag werden Unternehmen und Forschungseinrichtungen bald in zuverlässigerer Weise kommerzielle Daten von Erdbeobachtungssatelliten nutzen können. Der Vorschlag sieht insbesondere einen verbesserten Zugang zu hochauflösenden Erdbeobachtungssatellitendaten (HRSD) vor, die zusammen mit auf HRSD basierenden Anwendungen ein wichtiges Instrument zur Umweltüberwachung, zur Stadtplanung, im Bereich der Landwirtschaft, zur Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen sowie im Katastrophen- und Krisenmanagement sind und auch für Sicherheit und Verteidigung von Bedeutung sind. Heute unterscheiden sich die Rechtsvorschriften für kommerzielle Tätigkeiten, bei denen HRSD genutzt werden, in den EU-Mitgliedstaaten voneinander. Dies behindert die Entwicklung der Märkte, da der Zugang zu den Daten erschwert wird, die für Unternehmen in diesem Bereich wie Wiederverkäufer von Daten, Daten verarbeitende Unternehmen, Anbieter von Dienstleistungen mit hohem Mehrwert und Softwareentwickler unerlässlich sind. Mit dem heute vorgelegten Vorschlag sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Unternehmen in Europa verbessert und die Vorschriften zur Definition von HRSD sowie Transparenz- und andere Standards in diesem Bereich in der EU teilweise harmonisiert werden.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich hierzu wie folgt: „Die Nutzung von Satellitenbildern ist ein wichtiger und schnell wachsender Wirtschaftszweig. Mit dieser Richtlinie werden die kommerzielle Erdbeobachtung und der Zugang zu Satellitendaten in der EU vereinfacht, und die Entwicklung dieser innovativen Branche mit neuen Produkten und Dienstleistungen wird vorangetrieben. Unserer Wirtschaft wird der verstärkte Wettbewerb zugute kommen, der durch die Erleichterung des freien Verkehrs von Satellitendaten in der gesamten EU entsteht."

Mit der Richtlinie über die Verbreitung der Daten von Erdbeobachtungssatelliten für kommerzielle Zwecke sollen die Verbreitung von Satellitendaten in Europa verbessert und für einen zuverlässigeren Zugang zu HRSD gesorgt werden, ohne dabei Sicherheitsinteressen zu vernachlässigen. Um diese Ziele zu erreichen, wird Folgendes eingeführt:

  • eine einheitliche Definition von HRSD, mit der festgelegt wird, welche Satellitendaten als hochauflösend gelten und von Rechtsvorschriften erfasst werden müssen und welche Daten bereits „geschäftstauglich“ sind;

  • gemeinsame Standards für Transparenz, Berechenbarkeit, Rechtssicherheit und faire Behandlung;

  • gemeinsame Standards für Effizienz und eine wirtschaftsfreundliche Umsetzung, insbesondere was die Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Regulierung der Verbreitung von HRSD betrifft.

Nächste Schritte

Der Vorschlag wird jetzt im EU-Ministerrat und im Europäischen Parlament behandelt. Wenn dies erfolgreich verlaufen ist, müssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften bis Ende 2017 angleichen, um dieser Richtlinie nachzukommen.

Hintergrund

Satellitenbilder ermöglichen die wiederholte Beobachtung jeder Region auf der Erde in verschiedenen Maßstäben und ohne dabei Hoheitsrechte zu verletzen. Die neuste Generation von Erdbeobachtungssatelliten bietet Aufnahmen in sehr hoher Auflösung (Objekte von einer Größe unter 0,50 m sind erkennbar), tägliche Beobachtung und einen sehr schnellen Zugang zu den Bildern.

Derzeit sind die Produktion und Verbreitung von HRSD durch kommerzielle Anbieter durch die Staaten geregelt, in denen die Anbieter registriert sind. Da sich die HRSD-Vorschriften von einem Land zum anderen unterscheiden und es an Transparenz und Berechenbarkeit mangelt, entstehen Probleme für die HRSD-Wertschöpfung und kundenorientierte Unternehmen.

Diese Richtlinie zielt auf die kommerziellen Aspekte der EU-Weltraumpolitik im Bereich der Erdbeobachtung ab. Sie ergänzt das Copernicus-Programm, das Erdbeobachtungsprogramm der EU. Mit Copernicus können die Teilsysteme der Erde (Atmosphäre, Ozeane und Landmassen) regelmäßig beobachtet und überwacht werden. Dadurch werden zuverlässige, validierte und sichere Daten bereitgestellt, die im Umwelt- und Sicherheitsbereich für eine Fülle von Anwendungen herangezogen werden und als Entscheidungshilfe dienen.

Weitere Informationen:

Richtlinie über die Verbreitung der Daten von Erdbeobachtungssatelliten für kommerzielle Zwecke und Annex

Artikel: Die europäischen Satellitenprogramme Galileo und Kopernikus – Sprungbrett für die EU-Industrie

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