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Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter Auflagen Teilübernahme des Reibmaterialgeschäfts von Honeywell durch Wettbewerber Federal-Mogul

European Commission - IP/14/684   16/06/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 16. Juni 2014

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt unter Auflagen Teilübernahme des Reibmaterialgeschäfts von Honeywell durch Wettbewerber Federal-Mogul

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des europäischen Teils des Reibmaterialgeschäfts von Honeywell durch einen großen US-amerikanischen Reibmaterialhersteller, die Federal-Mogul Corporation, nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Beide Unternehmen produzieren Reibmaterial, vor allem Bremsbeläge für Lkw und Pkw. In diesen Segmenten sind beide Unternehmen auf dem Erstausrüstungs- (OEM) und Originalersatzteilmarkt (OES) im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) stark vertreten. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass das OEM-/OES-Geschäft eines deutschen und eines französischen Werks, die Bremsbeläge für Nutzfahrzeuge bzw. Leichtfahrzeuge produzieren, veräußert wird. Die Kommission hatte Bedenken, dass das Vorhaben in der ursprünglich angemeldeten Form im EWR zu einer erheblichen Beschränkung des Wettbewerbs auf diesen Märkten geführt hätte. Federal-Mogul konnte diese Bedenken mit entsprechenden Verpflichtungszusagen ausräumen.

Die geplante Übernahme in der ursprünglich angemeldeten Form hätte zwei der größten OEM-/OES-Hersteller von Bremsbelägen für Nutzfahrzeuge und Leichtfahrzeuge im EWR zusammengeführt. Die Kommission hatte Bedenken, dass der Wettbewerbsdruck, den die verbleibenden Marktteilnehmer – ein einziger Wettbewerber vergleichbarer Größe für Nutzfahrzeug-Bremsbeläge und zwei für Leichtfahrzeug-Bremsbeläge – auf das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen ausgeübt hätten, nicht ausgereicht hätte, um Preissteigerungen zu verhindern.

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass für Markteintritte und sogar für Expansionen hohe Schranken bestehen. Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass die Nachfrageseite von einer vergleichsweise geringen Zahl großer Fahrzeug- bzw. Bremssystemhersteller beherrscht wird und dass die Angebotsseite noch stärker konzentriert ist. Darüber hinaus schrecken die Kunden bei bestehenden Verträgen häufig vor einem Wechsel zurück, da dies mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden wäre. Die Nachfragemacht der Kunden hätte wahrscheinlich nicht ausgereicht, um den Auswirkungen der verstärkten Konzentration auf den beiden Versorgungsmärkten entgegenzuwirken.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, verpflichtete sich Federal-Mogul zur Veräußerung des OEM-/OES-Geschäfts des deutschen Werks in Marienheide, das sich auf die Produktion von Bremsbelägen für Nutzfahrzeuge konzentriert, und das des französischen Werks in Noyon, das Bremsbeläge für Leichtfahrzeuge herstellt. Im Anschluss an diese Veräußerungen würden im Hinblick auf den OEM-/OES-Markt für Nutzfahrzeug-Bremsbeläge keine Überschneidungen mehr bestehen. Zudem würden die Veräußerungen auf beiden Märkten den Eintritt eines weiteren Wettbewerbers bzw. die Expansion eines bestehenden Wettbewerbers ermöglichen.

Die Kommission gelangte daher zu dem Schluss, dass der geplante Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungen geänderten Form keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung erfolgt jedoch unter der Auflage, dass die Zusagen vollständig eingehalten werden.

Ferner stellte die Kommission fest, dass das Vorhaben auch in Bezug auf den unabhängigen Ersatzteilmarkt für Reibmaterial für Kfz-Bremsen bzw. den Märkten für Reibmaterial für Schienenbremsen wettbewerbsrechtlich unbedenklich wäre.

Der Zusammenschluss wurde am 16. April 2014 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Federal-Mogul ist ein international aufgestelltes Unternehmen, das in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Motor-, Getriebe- und Antriebskomponenten sowie von Bremsreibmaterialien, Fahrgestell-, Versiegelungs- und Scheibenwischerprodukten für Automobil-, Schienen- und andere Anwendungen tätig ist. Ferner vertreibt, vermarktet und verkauft Federal-Mogul Bremsflüssigkeiten und -elemente (z. B. Bremsscheiben), Fahrgestell-, Versiegelungs- und Motorkomponenten sowie Zubehör.

Das Reibmaterialgeschäft von Honeywell ist ein internationales Unternehmen, das Bremsreibmaterialien und Zubehör für Automobil-, Eisenbahn- und andere Anwendungen entwirft, entwickelt, produziert, vermarktet, repariert, überholt und verkauft. Außerdem vertreibt, vermarktet und verkauft es Bremsflüssigkeiten und Bremselemente (z. B. Bremsscheiben und -trommeln) für Automobil- und Schienenanwendungen.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Pflicht, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung) und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung eines Zusammenschlusses hat die Kommission in der Regel insgesamt 25 Arbeitstage (35 Arbeitstage, wenn Verpflichtungszusagen angeboten werden), um zu entscheiden, ob sie das Rechtsgeschäft genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.7174 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513)

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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