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EU startet Kampagne zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Minderjährige während der Fußballweltmeisterschaft

European Commission - IP/14/667   12/06/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 12. Juni 2014

EU startet Kampagne zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Minderjährige während der Fußballweltmeisterschaft

Eine neue Kampagne zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger in Brasilien während der Fußballweltmeisterschaft wurde heute vom Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, gestartet

Die Kampagne „Don’t Look Away“ („Nicht wegsehen!“ bzw. auf Portugiesisch „Não Desvie o Olhar“) wird von bekannten brasilianischen Fußballern, wie Kaká und Juninho Pernambucano, unterstützt. Sie richtet sich an Brasilianer und Ausländer, die die Fußballweltmeisterschaft 2014 besuchen, und klärt darüber auf, dass sexuelle Ausbeutung eine Straftat ist.

Im Rahmen des Projekts werden an allen Spielorten der Fußballweltmeisterschaft Schulungsseminare für Führungskräfte sowie Debatten zu diesem Thema veranstaltet. Außerdem wird verstärkt Unterstützung geleistet, um sexuelle Ausbeutung zu bekämpfen und die Opfer über ihre Rechte zu informieren. So wird unter anderem massiv für die „Notruf-100“-Hotline geworben, über die jeder, der Zeuge von sexueller Ausbeutung Minderjähriger wird, dies melden kann.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Brasilien kann bei seiner Entwicklung auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurückblicken: In nur 10 Jahren wurde die Zahl der in Armut lebenden Menschen um rund 40 Millionen gesenkt. Und dennoch gelangen manche gesellschaftlichen Gruppen nicht in den Genuss der Menschenrechte, die für uns selbstverständlich sind. Die EU hat Projekte zu verschiedenen wichtigen Themen ausgearbeitet, um diese Frage an den 12 Spielorten der Fußballweltmeisterschaft anzugehen: z. B. Unterstützung der Rechte junger Menschen in den Favelas von Rio, Empowering indigener Gemeinschaften in Cuiaba oder Schutz für die ärmsten Arbeiter von São Paulo.“

Die internationale Kampagne „Don’t Look Away“ wird von der EU-Delegation in Brasilien organisiert und derzeit in mehr als 15 Ländern in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutznetzwerk ECPAT (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking) durchgeführt. Die Bürgermeister der 12 Städte, in denen die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wird, haben sich der Kampagne angeschlossen, um Kinder und Jugendliche während der WM 2014 und bei anderen wichtigen Veranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2016, die ebenfalls in Brasilien stattfinden werden, besser zu schützen.

Hintergrund

Menschenrechte sind einer der Haupttätigkeitsbereiche der EU in Brasilien. Die EU unterstützt an den 12 Austragungsorten der Fußballweltmeisterschaft wichtige Projekte zum Thema Menschenrechte, z. B. die folgenden:

  • Ein Projekt zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Paraíba (einem Bundesstaat im Süden von Natal): Unterstützung für die Beteiligung am rechtlichen Entscheidungsprozess und Schulungen zu Themen wie geschlechterspezifische Gewalt, Rasse und politische Mitwirkung. Zu den am Projekt beteiligten Frauen zählen Landwirtinnen, indigene Gruppen und die Frauen von Abfallsammlern, die vor Ort wiederverwertbaren Müll sammeln.

  • Ein neues Programm für den Schutz der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Salvador, das sich mit den Problemen häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch, Misshandlungen, Diebstahl und Drogenhandel auf örtlicher Ebene befasst. Im Rahmen des Projekts sollen Tagesbetreuungsangebote und Heime für 1120 Kinder und Jugendliche bereitgestellt werden und eine Zielgruppe von mehr als 15 000 Personen soll über die dramatischen Folgen sexueller Ausbeutung und Gewalt für die jungen Opfer aufgeklärt werden.

  • Ein Projekt zur Bereitstellung von rechtlichem Beistand zur Verteidigung der Territorialrechte der indigenen Bevölkerungsgruppen der Xingu in Cuiaba und anderen Gebieten des Bundesstaats Mato Grosso sowie der Gemeinschaften der Quilombos im Ribeira-Tal im Bundesstaat São Paolo. Die Gemeinschaften der Quilombos leiden unter der fehlenden Anerkennung ihrer Territorialrechte und ihrer Identität als Gemeinschaft. Im Rahmen dieses Projekts werden die rechtlichen Schritte beobachtet, die die Ansprüche indigener Völker auf ihre traditionellen Territorien zu beeinträchtigen drohen, und die indigenen Völker werden über die entsprechenden Entwicklungen informiert (z. B. Streitigkeiten über bereits anerkannte Grenzen).

Zwischen 2007 und 2013 hat die Europäische Kommission Mittel in Höhe von 61 Mio. EUR für die Beziehungen zwischen der EU und Brasilien (z. B. in den Bereichen Handel, Menschenrechte, wirtschaftliche und soziale Entwicklung und Umwelt) zur Verfügung gestellt.

Im Zeitraum 2014 bis 2020 wird die Europäische Kommission Mittel in Höhe von 7,5 Mio. EUR für die Beziehungen zwischen der EU und Brasilien bereitstellen (Hochschulbildung einschließlich Erasmus Mundus sowie ein Projekt für sektorspezifische Dialoge, unter anderem zu den Themen Menschenrechte, Umwelt sowie Wissenschaft und Technologie).

Außerdem wird auch das neue Partnerschaftsinstrument, für das derzeit Projekte vorbereitet werden, weitere Ressourcen für die Zusammenarbeit mit Brasilien in verschiedenen Sektoren bereitstellen, unter anderem Klimawandel, erneuerbare Energien, Public Diplomacy sowie Handels- und Investitionsförderung.

Weitere Informationen

Im Rahmen der Kampagne zur Fußballweltmeisterschaft wird eine Reihe von Infoblättern – je ein Infoblatt für jeden Spielort – zu den wichtigsten Menschenrechtsprojekten der EU veröffentlicht.

Link zu den Infoblättern:

http://www.eidhr.eu/side-panels/what-s-on/events/eidhr-campaign-world-cup-2014/fact-sheets

Ferner werden fünf Videos zu Projekten in Städten, in denen das Endspiel sowie die Viertel- und Halbfinale ausgetragen werden, abrufbar sein unter:

http://www.eidhr.eu/events/eidhr-campaign-world-cup-2014

Website von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Kontakt:

Alexandre Polack (+ 32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail an Europe Direct wenden.


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