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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. Mai 2014

Neue EU-Initiative zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Bekämpfung von Kriminalität im Zusammenhang mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten

Die Kommission lanciert heute, am Internationalen Tag der biologischen Vielfalt, eine neue wichtige Initiative, mit der dem Verlust biologischer Vielfalt Einhalt geboten und die Armut in den Entwicklungsländern bekämpft werden soll.

Durch die Leitinitiative Erhaltung der biologischen Vielfalt (B4Life) werden die ärmsten Länder dabei unterstützt, ihre Ökosysteme zu schützen, die Kriminalität im Zusammenhang mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten zu bekämpfen und eine „grüne Wirtschaft“ zu entwickeln. B4Life wird zunächst aus dem thematischen EU-Programm „Globale öffentliche Güter und Herausforderungen“ (GPGC) sowie aus Mittelzuweisungen für die regionale und nationale Zusammenarbeit finanziert, wobei sich die Mittelausstattung der Initiative für den Zeitraum 2014-2020 voraussichtlich auf bis zu 800 Mio. EUR belaufen wird.

Gemäß der Agenda für den Wandel (dem politischen Konzept der Kommission zur Fokussierung ihrer Unterstützung auf die Länder, die sie am dringendsten benötigen, und auf die Bereiche, in denen sie am meisten bewirken kann) konzentriert sich B4Life auf die am wenigsten entwickelten Länder und auf Länder mit „Hotspots“ der biologischen Vielfalt, d. h. Orten, an denen die Ökosysteme und Ökosystemleistungen am wertvollsten, aber auch am stärksten gefährdet sind.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte hierzu: „Wir sind mit unseren Partnern in der EU bereits übereingekommen, dass Entwicklung nicht als nachhaltig anzusehen ist, wenn dabei die Umwelt, die Artenvielfalt oder die natürlichen Ressourcen geschädigt werden. Mit B4Life werden nun die Mittel bereitgestellt, die wir benötigen, um unsere Bemühungen zur Eindämmung des Verlusts an biologischer Vielfalt und zur Bekämpfung der Wilderei zu verstärken“.

Biologische Vielfalt und Entwicklung sind eng miteinander verknüpft und wirken sich aufeinander aus: Ein gesundes Ökosystem unterstützt die Entwicklung, und Entwicklung hat Auswirkungen auf die natürlichen Lebensräume. Die Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen durch ökologische Wirtschaftsmethoden sind eine Chance für Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verringerung der Armut, was dazu beiträgt, die Entwicklungsagenda der EU voranzubringen.

Es ist zu hoffen, dass sich auch andere Entwicklungspartner, einschließlich der Mitgliedstaaten der EU, finanziell an der Initiative beteiligen werden.

B4Life umfasst drei Schwerpunktbereiche:

Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen Dieser Schwerpunktbereich ist darauf ausgerichtet, die Korruption zu bekämpfen, die Transparenz zu verbessern (durch die Einbeziehung des öffentlichen und des Privatsektors, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft im Rahmen von Partnerschaften), die Entwicklung nationaler Strategien zur Förderung der biologischen Vielfalt zu unterstützen und die Vorschriften zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Verwaltung von Naturschutzgebieten zu verbessern.

Erhaltung gesunder Ökosysteme zur Sicherstellung der Ernährungssicherheit Dieser Schwerpunktbereich ist darauf ausgerichtet, nachhaltige Anbaupraktiken und die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte zu fördern, die Sanierung von Gebieten mit Umweltschäden zu unterstützen und die Entwicklung von Plänen für siedlungsnahe Landbewirtschaftung und Küstenschutz, einschließlich der Überwachung geschützter Meeresgebiete zu unterstützen.

Entwicklung ökologischer Lösungen im Hinblick auf eine grüne Wirtschaft Dieser Schwerpunktbereich soll eine Hebelwirkung für Finanzmittel und Geschäftsmodelle wie Märkte für umweltfreundliche Produkte und den Ökotourismus entfalten, öffentlich-private Partnerschaften für eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen fördern, die Entwicklung von Systemen für die Bezahlung von Ökosystemleistungen im Hinblick auf landwirtschaftliche Kleinbetriebe unterstützen (indem Anreize für eine bessere Verwaltung einer größeren Zahl wichtiger Lebensräume geschaffen werden) und gewährleisten, dass die einheimische Bevölkerung und lokalen Gemeinschaften von diesen Leistungen profitieren.

Bekämpfung der Kriminalität im Zusammenhang mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten

Neben diesen drei Schwerpunktbereichen umfasst B4Life auch ein besonderes „Wildlife Crisis Window“ (Krisenzentrum für den Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten), das mit der Bekämpfung des zunehmenden illegalen Handels mit gefährdeten Arten, insbesondere in Afrika, beauftragt ist. Die Bedrohung der Artenvielfalt, Wilderei und der illegale Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen schaden der lokalen Wirtschaft und beeinträchtigen die nationale Sicherheit. Es gibt jüngste Anhaltspunkte dafür, dass nun auch Rebellenmilizen und möglicherweise terroristische Gruppen Elefanten und Nashörner töten, um sich zu finanzieren.

Das Krisenzentrum für den Schutz der wildebenden Tier- und Pflanzenarten wird die Wilderei und den illegalen Handel auf allen Ebenen bekämpfen: auf der lokalen Ebene durch die Gewährleistung der Überwachung wichtiger Schutzgebiete, auf nationaler Ebene durch die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit durch die Bekämpfung der Korruption und die Verbesserung der Ermittlungsmethoden, auf regionaler Ebene durch die Förderung von Netzwerken zur Bekämpfung der Kriminalität, die Schaffung von grenzübergreifenden Schutzgebieten und die Verbesserung des Artenschutzes sowie auf internationaler Ebene durch die Unterstützung der Organisationen, die auf die Bekämpfung der Kriminalität im Zusammenhang mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, des illegalen Handels und des Schmuggels spezialisiert sind.

Hintergrund

Die EU leistet den größten finanziellen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in den Entwicklungsländern.

Allein die Europäische Kommission stellte zwischen 2002 und 2012 Mittel in Höhe von 1,3 Mrd. EUR für Projekte zum Schutz der biologischen Vielfalt bereit. Dieser Beitrag trug zur Erhaltung der wertvollsten und am stärksten gefährdeten Ökosysteme unseres Planeten bei.

Doch nur knapp ein Drittel der Mittel, die die Europäische Kommission im Zeitraum 2002-2012 für die Entwicklungsländer bereitstellte, diente der Überwachung von Naturschutzgebieten, z. B. der Erhaltung von Elefantenpopulationen und der Bekämpfung der Wilderei. Ein erheblicher Teil wurde für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung eingesetzt, einschließlich zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und zur Vermeidung der Entwaldung.

Die Leitinitiativen von EuropeAid sind großangelegte multidisziplinäre Entwicklungsprogramme, die darauf ausgerichtet sind, zentrale globale Probleme anzugehen und durch klare erkennbare Ziele größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Weitere Informationen

Neue EU-Initiative zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Bekämpfung von Kriminalität im Zusammenhang mit wildlebenden Tieren, Q&A: MEMO/14/373

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

www.ec.europa.eu/europeaid

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt http://www.cbd.int/idb/

Kontakt:

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-mail


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