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Neue europäische Filmstrategie soll kulturelle Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter fördern

European Commission - IP/14/560   15/05/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 15. Mai 2014

Neue europäische Filmstrategie soll kulturelle Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter fördern

Europäische Filme machen zwar fast zwei Drittel der Film-Neustarts in der EU aus, aber nur ein Drittel der Kartenverkäufe. Auch wenn die Zahl der in Europa produzierten Filme von etwa 1100 im Jahr 2008 auf 1300 im Jahr 2012 angestiegen ist, werden die meisten europäischen Filme nur in dem Land gezeigt, indem sie produziert wurden, und selten über die Grenzen hinaus verbreitet. Diese Problematik soll mit einer neuen EU-Strategie zum europäischen Film im digitalen Zeitalter angegangen werden, die heute von der Europäische Kommission vorgelegt worden ist. Darin wird die Notwendigkeit herausstellt, neue Verbreitungsmethoden optimal zu nutzen, um kulturelle Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

„Die internationale Verbreitung europäischer Filme muss unbedingt verbessert werden. Dies ist nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch im Interesse der Vielfalt unerlässlich“, sagte die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Jugend und Mehrsprachigkeit Androulla Vassiliou. „Hier liegt eines der Ziele von MEDIA, unserem Unterprogramm von ‚Kreatives Europa‘, und in diesem Bereich schaffen wir einen echten Mehrwert, wenn wir auf europäischer Ebene tätig werden. Ganz offensichtlich muss jedoch noch mehr getan werden, um die in Europa produzierten Filme einem größeren Zuschauerkreis nahezubringen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu verbessern. Ich freue mich darauf, in den kommenden Tagen beim Filmfestival in Cannes diese neue Strategie erstmals mit Branchenvertretern zu diskutieren.“

In ihrem Strategiepapier schlägt die Kommission vor, dass öffentliche Mittel stärker auf die Erweiterung des Publikumskreises für europäische Filme und die Aufstockung der Unterstützung für Entwicklung, Vermarktung und internationale Verbreitung konzentriert werden sollten. Derzeit fließen fast 70 % der öffentlichen Zuschüsse auf nationaler Ebene in die Produktion von Filmen und nicht in die Maximierung des Zuschauerpotenzials. Mehr Flexibilität und Experimentierfreudigkeit in der Frage, wo und wie die Filme gezeigt werden, wird angesichts der zunehmenden Beliebtheit von Video-on-Demand und Downloads ebenfalls empfohlen.

Die Strategie wird einen neuen Dialogprozess anstoßen – das sogenannte Europäische Filmforum –, um einen Ideenaustausch zu der Frage anzuregen, wie nationale, regionale und europäische audiovisuelle Strategien einander besser ergänzen und sich der Herausforderungen der Digitalisierung annehmen können. Ein weiterer Aspekt ist der für viele Produktionsfirmen schwierige Zugang zu Finanzmitteln.

Beginnend mit einer Konferenz heute beim Filmfestival in Cannes bringt das Forum Experten aus der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten, nationalen und regionalen Filmfonds sowie andere Branchenvertreter zusammen. Es wird durch das Programm Kreatives Europa bei der Ausrichtung von Seminaren, der Erhebung von Daten und beim transnationalen Austausch unterstützt.

Eckdaten

  • Pro Jahr erhält der europäische audiovisuelle Sektor 2,1 Mrd. EUR Unterstützung aus europäischen Filmfonds (Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, Public Funding for Film and Audiovisual Works in Europe), davon etwa 110 Mio. EUR pro Jahr aus dem Kreatives-Europa-MEDIA-Programm.

  • 2012 wurden in der EU etwa 1300 Filme produziert – im Vergleich zu gut 800 in den Vereinigten Staaten.

  • Nur 8 % der europäischen Filme werden in einem Land außerhalb der EU im Kino gezeigt.

  • 2012 waren mehr als 60 % aller EU-weit neu erschienenen Filme europäische Produktionen, auf die aber nur ein Drittel der verkauften Eintrittskarten entfiel. US-Produktionen dagegen machten weniger als 20 % der neuen Filme aus, konnten aber 65 % der verkauften Eintrittskarten verbuchen.

  • Weniger als 10 % des Budgets eines Films fließen normalerweise in den Vertrieb.

  • Das Fernsehen ist weiterhin die meistgenutzte Plattform zum Anschauen von Filmen. 2011 waren mehr als 40 % der 122 000 Spielfilme, die in der EU im Fernsehen ausgestrahlt wurden, europäischen Ursprungs (8 % waren nationale Produktionen, 15 % wurden in anderen europäischen Ländern produziert und fast 20 % waren – vollständig oder in Teilen – europäische Koproduktionen).

  • 2012 verzeichnete der Markt für Video-on-Demand eine Wachstumsrate von 60 % in Deutschland und 15 % in Frankreich.

  • Das durchschnittliche Produktionsbudget in der EU liegt zwischen knapp 11 Mio. EUR im UK, 5 Mio. EUR in Deutschland und Frankreich und 300 000 EUR in Ungarn und Estland. Das Durchschnittsbudget für US-Produktionen beträgt 15 Mio. USD (11 Mio. EUR).

Hintergrund

Kreatives Europa

Kreatives Europa ist die fünfte Generation der EU-Förderprogramme für die Kultur- und Kreativbranche. Das Programm startete am 1. Januar mit einem Etat von knapp 1,5 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020. Mindestens 56 % der Mittel sind für das Unterprogramm MEDIA bestimmt.

Seit 1991 wurden aus dem Programm MEDIA (Akronym für „Mesures pour Encourager le Développement de l’Industrie Audiovisuelle“ – Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung der audiovisuellen Industrie) 1,7 Mrd. EUR in Filmentwicklung, Vertrieb, Fortbildung und Innovation investiert, um die Vielfalt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Filmbranche und der audiovisuellen Industrie zu steigern. Neben den Filmemachern erhalten auch mehr als 2000 europäische Kinos, deren Programm zu mindestens 50 % aus europäischen Filmen besteht, Mittel aus dem Programm MEDIA.

Die Kommission hat heute eine Mitteilung zum europäischen Film im digitalen Zeitalter angenommen. Diese Mitteilung ergänzt das Programm um eine strategische Debatte zwischen der Kommission und interessierten Kreisen in den Mitgliedstaaten, den Filmfonds und anderen Entscheidungsträgern sowie Akteuren der Filmbranche. Das Ziel besteht darin, die Komplementarität zwischen den Fördermaßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten zu verbessern und deren Gesamtnutzen für den europäischen Film und sein Publikum zu maximieren.

Weitere Informationen

Mitteilung zum europäischen Film im digitalen Zeitalter

Europäische Kommission: Kreatives Europa

EU-Studie über das Zuschauerverhalten

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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