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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 8 Mai 2014

Erdbeobachtung: Erste Bilder von Sentinel-1A zeigen den konkreten Nutzen von Copernicus

Die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation haben heute einige der ersten Bilder veröffentlicht, die der Satellit Sentinel-1A seit seinem Start am 3. April 2014 in Spitzenqualität übermittelt hat. Die Bilder können unter folgender Internetadresse abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/enterprise/newsroom/cf/itemdetail.cfm?item_id=7506.

Die Aufnahmen zum Zustand des Meereises, der Ozeane und der Landmassen zeigen, dass beim größten jemals konzipierten zivilen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus alles nach Plan verläuft. Das Programm wird zu einer besseren Beobachtung der Teilsysteme der Erde (Atmosphäre, Ozeane und Landmassen) in kürzeren Zeitintervallen beitragen. Sentinel-1A, der erste Satellit der Copernicus-Konstellation, nutzt für seine Aufnahmen die neueste Radarbildtechnologie. Mithilfe von Mikrowellenfrequenzen können Radarsatelliten (im Gegensatz zu optischen Sensoren) selbst bei Bewölkung oder Sturm, also bei jedem Wetter, Aufnahmen machen. Darüber hinaus verfügen Radarsensoren über eine eigene Beleuchtungsquelle in Form von Radiowellen, die von einer Antenne übertragen werden. Das bedeutet, dass die Radartechnologie zu jeder Tages- und Nachtzeit gleich leistungsfähig ist.

Die Sentinel-1-Daten werden öffentlichen Behörden (auf EU-, nationaler und regionaler Ebene), der breiten Öffentlichkeit, der Wissenschaft und der Wirtschaft systematisch und vollkommen kostenlos zur Verfügung gestellt. Für Katastrophen- und Krisenmanagementdienste können Radardaten innerhalb einer Stunde nach Empfang verfügbar sein, die Bilder werden also nahezu in Echtzeit (Near Real-Time – NRT) geliefert.

Michel Barnier, Mitglied der Europäischen Kommission und amtierender Kommissar für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Nun steht außer Frage, dass Copernicus für eine breite Palette an Umwelt- und Sicherheitsanwendungen verlässliche und validierte Daten garantiert liefern wird. Durch die Beobachtung der Erde können wir die Welt ein wenig sicherer machen. Gleichzeitig eröffnen wir damit für KMU neue Geschäftsmöglichkeiten.“

Sentinel-1A: Erste Bilder

Die heute veröffentlichten Aufnahmen gehören zu den ersten Bausteinen eines systematischeren Erdbeobachtungsprogramms und fallen in eine Reihe unterschiedlicher Anwendungsbereiche:

Beobachtung von Meereis im Dienste der ganzjährigen Sicherheit des Seeverkehrs

Bilder von Sentinel-1 können für die Erstellung hochauflösender Eiskarten, die Beobachtung von Eisbergen und die Vorhersage von Eisgang genutzt werden. Mithilfe des Radars lässt sich das dünnere, einfacher zu durchschiffende einjährige Eis von gefährlichem, sehr viel dickerem mehrjährigen Packeis unterscheiden und somit der ganzjährige Seeverkehr durch die eisbedeckten arktischen und subarktischen Gebiete sicherer machen. Neues Eis kann sich in großen Gebieten von einem Tag auf den anderen bilden und Eis kann pro Tag mehr als 50 km weit treiben. Ohne regelmäßige Beobachtungen des Eises können daher keine aktuellen Informationen für einen sicheren Seeverkehr bereitgestellt werden.

Entwicklung der Landoberfläche

Sentinel-1A tastet den Globus systematisch ab. Durch eine hohe Wiederholungsrate (d. h. dasselbe Gebiet kann alle 12 Tage erfasst werden) können Veränderungen der Landoberfläche genau beobachtet werden. Insbesondere können auf diese Weise Pflanzenkulturen klassifiziert oder die Entwicklung der Wälder weltweit verfolgt werden.

Katastrophen- und Notfallhilfe

Da radarbasierte Bilder nicht durch schlechte Wetterbedingungen beeinträchtigt werden, ist Sentinel-1 für die Überwachung von Überschwemmungen besonders geeignet. Anhand der Bilder werden Karten zur Ermittlung des Ausmaßes der Überschwemmung erstellt. Bilder von Sentinel-1A können außerdem zur präzisen Überwachung von Bodenverformungen in Gebieten eingesetzt werden, in denen Erdrutsche, Erdbeben oder Bodensenkungen auftreten können, da sie regelmäßig häufige Beobachtungen von Bodenbewegungen liefern.

Seegang

Sentinel-1 liefert Informationen über Wind, Wellen und Strömungen. Diese Daten können dazu beitragen, den Seeverkehr effizienter zu machen, Anwendungen, die die Energie der Meereswellen nutzen, zu verbessern sowie die Klimaforschung voranzubringen.

Meeresüberwachung

Mit Sentinel-1 werden die Kapazitäten von Copernicus in Bereich der Meeresüberwachung ausgebaut. Sentinel-1A liefert dank seines Radars mit synthetischer Apertur wertvolle Bildquellen für eine Überwachung der europäischen Meere, die zur Schiffsortung nahezu in Echtzeit erfolgt. Darüber hinaus ist die Radartechnologie von Sentinel-1 für die Entdeckung von Ölverschmutzungen besonders hilfreich. Aus Tankschiffen, Offshore-Bohrinseln und Pipelines ausgetretenes Öl kann nämlich enormen ökologischen und wirtschaftlichen Schaden verursachen.

Klimawandel

Bei Sentinel-1 handelt es sich um eine Mission zur Beobachtung von wichtigen Klimavariablen, zu denen unter anderem Bodenfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und ‑richtung, Meereis, kontinentale Eisdecken und Gletscherflächen zählen. Die Mission stellt nicht nur zeitnah Daten für eine ganze Reihe operativer Anwendungen zur Verfügung, sondern setzt auch die vor mehr als 20 Jahren begonnene Erstellung von Radaraufnahmen fort. Dieses Bildarchiv ist nicht nur für die praktischen Anwendungen, die auf einer langen Zeitreihe von Daten beruhen, von grundlegender Bedeutung, sondern auch für das Verständnis der Auswirkungen, die der Klimawandel langfristig für die arktische Meereisdecke, die kontinentalen Eisdecken und Gletscher mit sich bringt. Mit dem beobachteten saisonalen Wachstum und Rückgang der Eisdecke werden die Folgen der Erderwärmung deutlich.

Hintergrund

Im Rahmen der ersten Copernicus-Mission, Sentinel-1, wird eine Konstellation errichtet, die aus den zwei die Erde auf einer polaren Umlaufbahn auf derselben Orbitalebene umkreisenden Satelliten Sentinel-1A und Sentinel-1B besteht. Sie sind mit Radaren mit synthetischer Apertur bestückt, so dass sie rund um die Uhr Aufnahmen liefern können.

Weitere Informationen

http://copernicus.eu

Copernicus auf dem Server Europa

IP/14/380 Erdbeobachtung – Start des Copernicus-Satelliten geglückt

Erste Bilder von Sentinel-1A

Kontakt :

Carlo Corazza (+32 2 295 17 52)

Sara Tironi (+32 2 299 04 03)

Für die Öffentlichkeit: Wenden Sie sich an Europe Direct – entweder telefonisch unter der Nummer 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail


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