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EU sieht Innovation im Meeresbereich als Chance für nachhaltiges Wachstum

European Commission - IP/14/536   08/05/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 8. Mai 2014

EU sieht Innovation im Meeresbereich als Chance für nachhaltiges Wachstum

Zwei Drittel unserer Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Wenn wir sie verantwortungsbewusst bewirtschaften, können sie als Quelle von Lebensmitteln, Arzneistoffen und Energie dienen, und die Ökosysteme können für künftige Generationen bewahrt werden. Damit dies möglich wird, müssen wir aber die Kenntnisse über unsere Meere verbessern. Deshalb hat die Kommission heute einen Aktionsplan zur Innovation in der „blauen Wirtschaft“ vorgelegt, um dazu beizutragen, dass die Meere nachhaltig genutzt und Wachstum und Beschäftigung in Europa gefördert werden.

Hierzu erklärte Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei: „Heute schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Europäer und Europäerinnen von morgen über die Kenntnisse und Qualifikationen verfügen, die nötig sind, um die Meere besser zu bewirtschaften, ihren Nutzen in vollem Umfang zu erschließen und gleichzeitig das Gleichgewicht der marinen Ökosysteme zu bewahren. So wird unsere Initiative zur digitalen Kartierung des gesamten Bodens der europäischen Meeresgebiete mehr Planungssicherheit für die Investitionen der Unternehmen schaffen, Kosten senken und Impulse für weitere Innovationen zum nachhaltigen Wachstum der blauen Wirtschaft geben."

Dabei sind nach Auffassung der Kommission eine Reihe von Hindernissen zu überwinden: Unsere Kenntnis der Meere ist immer noch begrenzt, die Meeresforschung der einzelnen Mitgliedstaaten ist nicht miteinander vernetzt, und außerdem sind künftig mehr Ingenieure und Wissenschaftler erforderlich, die die neuen Technologien in der Meeresumwelt anwenden können.

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung und Innovation, erklärte: „Wir wissen wahrscheinlich mehr über die Oberfläche des Mondes oder des Mars als über den Boden der Tiefsee. Die maritime Innovation birgt ein enormes Potenzial für unsere Wirtschaft und wird uns dabei helfen, Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Ernährungssicherheit anzugehen. Deshalb ist blaues Wachstum ein Schwerpunktbereich unseres neuen Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020."

Mit dem heute vorgelegten Aktionsprogramm schlägt die Kommission Folgendes vor:

  1. vollständige Kartierung des Bodens der europäischen Gewässer bis 2020,

  2. Schaffung einer Online-Informationsplattform über alle Meeresforschungsprojekte bis Ende 2015 im Rahmen von Horizont 2020 und über von den Mitgliedstaaten finanzierte diesbezügliche Forschungsarbeiten sowie Informationsaustausch zu den Ergebnissen abgeschlossener Projekte,

  3. Einrichtung eines Wissenschaftsforums für blaue Wirtschaft und Wissenschaft, in das der private Sektor, Forscher und NRO eingebunden sind; dies soll dazu beitragen, die blaue Wirtschaft der Zukunft zu gestalten sowie Ideen und Ergebnisse auszutauschen. Die erste Sitzung wird 2015 anlässlich der Veranstaltung zum Tag der Meere in Piräus (Griechenland) stattfinden,

  4. Aufforderung an die Akteure in Forschung, Wirtschaft und Bildung, bis 2016 die Erfordernisse, Kenntnisse und Qualifikationen der künftigen Arbeitnehmer im maritimen Sektor zu umreißen,

  5. Prüfung der Möglichkeit, in wieweit wichtige Akteure aus Forschung, Wirtschaft und Bildung eine Wissens- und Innovationsgemeinschaft für die blaue Wirtschaft aufbauen können nach 2020. Die Wissens- und Innovationsgemeinschaften können als Teil des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) auf vielfältige Weise Innovationsanstöße geben, so etwa durch die Veranstaltung von Schulungs- und Bildungsprogrammen, Förderung der Vermarktung von Innovationen oder Einrichtung von Innovationsprojekten oder Gründerzentren.

Hintergrund

Die maritime oder „blaue“ Wirtschaft der EU ist ein riesiger Bereich mit über 5 Mio. Beschäftigten in so unterschiedlichen Sektoren wie Fischerei, Verkehr, mariner Biotechnologie oder Offshore-Anlagen für erneuerbare Energien.

Zwischen 2007 und 2013 hat die Europäische Kommission die marine und maritime Forschung im Rahmen des Siebten Forschungsrahmenprogramms mit durchschnittlich 350 Mio. EUR jährlich gefördert. Ein erheblicher Teil Meeresforschung wird auch innerhalb von Programmen der Mitgliedstaaten betrieben (so wenden z. B. Frankreich und Deutschland hierfür etwa 300 Mio. EUR jährlich auf). Blaues Wachstum ist ein Schwerpunktbereich im neuen Programm Horizont 2020, der allein für den Zeitraum 2014-2015 mit 145 Mio. EUR ausgestattet ist und für den innerhalb des Gesamtprogramms noch weitere Fördermöglichkeiten bestehen.

Etwa 30 % des Meeresbodens um das europäische Festland sind noch nicht erkundet. Diese Zahl schwankt zwischen 5 % im Golf von Biskaya bis zu mehr als 40 % in der Nordsee oder im Ionischen und zentralen Mittelmeerraum. Durch ein besseres Verständnis der Vorgänge unter der Meeresoberfläche wird auch die Kenntnis der Meeresressourcen und der Möglichkeiten ihrer nachhaltigen Nutzung verbessert.

Die Qualifikationsdefizite machen sich im Windenergiesektor bereits bemerkbar. In diesem Offshore-Sektor wurden 2012 bereits 10 % der jährlichen installierten Windkraftkapazität erzeugt und EU-weit mittelbar oder unmittelbar 58 000 Personen beschäftigt. Prognosen zufolge wird sich der Anteil der installierten Offshore-Windkraftkapazität bis 2020 auf 30 % erhöhen. Dies bedeutet dass bis 2020 die Zahl der Arbeitsplätze auf 191 000 und bis 2030 bis auf 318 000 ansteigen wird. Allerdings könnte auch der Fachkräftemangel bis dahin von derzeit 7 000 auf 14 000 Stellen (Vollzeitäquivalent) anwachsen, wenn künftigen Arbeitnehmern nicht die erforderlichen Qualifikationen etwa in der Wartung oder Herstellung vermittelt werden.

Weitere Informationen

  1. Innovation in der blauen Wirtschaft: Erschließung des Potenzials unserer Meere für Beschäftigung und Wachstum: http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/policy/marine_knowledge_2020/index_de.htm

  2. MEMO/14/336: Fragen und Antworten zur Innovation in der blauen Wirtschaft

  3. MEMO/14/337: Innovation in der blauen Wirtschaft: Einige Beispiele aus der Meeresforschung in der EU (nur englisch).

  4. Broschüre zu EU-Forschungsvorhaben „Oceans of Tomorrow“ (PDF) http://ec.europa.eu/research/bioeconomy/pdf/ocean-of-tomorrow-2014_en.pdf

  5. Horizont 2020: http://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/

  6. Blaues Wachstum in der EU – einige Studien: https://webgate.ec.europa.eu/maritimeforum/en/community/msexperts/articles/blue-growth-eu-set-studies (nur englisch).

Kontakt:

Helene Banner (+32 229-52407)

Lone Mikkelsen (+32 229-60567)

Michael Jennings (+32 229-63388) Twitter: @ECSpokesScience

Monika Wcislo (+32 229-86595)

Für die Öffentlicheit: Europe Direct, per Telefon: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail


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