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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. Mai 2014

Roboter Robin hilft bei der Pflege der 94-jährigen italienischen Oma Lea

Video

Die 94-jährige Lea Mina Ralli kam zu Hause nicht mehr allein zurecht, wollte aber weiter in ihren eigenen vier Wänden bleiben – wie so viele Menschen in unserer alternden Gesellschaft. Hier bietet die Robotik sichere und erschwingliche Lösungen. Mit finanzieller Unterstützung der EU hat das Team @giraffplus das System GiraffPlus entwickelt: Ein Roboter hilft älteren Menschen zu Hause und stellt die Verbindung zu ihren Angehörigen, Freunden und dem Gesundheitspersonal her, während tragbare Geräte und Sensoren in der ganzen Wohnung ein Auge auf den Gesundheitszustand und die Tätigkeiten der betreuten Personen haben. Das System wird voraussichtlich Ende 2015 in Produktion gehen. Der EU-Markt für Roboter und Geräte zur Unterstützung älterer Menschen dürfte Schätzungen zufolge bis 2016 ein Volumen von 13 Mrd. EUR erreichen.

„Die Leute fragen mich, warum ich nicht einfach bei meiner Tochter lebe, aber die hat schließlich selbst schon Enkelkinder und viel zu tun. Mit meinem geschätzten Assistenten, den ich „Herrn Robin“ nenne, sehe ich entspannter auf die nächsten Jahre – und auch meine Kinder und Enkel freuen sich über diese Hilfe“, erklärt die 94-jährige Italienerin Lea Mina Ralli, auch bekannt als „Nonna Lea“ (Oma Lea). Sie nutzt das GiraffPlus System bereits seit 5 Monaten und schreibt auf ihrem Blog (auf Italienisch) häufig über „Herrn Robin“.

3 Millionen EUR hat die EU in GiraffPlus investiert, um zu erproben, wie Roboter und andere Geräte älteren Menschen helfen könnten, ein sichereres, unabhängigeres Leben zu führen. Zu dem System gehören verschiedene Sensoren und ein Roboter. Mit den Sensoren werden Tätigkeiten wie Kochen, Schlafen oder Fernsehen erfasst und der Gesundheitszustand – z. B. Blutdruck oder Blutzuckerspiegel – der betreuten Personen überwacht. Dadurch kann das zuständige Pflegepersonal das Wohlergehen der alten Menschen überwachen und ggf. überprüfen, ob die Person gestürzt ist. Der Roboter kann sich innerhalb der Wohnung fortbewegen und ermöglicht es Angehörigen, Freunden und Pflegepersonal, die Menschen virtuell zu besuchen.

Die „Silver Generation“ und die Wirtschaft

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission (@NeelieKroesEU) zuständig für die Digitale Agenda sagte hierzu: „Wir alle werden nicht jünger. Aber wir wollen uns darauf verlassen können, dass wir auch im Alter unsere Menschenwürde und unsere Unabhängigkeit nicht verlieren und weiterhin respektvoll behandelt werden. Die EU investiert in neue Technologien, die der „Silver Generation“ dabei helfen können, nicht nur länger zu leben, sondern diese zusätzlichen Jahre auch mit Leben zu füllen!“

Die über 65-Jährigen Europas haben ein verfügbares Einkommen von über 3 Bio. EUR – ein Großteil davon wird in die Pflegewirtschaft fließen. Laut Stephen von Rump, dem Geschäftsführer von Giraff Technologies AB, wird der EU-Markt für Roboter und andere Geräte, die zur Unterstützung älterer Menschen eingesetzt werden, 2016 ein Volumen von 13 Mrd. EUR erreichen.

„GiraffPlus wird bis Ende 2014 in 15 Haushalten eingesetzt werden“, erläutert Projektkoordinatorin Amy Loutfi von der schwedischen Universität Örebro. „Bis jetzt haben wir europaweit sechs Wohnungen mit dem System GiraffPlus ausgestattet – jeweils zwei in Spanien, Schweden und Italien. Wir sind derzeit noch dabei, das System zu evaluieren, aber es ist bereits zu erkennen, dass die einzelnen Nutzer die verschiedenen Aspekte des Systems in unterschiedlichem Maße schätzen. Das zeigt, dass pauschale Konzepte für die Entwicklung von Technologie für den Einsatz in Privatwohnungen nicht unbedingt am besten geeignet sind und dass die Technologie anpassungsfähig und auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein sollte“.

Das System soll nächstes Jahr in Produktion gehen. Die Nutzer zahlen dann eine Einstiegsgebühr und regelmäßige Monatsbeiträge, so dass es angesichts zunehmend steigender Kosten für eine Vollzeitbetreuung wettbewerbsfähig wäre.

In dem Konsortium GiraffPlus sind öffentliche und private Partner aus Italien, Portugal, Slowenien, Schweden, Spanien und dem Vereinigten Königreich zusammengeschlossen.

Videomaterial auf EBS

Hintergrund

Die Europäische Kommission fördert im Rahmen der Digitalen Agenda (@DigitalAgendaEU) aktiv Möglichkeiten, durch die Anwendung neuer Technologien, einschließlich der Robotik, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Neben dem neuen Programm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ (#H2020) befassen sich zwei wichtige Initiativen damit, neue Technologien auf den Markt und zu den Menschen zu bringen und diese in unsere Systeme für die medizinische und soziale Versorgung einzubeziehen.

Das Gemeinsame Programm für Umgebungsunterstütztes Leben (@AAL_JP) ist eine von den EU-Mitgliedstaaten angestoßene Initiative zur angewandten Forschung im Bereich IKT-Produkte und Dienste für Lebensqualität im Alter. Seit 2008 wurden über hundert Projekte finanziert und das Programm soll im Rahmen von H2020 fortgesetzt werden: Für 2014 und 2015 sind jeweils EU-Mittel in Höhe von 25 Mio. EUR vorgesehen.

In der Europäischen Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“ (@EIP_AHA) haben sich zahlreiche Partner zusammengeschlossen, um innovative IKT-gestützte Technologien für aktives und gesundes Altern europaweit einzusetzen und Hürden für ihre Einführung zu beseitigen. Eine der sechs Aktionsgruppen konzentriert sich auf die eigenständige Lebensführung, andere befassen sich mit verwandten Themen wie Prävention und Früherkennung von Stürzen sowie altersfreundliche Lebensgemeinschaften und Umgebungen.

Mehr Informationen zu den Standards für Pflegeroboter und zur Ethik der Robotertechnik.

Förderung durch das Programm „Horizont 2020“

Im Rahmen von Horizont 2020 (#H2020) sollen viele weitere Projekte zu den Themen unabhängige Lebensführung, einschließlich Robotik, finanziert werden. Einer der Schwerpunktbereiche des Abschnitts Gesellschaftliche Herausforderung 1 – Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen ist die „Individualisierung von Gesundheits- und Pflegeleistungen“ (Personalising health and care – PHC). Unterstützt werden vor allem die aufgeklärte Mitwirkung der Patienten durch Selbstmanagement ihrer Gesundheit bzw. Erkrankung, Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung.

Für die Aufforderungen zum Thema „Individualisierung“ (PHC) stehen Mittel in Höhe von 549,3 Mio. EUR für 2014 und 537 Mio. EUR für 2015 bereit. Zwei spezifische Herausforderungen sind eigens der Robotik gewidmet (PHC 10-2014 und PHC 19-2014), zwei weitere befassen sich mit IKT-Lösungen für eigenständige Lebensführung (PHC 20-2014 und PHC 21-2015).

Lesen Sie mehr über die Unterstützung der EU für Lebensqualität im Alter mit Hilfe von IKT.

Lesen Sie mehr über die EU-Förderung für die Robotik (@RoboticsEU), über die öffentlich-private Partnerschaft auf dem Gebiet der Robotik zwischen der Europäischen Kommission und im Bereich Robotik tätigen Hochschulen und Unternehmen zur Förderung von Forschung und Innovation in diesem strategischen Bereich sowie über die Finanzierungsmöglichkeiten im Zeitraum 2014-2015 (ICT-23-2014 und ICT-24-2015 – voraussichtliches Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2014).

Kontakt:

E-Mail: comm-kroes@ec.europa.eu Tel: +32 229-57361 Twitter: @RyanHeathEU


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