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Wien: Plácido Domingo und Androulla Vassiliou überreichen Preise der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preise

European Commission - IP/14/510   05/05/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 5. Mai 2014

Sperrfrist: 20.30 Uhr MEZ

Wien: Plácido Domingo und Androulla Vassiliou überreichen Preise der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preise

Die Preise der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preise 2014 werden heute Abend bei einer Feier in Wien überreicht. Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, und der Opernsänger Plácido Domingo, Präsident von Europa Nostra, werden die Auszeichnungen im Wiener Burgtheater den 27 Gewinnern überreichen. Erst bei der Verleihung werden die Gewinner der sechs Hauptpreise („Grand Prix“) sowie des Publikumspreises, der in einer Online-Abstimmung unter den diesjährigen Gewinner-Projekten ausgewählt worden ist, bekanntgegeben. Rund 1000 Gäste werden zur Verleihungszeremonie unter der Schirmherrschaft des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer erwartet.

Jurys aus unabhängigen Experten haben die sechs Hauptpreisträger in vier Kategorien ausgewählt:

Erhaltung

  1. Walserhäuser: Erhaltung traditioneller regionaler Architektur in Alagna Valsesia, Italien

  2. Klosterkirche Dragomirna: Restaurierung der Fresken aus dem 17. Jahrhundert, Suceava, Rumänien

  3. Programm zur Erhaltung der Gebäude von Winzergenossenschaften, Katalonien, Spanien

Forschung

  1. Erforschung römischer Gewölbe auf dem Peloponnes, Griechenland

Engagierter Einsatz

  1. Kulturerbe-Vereinigung „Kempens Landschap“, Putte, Belgien

Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung

  1. Sensibilisierungsprojekt „Von einer rostigen Stadt zum neuen Miskolc“, Ungarn

Über 10 000 Personen haben in einer Online-Abstimmung auf der Europa-Nostra-Website aus den 27 diesjährigen Gewinnern den Publikumspreisträger bestimmt. Der Preis geht an:

Publikumspreis

  1. Klosterkirche Dragomirna: Restaurierung der Fresken aus dem 17. Jahrhundert, Suceava, RUMÄNIEN

Kommissarin Androulla Vassiliou erklärte: Die ganze Welt beneidet Europa um sein Kulturerbe, und diese Projekte sind das Beste vom Besten. Es ist wichtig, dass wir das Talent unserer herausragenden Handwerkerinnen und Handwerker und aller anderen Fachleute und auch die wunderbare, unermüdliche Arbeit der Ehrenamtlichen würdigen, die dafür sorgen, dass sich heute Millionen Menschen an den Schätzen unserer Vergangenheit erfreuen können und dass dieses Erbe für die Zukunft bewahrt wird. Meine herzlichsten Glückwünsche allen Gewinnerinnen und Gewinnern und ihren Teams, den Hauptpreisträgern und dem Publikumspreis-Gewinner. Die Europäische Kommission ist stolz darauf, dass sie den EU-Kulturerbe-Preis und andere Kulturerbe-Projekte über unser neues Programm Kreatives Europa unterstützen kann.“

Der Präsident von Europa Nostra, Plácido Domingo, fügte hinzu: Wien ist eine der wichtigsten Kulturmetropolen Europas und eine meiner Lieblingsstädte weltweit. Mit seinen außergewöhnlichen Kulturschätzen, sei es in der klassischen Musik, der Oper, dem Theater, den schönen Künsten oder der Architektur, ist Wien der ideale Ort, um unsere Preisträger zu ehren und damit unser einzigartiges materielles und immaterielles Erbe zu würdigen. Heute Abend, im legendären Burgtheater, werden uns musikalische Darbietungen großer Wiener Ensembles – der Philharmoniker und der Wiener Sängerknaben – und des talentierten Jugendorchesters Superar inspirieren. Sie werden die perfekten Botschafter der eindrucksvollen Kreativität und Vielfalt des europäischen Musikerbes sein.

An der Preisverleihung werden hunderte Fachleute, Freiwillige und Unterstützerinnen und Unterstützer der Kulturerbe-Arbeit aus ganz Europa teilnehmen. Außerdem werden Vertreter von Kultur, Wirtschaft und Politik sowie der EU-Institutionen anwesend sein.

Würdigungen der Jury für die Hauptpreisträger

Kategorie 1 – Erhaltung

Klosterkirche Dragomirna - Fresken aus dem 17. Jahrhundert, Suceava, RUMÄNIEN (auch Gewinner des Publikumspreises)

Die Jury war von der hohen Professionalität bei der anspruchsvollen Restaurierung und Konservierung dieses enormen Kunstwerks beeindruckt, das etwa 900 m2 Wandfläche bedeckt. Die Arbeiten wurden vor Ort in bemerkenswert kurzer Zeit ausgeführt. Das damit befasste Team bestand aus 50 Fachkräften und Studierenden aus unterschiedlichen Ländern unter rumänischer Leitung. Die Restauratoren hielten sich an die traditionellen Techniken und verwendeten natürliche, traditionelle und reversible Materialien, wobei die Patina und Originalstimmung dieser einzigartigen Fresken aus dem frühen 17. Jahrhundert bewahrt wurde.

Walserhäuser: Erhaltung traditioneller regionaler Architektur in Alagna Valsesia, ITALIEN

Vier Häuser, die zwischen Ende des 16. und Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurden, wurden in ihren Originalzustand zurückversetzt, sowohl was die Gestaltung als auch was die Funktion betrifft, und nehmen wieder ihren Platz in der örtlichen Gemeinschaft ein. Die Jury war sehr beeindruckt von der Qualität der detaillierten Dokumentation dieser seltenen, markanten Bauernhöfe. Die aus Stämmen und Trockensteinmauern bestehenden Häuser sind unter Einsatz traditioneller Handwerkstechnik hervorragend renoviert worden. Da die Häuser auch für den Empfang von Besuchern ausgestattet wurden, kann dieses außergewöhnliche Gebäudeensemble jetzt auch didaktisch genutzt werden und so dazu beitragen, die einheimische Bautradition weiterzuführen.

Programm zur Erhaltung der Gebäude von Winzergenossenschaften, Katalonien, SPANIEN

Die Gebäude entstanden, als sich Anfang des 20. Jahrhunderts kleine Winzerbetriebe zu Genossenschaften zusammenschlossen. Die acht Kellereien, ursprünglich als „Weinkathedralen“ bezeichnet, sind herausragende Beispiele des katalanischen Modernismus. Die Jury bewundert dieses wichtige Projekt als Musterbeispiel für die Bewahrung eines lebendigen Erbes. Die außergewöhnlichen Gebäude dienen nach wie vor ihrem ursprünglichen Zweck. Das Projekt, eine Kooperation zwischen den katalanischen Behörden und der Spar- und Pensionskasse La Caixa, ist auch ein eindrucksvolles Beispiel für eine gelungene öffentlich-private Partnerschaft.

Kategorie 2 – Forschung

Römische Gewölbe auf dem Peloponnes, GRIECHENLAND

Zehn Jahre lang hat der auf Denkmalschutz spezialisierte italienische Architekt Paolo Vitti die auf dem Peloponnes zwischen 100 v. Chr. und 300 n. Chr. verwendete Bautechnik untersucht und ist dabei zu erstaunlichen Ergebnissen und Erkenntnissen gelangt. Bisher war die Forschung von der Annahme geprägt, dass die römische Bautechnik auf andere Gebiete des römischen Reiches wie beispielsweise den Peloponnes, übertragen wurde. Diese Untersuchung zeigt jedoch, dass lokale Bautechniken nicht nur unabhängig von den römischen existierten, sondern dass sie selbst die Verbreitung der Bogengewölbetechnik in anderen Regionen beeinflussten.

Kategorie 3 – Engagierter Einsatz

Kulturerbe-Vereinigung „Kempens Landschap“, Putte, BELGIEN

Die 1997 gegründete Kulturerbe-Vereinigung von Kempen verwaltet rund 800 ha historisch wertvollen Landes in der Provinz Antwerpen. Die Vereinigung hat ein einzigartiges Konzept für die Bewahrung und Verwaltung von Natur- und Baudenkmälern entwickelt, die über die Mehrzahl der 70 Gemeinden von Antwerpen verteilt sind. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Programm, das auf breite Unterstützung trifft, mehr und mehr Modellcharakter annimmt und sehr inspiriert von einem jungen Team umgesetzt wird. Die Jury kann sich, zehn Jahre nach dessen Abschluss, kaum ein besseres Beispiel für die Umsetzung des Europäischen Landschaftsübereinkommens vorstellen.

Kategorie 4 – Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung

Von einer rostigen Stadt zum neuen Miskolc, UNGARN

Miskolc ist eine bedeutende Stadt in Nordungarn mit einer stolzen Geschichte seit dem Mittelalter. Die Schwerindustrie bescherte ihr zwischen den 1930er- und den 1980er-Jahren eine Periode beträchtlichen Wohlstands. Seitdem ging es mit der Stadt jedoch steil bergab. Schwerpunkt des ausgezeichneten Projekts ist die Sensibilisierung für das Kultur-und Industrieerbe der Stadt und seine Bewahrung. Die Jury ist voll und ganz vom hohen gesellschaftlichen Wert dieses Projekts überzeugt. Den verheerenden Auswirkungen der jüngsten wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die sich in Bevölkerungsschwund, Rezession und Vitalitätsverlust niedergeschlagen haben, setzt das starke Projektteam seine Entschlossenheit und Tatkraft entgegen.

Hintergrund

Die 27 Gewinner des Preises der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preises 2014 wurden aus 160 nominierten Projekten aus 30 Ländern ausgewählt. Fachjurys aus unabhängigen Experten haben die nominierten Projekte bewertet und die Gewinner in vier Kategorien ausgewählt: Erhaltung, Forschung, engagierter Einsatz sowie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung. Alle Gewinner erhalten eine Plakette oder eine Statuette. Die sechs Hauptpreisträger bekommen zusätzlich je 10 000 EUR.

Die Preisverleihung ist Teil des jährlichen Europäischen Kulturerbe-Kongresses von Europa Nostra, der vom 2. bis 6. Mai stattfindet. Unterstützt wird der Kongress unter anderem von der Europäischen Kommission, ihrer Vertretung in Österreich, dem österreichischen Bundesministerium für Kunst und Kultur, der Ersten Stiftung, der Stiftung Fürst Liechtenstein, dem Dorotheum, Bertelsmann sowie dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ORF als Medienpartner.

Der Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preis wurde 2002 gemeinsam von der Europäischen Kommission und Europa Nostra ins Leben gerufen. Er fördert Spitzenleistungen, inspiriert mit vorbildlichen Projekten und regt zum Austausch von Best Practice im Bereich Kulturerbe an. Außerdem soll er die Schönheit und den sozioökonomischen Wert des europäischen Kulturerbes hervorheben. Die Europäische Kommission und Europa Nostra haben in den vergangenen 12 Jahren fast 400 herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Kulturerbes ausgezeichnet.

Die Preise sind durch das Programm Kultur der Europäischen Union gefördert worden, über das zwischen 2007 und 2013 knapp 40. Mio. EUR zur Mitfinanzierung von Kulturerbe-Projekten bereitgestellt wurden. Fördermittel kommen auch aus anderen von der EU finanzierten Programmen, insbesondere aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, über den im selben Zeitraum 6 Mrd. EUR bereitgestellt wurden für Schutz und Erhaltung des Kulturerbes, die Entwicklung einer Kulturinfrastruktur und die Förderung kulturbezogener Dienstleistungen wie Berufsbildung und Bildungsmaßnahmen im Bereich Kunst und Kulturerbe. Weitere 150 Mio. EUR wurden in den letzten 15 Jahren aus den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und technologische Entwicklung für Kulturerbe-Projekte zur Verfügung gestellt.

Über das neue Programm Kreatives Europa, das für die nächsten sieben Jahre mit fast 1,5 Mrd. EUR ausgestattet ist (9 % mehr als bisher), werden auch weiterhin der Preis sowie länderübergreifende Kulturerbe-Projekte gefördert.

Das Kulturerbe ist aber nicht nur ein Wert an sich, es leistet auch einen wesentlichen Beitrag zu Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus spielt es eine Schlüsselrolle für nachhaltige Entwicklung und sozialen Zusammenhalt. Die Ausgaben öffentlicher und privater Stellen für seine Erhaltung belaufen sich auf schätzungsweise 5 Mrd. EUR pro Jahr. Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge haben 40 % des internationalen Tourismus eine Kulturdimension.

Europa Nostra - Sprecherin für die Belange des Kulturerbes in Europa – ist eine wachsende Bürgerbewegung, die sich für den Schutz des europäischen Kultur- und Naturerbes einsetzt. Mit ihrem großen europaweiten Netz von Mitgliedern (Organisationen und Einzelpersonen), assoziierten Behörden und Verbänden sowie Partnern ist die Vereinigung eine sehr einflussreiche Lobby für Kulturerbe-Belange. Sie setzt sich auch für den Schutz gefährdeter Denkmäler, historischer Stätten und Landschaften in Europa ein. 2013 feierte Europa Nostra das 50-jährige Bestehen.

Weitere Informationen

Präsentation der Gewinner-Projekte: Fotos Videos

Europäische Kommission: Kultur

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou auf Twitter @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258)

Dina Avraam (+32 229-59667)

Elena Bianchi (+31 703024058), Twitter: @europanostra

Joana Pinheiro (+31 703024055)

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct per Telefon 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E­Mail


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