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Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 3,6 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für 1000 entlassene Beschäftigte der rumänischen Stahlindustrie vor

European Commission - IP/14/507   07/05/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 7. Mai 2014

Beschäftigung: Kommission schlägt Bereitstellung von 3,6 Mio. EUR aus dem Globalisierungsfonds für 1000 entlassene Beschäftigte der rumänischen Stahlindustrie vor

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, 3,6 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bereitzustellen, damit Rumänien 1000 ehemaligen Beschäftigten des Stahlproduzenten SC Mechel Campia Turzii SA und seines nachgeschalteten Herstellers SC Mechel Reparatii Targoviste SRL helfen kann, neue Arbeitsplätze zu finden. Der Vorschlag muss jetzt noch von Europäischem Parlament und EU-Ministerrat gebilligt werden.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte dazu: Die Branche zur Herstellung von Fertigerzeugnissen und Halbzeug aus Stahl in der EU hat aufgrund des verstärkten Wettbewerbs aus Ländern außerhalb der EU, vor allem China, mit massiven Problemen zu kämpfen. Die heute vorgeschlagene Mittelbereitstellung soll circa 1000 entlassenen Arbeitskräften aus der Gegend um Cluj in Rumänien helfen, sich auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten vorzubereiten oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Nachdem über 1500 Arbeitskräfte der Unternehmen Mechel Campia Turzii und Mechel Reparatii Targoviste in Rumänien entlassen wurden, hat Rumänien Unterstützung aus dem EGF beantragt. Die Entlassungen waren eine Folge der verschärften Konkurrenz durch Stahlhersteller aus Ländern außerhalb der EU.

Die durch den EGF kofinanzierten Maßnahmen sollen 1000 Arbeitskräften helfen, die größten Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche zu meistern; das Angebot für die Betroffenen umfasst eine Berufsberatung und Kompetenzbewertung, Schulungen, Unterstützung bei einer Unternehmensgründung sowie verschiedene Beihilfen. Eine der zentralen Maßnahmen wird darin bestehen, 250 Arbeitskräften bei der Gründung einer Genossenschaft zu unterstützen, die Sportausrüstungen herstellen wird.

Die Kosten für das Maßnahmenpaket werden mit insgesamt 7,14 Mio. EUR veranschlagt, wovon der EGF die Hälfte bereitstellen würde.

Hintergrund

In den letzten Jahren haben die Einfuhren von Stahlfertigerzeugnissen und Stahlhalbzeug in die EU beträchtlich zugenommen; gleichzeitig war ein relativer Rückgang der EU-Ausfuhren solcher Erzeugnisse zu verzeichnen, was zusammen dazu führte, dass die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Stahlindustrie unter Druck geraten ist und dass durch Umstrukturierungen in der europäischen Stahlbranche Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Die beiden betroffenen Unternehmen gehörten zu Mechel, einem russischen Stahlkonzern. Ende 2011 geriet Mechel mit der Tätigkeit in Rumänien allmählich in finanzielle Schwierigkeiten wegen ungünstiger Preise auf den europäischen Stahlmärkten, kombiniert mit steigenden Eisenschrottpreisen und einer schwachen Nachfrage nach Fertigerzeugnissen. Mechel Campia Turzii ergriff eine Reihe von Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten. Mit diesen Maßnahmen konnten die finanziellen Schwierigkeiten jedoch nicht überwunden werden; das Unternehmen beschloss, Massenentlassungen einzuleiten.

Die Entlassungen betreffen vor allem die Gemeinde Câmpia Turzii und Umgebung im Südosten des Kreises Cluj in Nordwestrumänien. Sozioökonomisch ist der Raum Câmpia Turzii geprägt von niedrigen Einkommen und einer schwach diversifizierten Wirtschaft. Etwa die Hälfte der Bevölkerung von Câmpia Turzii im erwerbsfähigen Alter ist in der Industrie beschäftigt. Mechel Câmpia Turzii war mit 1837 Beschäftigten (Juni 2012) bzw. etwa einem Drittel der Beschäftigten der Region deren größter Arbeitgeber.

Ein offenerer Handel mit Ländern außerhalb der EU bringt Wachstum und Beschäftigung insgesamt voran, doch er kann bisweilen auch Arbeitsplätze kosten; hiervon betroffen sind vor allem sensible Branchen und gering qualifizierte Arbeitskräfte. Aus diesem Grund hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Einrichtung eines Fonds vorgeschlagen, der dazu beitragen sollte, in derartigen Fällen die Folgen der Globalisierung für die Betroffenen abzufedern. Seit Aufnahme der Tätigkeit des EGF im Jahr 2007 gingen 132 Anträge über ca. 500 Mio. EUR zur Unterstützung von mehr als 106 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein. EGF-Anträge werden für zunehmend mehr Branchen und von zunehmend mehr Mitgliedstaaten gestellt. Allein im Jahr 2013 stellte der EGF über 53,5 Mio. EUR zur Verfügung.

Ausgehend von diesen Erfahrungen mit dem EGF und dessen Mehrwert für die unterstützten Arbeitskräfte und die betroffenen Gebiete wird der Fonds im Zeitraum 2014-2020 mit verbesserter Arbeitsweise als Ausdruck der Solidarität innerhalb der EU weitergeführt. Der Anwendungsbereich des EGF wurde erweitert, so dass nun wieder Arbeitskräfte unterstützt werden können, die infolge der Wirtschaftskrise entlassen wurden; für eine Förderung durch den EGF kommen außerdem Arbeitskräfte mit befristetem Arbeitsvertrag, Selbständige und junge Menschen in Gebieten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit in Frage, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren.

Weitere Informationen

EGF-Website

Videos:
Europe acts to fight the crisis: the European Globalisation Fund revitalised
Facing up to a globalised world – The European Globalisation Fund

Abonnieren Sie den kostenlosen E-Mail-Newsletter der Europäischen Kommission zu den Themen Beschäftigung, Soziales und Integration http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/andor/index_de.htm

Website von László Andor

László Andor auf Twitter

Kontakt:

Jonathan Todd (+32 229-94107)

Cécile Dubois (+32 229-51883)

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E­Mail an Europe Direct wenden.


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