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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 29. April 2014

Fusionskontrolle: Kommission gibt unter bestimmten Auflagen grünes Licht für Übernahme des GLSV-Geschäfts des Chemieunternehmens DuPont durch Konkurrenten Kuraray

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Verbundglas- und Vinyl-Sparte (Glass Laminating Solutions/Vinyls – „GLSV“) des US-amerikanischen Unternehmens DuPont durch das japanische Unternehmen Kuraray nach der EU‑Fusionskontrollverordnung freigegeben. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass die Produktionsstätte für PVB-Folien in Uentrop veräußert wird, da der einzige nach dem Zusammenschluss verbleibende Marktteilnehmer keinen ausreichenden Wettbewerbsdruck mehr auf das Unternehmen ausgeübt hätte. Beide beteiligten Unternehmen sind in der Herstellung und Lieferung folgender Produkte tätig, die Teil einer vertikal integrierten Wertschöpfungskette sind: Vinylacetat-Monomer („VAM“) und Polyvinylalkohol („PVA“) sowie Harze und Folien aus Polyvinylbutyral („PVB“). Am stärksten wirkt sich der geplante Zusammenschluss auf den Markt für PVB-Folien aus. Diese Folien werden als Zwischenlagen bei der Herstellung von Verbundsicherheitsglas für die Architektur- und die Automobilbranche verwendet. Die PVB-Folie stellt sicher, dass im Falle eines Glasbruches die Splitter an der Zwischenfolie haften bleiben.

Die Kommission hatte nach der von ihr durchgeführten Marktuntersuchung Bedenken, dass das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen auf dem Markt für PVB-Folien für architektonische Anwendungen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) keinem ausreichenden Wettbewerbsdruck mehr ausgesetzt wäre. Der Zusammenschluss hätte in seiner ursprünglich angemeldeten Form die Zahl der relevanten Wettbewerber von drei auf zwei (d. h. das zusammengeschlossene Unternehmen und Eastman) reduziert, was zu Preiserhöhungen geführt hätte.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, bot Kuraray an, die größte GLSV-Produktionsstätte für PVB-Folien im EWR mit Sitz im norddeutschen Uentrop zu veräußern; in Uentrop wird der größte Teil der im EWR verkauften PVB-Folien für architektonische Anwendungen hergestellt.

Angesichts der Verpflichtungszusagen gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss in der durch diese Zusagen geänderten Form keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung erfolgt jedoch unter der Auflage, dass die Zusagen vollständig eingehalten werden.

Der geplante Zusammenschluss wurde am 6. März 2014 bei der Kommission angemeldet.

Unternehmen und Produkte

Kuraray ist ein japanischer Hersteller von Spezialchemikalien, Industriefasern und anderen Materialien; das Unternehmen ist an der Tokioter Börse notiert. Zu den wichtigsten Produkten von Kuraray gehören funktionelle Harze und Folien (z. B. für die Herstellung von Klebstoffen, LCD-Bildschirmen, Zwischenlagen für Verbundsicherheitsglas sowie Lebensmittelverpackungen), synthetische Chemikalien auf Isopren-Basis, Kunstleder, Vinylonfasern (ein Ersatz für Asbest) sowie Polyesterfasern.

DuPont ist ein auf Wissenschaft und Technologie ausgerichtetes Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Delaware und an der New Yorker Börse notiert. Hauptgeschäftsbereiche von DuPont sind die Erforschung, Entwicklung und Produktion von chemischen Erzeugnissen, Kunststoffen, Lacken, Agrochemikalien, Saatgut, Lebensmittelzusatzstoffen und anderen Materialien.

Die GLSV-Sparte von DuPont umfasst Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Herstellung und dem Verkauf von VAM und PVA sowie von PVB-Harzen und -Filmen, die alle Teil derselben vertikal integrierten Wertschöpfungskette sind, sowie die unter der Handelsmarke Sentryglas angebotenen Zwischenlagen für Verbundglas.

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Die Kommission hat die Pflicht, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung) und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss im Vorprüfverfahren genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.7115 veröffentlicht.

Kontakt:

Antoine Colombani (+32 229-74513, Twitter: @ECspokesAntoine )

Marisa Gonzalez Iglesias (+32 229-51925)


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