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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 30. April 2014

Umwelt- und Klimapolitik: Europäische Kommission fördert 225 neue Umwelt- und Klimaschutzprojekte mit 282,6 Mio. EUR

Die Europäische Kommission hat heute der Förderung von 225 neuen Projekten im Rahmen des Programms Life+, des Finanzierungsinstruments der Europäischen Union für die Umwelt, zugestimmt. Ausgewählt wurden Projektvorschläge aus allen 28 Mitgliedstaaten; sie betreffen Maßnahmen in Bereichen wie Naturschutz, Klimawandel, Umweltpolitik oder Information und Kommunikation zu Umweltfragen in der gesamten EU. Der Gesamtbetrag der Finanzmittel für diese Projekte beläuft sich auf rund 589,3 Mio. EUR, davon wird die EU 282,6 Mio. EUR bereitstellen.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Im letzten Jahr des laufenden Programmplanungszeitraums zeigt sich abermals, dass das Programm LIFE+ wichtige finanzielle Unterstützung für Umwelt- und Naturschutzprojekte leisten kann, die der EU einen erheblichen Mehrwert bieten. Diese neuen Projekte werden in entscheidendem Maße zum Schutz, zur Erhaltung und zur Verbesserung des europäischen Naturkapitals beitragen und dabei helfen, durch Investitionen in eine CO2-arme und ressourcenschonende Wirtschaft nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Wegen des allgemein anerkannten Erfolgs von LIFE+ und seiner Projekte wurde unlängst eine neue LIFE-Verordnung für Umwelt- und Klimapolitik erlassen und die Mittelausstattung für den Zeitraum 2014-2020 erhöht.”

Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimapolitik, ergänzte: „Ich freue mich, dass es auch dieses Jahr so viele innovative Projekte gibt. Damit sie auch umgesetzt werden können, beteiligen wir uns mit über 41,2 Mio. EUR an der Mittelausstattung von insgesamt 109,4 Mio. EUR. Der Anteil der LIFE-Projekte, die zum Klimaschutz beitragen, wird immer größer. Und wir möchten, dass sich dieser Anteil noch erhöht. Im neuen LIFE-Programm für den Zeitraum 2014-2020 werden wir über 850 Mio. EUR für Klimaschutzmaßnahmen bereitstellen. Damit erhöht sich der Betrag, der für den Klimaschutz zur Verfügung steht, auf etwa das Dreifache."

Nach der neuesten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen gingen bis zum Ablauf der Einsendefrist im Juni 2013 bei der Kommission 1468 Anträge ein. Davon wurden 225 Vorschläge ausgewählt, die aus einem der drei Schwerpunktbereiche „Natur und Biodiversität“, „Umweltpolitik und Verwaltungspraxis“ oder „Information und Kommunikation“ kofinanziert werden.

  • Die Projekte aus dem Life+-Schwerpunktbereich „Natur und Biodiversität“ haben zum Ziel, den Erhaltungszustand gefährdeter Arten und Lebensräume zu verbessern. Von den 342 eingegangenen Vorschlägen hat die Kommission 92 Projekte von Partnerschaften zwischen Naturschutzstellen, Regierungsbehörden und anderen Akteuren zur Förderung ausgewählt. Die Investitionssumme für die Projekte, die von Begünstigten in 25 Mitgliedstaaten geleitet werden, beläuft sich auf insgesamt 262,5 Mio. EUR, wovon die EU rund 147,9 Mio. EUR bereitstellt. In den meisten (79) Fällen handelt es sich um Naturschutzprojekte, die zur Umsetzung der Vogelschutz- und/oder der FFH-Richtlinie oder des Netzes Natura 2000 beitragen. Die anderen 13 Projekte haben die Biodiversität zum Gegenstand, eine Projektkategorie von LIFE+ für Pilotvorhaben, die sich mit umfassenderen Fragen der Biodiversität befassen.

  • Bei den Projekten aus dem Life+-Schwerpunktbereich „Umweltpolitik und Verwaltungspraxis“ handelt es sich um Pilotprojekte, die zur Entwicklung innovativer Ideen für Maßnahmen, Technologien, Verfahren und Instrumente beitragen. Aus den 961 eingegangenen Vorschlägen von unterschiedlichen Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors hat die Kommission 125 Projekte zur Förderung ausgewählt. Die Investitionssumme für die erfolgreichen Beiträge, die von Begünstigten in 22 Mitgliedstaaten geleitet werden, beläuft sich auf insgesamt 318,5 Mio. EUR, davon stellt die EU rund 130,8 Mio. EUR bereit.

  • Innerhalb dieses Schwerpunktbereichs wird die Kommission mehr als 41,2 Mio. EUR für 33 Projekte bereitstellen, die sich unmittelbar mit dem Klimawandel befassen; insgesamt beträgt die Mittelausstattung 109,4 Mio. EUR. Die ausgewählten Projekte, die in Österreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich durchgeführt werden, werden im Anhang dieser Pressemitteilung besonders hervorgehoben. Außerdem wirken sich zahlreiche weitere Projekte zu anderen Themen mittelbar auf die Treibhausgasemissionen aus.

Andere wichtige Bereiche sind Abfallbewirtschaftung und natürliche Ressourcen, Innovation, Wasser und Chemikalien.

Die Projekte aus dem Life+-Schwerpunktbereich „Information und Kommunikation“ befassen sich mit der Verbreitung von Informationen über und der Sensibilisierung für Umweltfragen. Die Kommission hat von den 165 eingegangenen Vorschlägen acht Projekte einer Reihe von öffentlichen und privaten Natur- und/oder Umweltschutzorganisationen zur Förderung ausgewählt. Die Projekte werden in sechs Mitgliedstaaten – Österreich, Zypern, Griechenland, Ungarn, Polen und Rumänien – durchgeführt. Die Investitionssumme beläuft sich auf insgesamt 8,3 Mio. EUR, wovon die EU etwa 3,9 Mio. EUR zur Verfügung stellt.

Die Hälfte der acht Projekte hat Kampagnen zur EU-Umweltschutzpolitik zum Thema, drei Projekte haben die Sensibilisierung für Fragen des Naturschutzes und der Biodiversität zum Ziel, ein Projekt befasst sich mit der Verhütung von Waldbränden.

Hintergrund

LIFE+, das Finanzierungsinstrument der EU für die Umwelt, verfügte für den Zeitraum 2007-2013 über eine Mittelausstattung von insgesamt 2,1 Mrd. EUR. Einmal im Jahr erging eine Aufforderung der Kommission, Vorschläge für LIFE+-Projekte einzureichen.

Das LIFE-Programm wird im Zeitraum 2014-2020 im Rahmen der neuen LIFE-Verordnung für Umwelt- und Klimapolitik fortgesetzt. Die Mittelausstattung für das Programm beläuft sich für den gesamten Zeitraum auf insgesamt 3,4 Mrd. EUR (Preise von 2013). Es setzt sich aus zwei Teilprogrammen zusammen, die die Umwelt- bzw. Klimapolitik zum Gegenstand haben.

Weitere Informationen

Die nach Mitgliedstaaten aufgeschlüsselte Kurzbeschreibung der einzelnen im Rahmen von LIFE+ geförderten Projekte (mit E-Mail-Kontaktadressen) finden sich unter: MEMO/14/320 (mit einem Anhang, in dem die Beschreibung der Projekte Ihres Landes in Ihre Landessprache übersetzt sind).

Informationen über LIFE+: http://ec.europa.eu/life

Kontakt zu den zuständigen nationalen Behörden unter:

http://ec.europa.eu/environment/life/contact/nationalcontact/index.htm

Anhang

Die Projekte des Programms LIFE+ für 2013

in Deutschland und Österreich

Deutschland (DE) 6 Projekte (36,4 Millionen)

  1. LIFE+ Umweltpolitik und Verwaltungspraxis (2 Projekte – 23,2 Millionen)

LIFE+ CELSTAB (Procter & Gamble Service GmbH): Mit dem Projekt wird in industriellem Maßstab die Durchführbarkeit von Hochskalierungs- und Integrationsprozessen für die Herstellung eines neuen absorbierenden Kerns und Zellulosebestandteils für ein spezifisches Hygieneprodukt für Frauen demonstriert. Dabei wird eine patentierte Technologie in einer neuen Mehrschichtanordnung kombiniert, bei der 15-25 % weniger Material verwendet und die Emissionen um 10-15 t CO2-Äquivalent/Jahr verringert werden mit dem Gesamtziel einer Reduzierung des Abfallaufkommens um 15-25 %. Mit dem innovativen Mehrschichtmaterialkonzept und der Technologie soll Anforderungen in Bezug auf Konsumgüter, Qualität und großmaßstäbliche Herstellungsprozesse entsprochen werden. Kontakt: caputi.m@pg.com

SAFR (Trianel GmbH): Mit dem Projekt soll ein weiterer Ausbau des Anteils dezentraler erneuerbarer Energieträger ermöglicht werden, indem ein innovatives, hochflexibles System für die Speicherung von thermoelektrischer Energie entwickelt wird. Dieses System, das auf der Insel Fehmarn demonstriert wird, arbeitet als flexible Last (zur Vermeidung von Übersättigungen) und als Erzeugungseinheit (als Elektrizitätsquelle bei Bedarfsspitzen). Die Speicherlösung ist hochflexibel, standortunabhängig und emissionsfrei. (Relevant für den Klimawandel). Kontakt: a.lemke@trianel.com

  1. LIFE+ Natur (4 Projekte – 13,2 Millionen)

LIFE Wald-und Wasserwelten (Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft): Hauptziel des Projekts sind die Erhaltung und Entwicklung von Eichen-Hainbuchenwäldern, Buchenwäldern und Flachland-Mähwiesen in Nordrhein-Westfalen. Außerdem dient es der Erhaltung und dem Schutz von Waldvogelarten (Schwarz-, Mittel- und Grauspecht). Zur Erhaltung und zum Schutz bestehender Amphibienpopulationen (Warzenmolch, Geburtshelferkröte und Springfrosch) sind zudem Verbesserungen von Wasser- und Feuchtlandhabitaten geplant. Kontakt: rhein-sieg-erft@wald-und-holz.nrw.de

LIFE Hochwald (Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz): Hauptziel des Projekts sind die Regenerierung und der Schutz von Übergangsmooren und Moorwäldern in dem im Mittelgebirge des Hunsrück gelegenen Natura-2000-Gebiet „Hochwald“. Das Projekt zielt auf die Wiederherstellung von Hainsimsen-Buchenwäldern in den angrenzenden Gebieten auf trockenerem Boden sowie auf die Entwicklung des prioritären Lebensraumtyps „Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior“ entlang des Thranenbachs innerhalb des Natura-2000-Gebiets „Obere Nahe“ ab. Außerdem soll der gefährdete Lebensraumtyp „Pfeifengraswiesen“ geschaffen und entwickelt werden. Kontakt: jochen.krebuehl@umweltstiftung.rlp.de

LIFE Feuchtwälder (Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg): Hauptziel des Projekts sind der Schutz und die Wiederherstellung von Überschwemmungsgebieten (mit Moor- und Auenwäldern als Lebensräumen) in drei Flusssystemen in Brandenburg. Mit dem Projekt soll in den Auengebieten und –wäldern sowie den dazugehörigen Wasserwegen ein naturnahes Wasserregime wiederhergestellt werden. Zur Verbesserung des Erhaltungszustands der Auenwälder soll zudem die Wechselwirkung zwischen Wasserlauf und Überschwemmungsgebiet stabilisiert und verstärkt werden. Kontakt: feuchtwaelder@naturschutzfonds.de

LIFE Luchs Pfälzerwald (Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz): Hauptziel des Projekts ist der Wiederaufbau einer Luchspopulation im Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz. Dies soll durch ein Wiederansiedlungsprogramm erreicht werden, in dessen Rahmen 20 Luchse aus der Schweiz und der Slowakei ausgesetzt werden. Kontakt: jochen.krebuehl@umweltstiftung.rlp.de

Österreich (AT) 3 Projekte (7,6 Millionen)

  1. LIFE+ Umweltpolitik und Verwaltungspraxis (1 Projekt – 3,3 Millionen)

LIFE - Lebenszyklusorientiertes Wohnen (Gruppe Angepasste Technologie): Gesamtziel des Projekts ist die Demonstration innovativer Baukonzepte, die während ihres gesamten Lebenszyklus eine erhebliche Verringerung der CO2-Emissionen bewirken und einen minimalen Anteil „grauer“ Energie (Energie aus fossilen Brennstoffen) umfassen. Letztlich sollen im Einklang mit den Zielen der EU für 2020 Prototypen für CO2-neutrale und lebenszyklusorientierte Wohngebäude konzipiert und gebaut und energieeffiziente Siedlungen zum Standard erhoben werden. (Relevant für den Klimawandel). Kontakt: sekretariat@grat.at

  1. LIFE+ Natur (1 Projekt – 3,9 Millionen)

LIFE+ Wildnis Wachau (via donau - Österreichische Wasserstraßen-GmbH): Ziel des Projekts ist die Wiederherstellung von Auen- und Flusswäldern im Tal der Wachau, wobei die Renaturierung von Wildnisgebieten, die Wiederanbindung von Seitenarmen und die Anlage neuer Teiche für Amphibien im Mittelpunkt stehen. Außerdem soll durch Maßnahmen zur Wiederherstellung von Lebensräumen der Erhaltungszustand einiger geschützter Amphibien- und Vogelarten verbessert werden. Kontakt: life.auenwildnis@via-donau.org

  1. LIFE+ Information und Kommunikation (1 Projekt – 0,4 Millionen)

LIFE+ÖkoBusiness (Energie- und Umweltagentur Niederösterreich): Mit dem Projekt soll eine stärkere Unterstützung für den Schutz der natürlichen Ökosysteme gewonnen und eine nachhaltige Raumentwicklung gefördert werden. Es zielt darauf ab, KMU (und deren Beschäftigte) für die Beziehung zwischen Wirtschaft und Biodiversität zu sensibilisieren und damit die Kenntnis und das Verständnis regionaler Ökosysteme zu verbessern. Kontakt: ecobusiness@enu.at

Kontakt:

Für die Presse:

Joe Hennon +32 229-53593 - Andreja Skerl +32 229-51445

Isaac Valero Ladron +32 229-64971

Für die Öffentlichkeit: Europe Direct, Telefon: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail


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