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Europäische Kommission begrüßt 50-%ige Senkung der Eurotunnel-Gebühren

European Commission - IP/14/477   28/04/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, den 28. April 2014

Europäische Kommission begrüßt 50-%ige Senkung der Eurotunnel-Gebühren

Die Europäische Kommission begrüßt die heutige Ankündigung von Eurotunnel, die Wegeentgelte durch den Kanaltunnel um bis zu 50 % für den Schienengüterverkehr zu senken, der sich damit in den nächsten fünf Jahren verdoppeln dürfte.

Gerade die hohen Wegeentgelte verhindern eine vollständige Auslastung des Kanaltunnels, so dass Güter eher auf der Straße als auf der Schiene befördert und die hohen Gebühren von den Spediteuren an ihre Kunden weitergeleitet werden.

Siim Kallas, Vizepräsident der Europäischen Kommission, erklärte hierzu: „Ich begrüße die Ankündigung von Eurotunnel, da sie den Weg dafür ebnen dürfte, dass mehr Güter zu günstigeren Preisen durch den Kanaltunnel befördert werden. Damit wird ein erhebliches Hindernis im europäischen Verkehrsnetz beseitigt. Das sind gute Nachrichten sowohl für Europas Unternehmen, die von effizienten und preislich wettbewerbsfähigen Verkehrsdiensten abhängen, als auch für die Verbraucher, die von ihnen bedient werden. Es sind aber auch gute Nachrichten für die Umwelt, da die Schiene der energieeffizienteste Güterverkehrsträger ist.

Derzeit fahren durchschnittlich nur sieben Güterzüge pro Tag durch den Tunnel, so dass 43 % der Kapazitäten ungenutzt bleiben. Schienengüterverkehrsunternehmen beklagen übertrieben hohe Wegeentgelte und andere obligatorische Gebühren, die die Nutzung des Tunnels unrentabel machen.

Die Zusage von Eurotunnel ist eine direkte Reaktion auf das im Juni 2013 gegen Frankreich und das Vereinigte Königreich eröffnete Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission wegen der Nichtumsetzung der europäischen Vorschriften über den Zugang zur Infrastruktur des Kanaltunnels (siehe IP/13/557).

Das neue Gebührensystem von Eurotunnel für den Güterverkehr

Nach dem neuen Gebührensystem von Eurotunnel für den Güterverkehr könnte ein neuer Spediteur, der seine Züge in den hauptsächlich von Güterzügen genutzten Zeitabschnitten durch den Tunnel fahren lässt, im Vergleich zur jetzigen Situation bis zu 50 % einsparen. Die durchschnittliche Gebührensenkung wird zwar unterschiedlich ausfallen, dürfte aber zwischen 30 % und  45 % ausmachen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

Die Wegeentgelte werden in verkehrsschwachen Zeiten um 25 % gesenkt, während das wegen der Wartungsarbeiten an Wochenenden („weekend-maintenance“) hohe Entgelt um 33,3%1 reduziert wird.

Die teuerste Instandhaltungsphase wird von drei auf zwei Nächte pro Woche reduziert.

Bis 2018 werden die Entgelte nicht an die Inflationsrate angepasst.

Das derzeitige System, bei dem neuen Kunden als Anreiz Preisnachlässe gewährt werden (ETICA)2, wird verlängert und auf weitere Güterzugarten ausgeweitet.

Die Spediteuren auferlegte Sicherheitsgebühr (Frethun-Gebühr) von 600 Euro pro Zug für die Strecke Frankreich-Großbritannien wird aufgehoben.

Das neue Gebührensystem tritt im Juni 2014 in Kraft und gilt bis 20233.

Untersuchung durch die Europäische Kommission

Im Juni 2013 eröffnete die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich und das Vereinigte Königreich wegen der Nichtumsetzung europäischer Vorschriften für den Kanaltunnel (siehe IP/13/557). Das Verfahren erstreckt sich auf vier verschiedene Bereiche: Transparenz der Kosten, Festlegung von Gebühren, Unabhängigkeit der Regulierungsstelle – der „Intergovernmental Commission (IGC)“ – sowie die durch die Nutzungsvereinbarung garantierte Kapazitätszuweisung im Tunnel.

Angesichts der verschiedenen Aspekte der Vertragsverletzung begrüßt die Europäische Kommission auch folgende Maßnahmen:

Die Entscheidung der Tunnel-Regulierungsstelle zur Kostentransparenz

Die IGC hat jüngst eine Entscheidung veröffentlicht, die Eurotunnel zu mehr Transparenz bei den Kosten verpflichtet. Dies ist ein wichtiger Fortschritt, da die Höhe der nach EU-Recht zulässigen Wegeentgelte von den tatsächlichen Kosten für die Nutzung der Infrastruktur abhängt. Wird diese Entscheidung auch wirklich durchgesetzt, dürften die Nutzungsentgelte für den Tunnel für den Personen- und Güterverkehr transparenter werden.

Was geschieht als Nächstes?

Im Rahmen des laufenden Vertragsverletzungsverfahrens wird die Kommission die Umsetzung dieser Maßnahmen prüfen.

Eurotunnel — wichtige Fakten (Quelle: Eurotunnel)

43 % der Tunnelkapazität sind derzeit ungenutzt.

Der Personenverkehr hat in den letzten Jahren langsam zugenommen – 2012 nutzten 9,9 Mio. Fahrgäste den Tunnel nach 9,7 Mio. im Jahr 2011.

Der Schienengüterverkehr ist jedoch rückläufig. 2012 fuhren nur 2325 Güterzüge durch den Tunnel (nach 2388 im Jahr 2011 und 2718 im Jahr 2008).

Seit seiner Eröffnung 1994 konnte Eurotunnel nicht genügend Güterverkehr auf seine Bahninfrastruktur lenken. 2013 fuhren täglich nur sieben Schienengüterzüge durch den Tunnel statt der 30 bis 40, die ursprünglich eingeplant waren.

Eines der größten Hindernisse dafür, dass nicht mehr Güterverkehr durch den Tunnel läuft, sind die hohen Wegeentgelte von derzeit 6075 EUR pro Güterzug bzw. von etwa 4500 EUR für die einfache Fahrt.

Pendelverkehrsdienste von Eurotunnel (Personen- und Güterverkehr) sind von den meisten Eisenbahnvorschriften der EU, einschließlich jener für Wegeentgelte, ausgenommen und nicht Gegenstand des von der Kommission eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens.

Kontakt:

Helen Kearns (+32 2 298 76 38)

Dale Kidd (+32 2 295 74 61)

Für die Öffentlichkeit: Europa Direkt, Telefon: 00 800 6 7 8 9 10 11 oder E-Mail

1 :

Gemäß Angebot 1A.

2 :

Eurotunnel-Anreize zur Kapazitätsauslastung.

3 :

Vorbehaltlich einiger Anpassungen im Fünfjahreszeitraum nach 2018.


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