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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 23. April 2014

Startschuss für Erasmus+ in Berlin

Morgen (24. April) geben Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, und Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft, in Berlin den Startschuss für Erasmus+, das neue Förderprogramm der EU für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Erasmus+ ist für die nächsten sieben Jahre mit insgesamt 14,7 Mrd. EUR ausgestattet, das sind 40 % mehr als bei den vorherigen Programmen. Über das Programm werden mehr als 4 Millionen Menschen, die im Ausland studieren, eine Aus- oder Weiterbildung absolvieren, Berufserfahrung sammeln oder Freiwilligenarbeit leisten, finanziell unterstützt werden. Es wird erwartet, dass bis 2020 fast 600 000 Deutsche Fördermittel aus Erasmus+ erhalten.

In allgemeine und berufliche Bildung zu investieren, ist das Beste, was wir für die Zukunft Europas und seine jungen Menschen tun können. Die Auslandserfahrung durch Erasmus+ stärkt sowohl die Kompetenzen als auch die Beschäftigungsfähigkeit. Außerdem werden über das neue Programm Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität von allgemeiner und beruflicher Bildung auf allen Ebenen gefördert, so dass Europa mit den Besten der Welt mithalten und mehr Wachstum und Arbeitsplätze schaffen kann. Es freut mich, dass die Bundesregierung und auch die deutschen Handels- und Handwerkskammern die Erfahrung aus ihrem erfolgreichen Berufsbildungssystem aktiv weitergeben, insbesondere an andere europäische Länder, und unsere Europäische Ausbildungsallianz unterstützen. Hervorzuheben ist auch die maßgebliche Rolle der Länder bei unseren Bemühungen, Erasmus+ der Öffentlichkeit näherzubringen und „Europa“ zu etwas Konkretem, Greifbarem zu machen," erklärte Kommissarin Vassiliou.

Erasmus+ baut auf dem Erfolg der vorangegangenen Programme Erasmus und Leonardo da Vinci auf und führt diese weiter, ist aber breiter angelegt. Neben der Förderung des Studentenaustausches bietet Erasmus+ auch für Berufsschülerinnen und ‑schüler bzw. Auszubildende erweiterte Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte – ein Angebot, für das sich Deutschland sehr eingesetzt hat.

Wer profitiert von Erasmus+ in Europa?

2 Millionen Studierende werden Stipendien für ein Studium oder eine Fortbildung im Ausland erhalten; unter anderem können 450 000 Praktika finanziell gefördert werden;

650 000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende werden ebenfalls im Ausland lernen, sich fortbilden oder arbeiten können;

800 000 Schul- und Hochschullehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer können mit finanzieller Förderung im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;

200 000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren möchten, profitieren von einem Garantie-Instrument für Studiendarlehen;

mehr als 25 000 Studierende erhalten Stipendien für gemeinsame Masterabschlüsse (das bedeutet, dass sie an mindestens zwei Hochschulen im Ausland studieren);

mehr als 500 000 junge Menschen können im Ausland Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;

125 000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für die Einrichtung von 25 000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt;

3 500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und Unternehmertum;

außerdem werden 600 länderübergreifende Partnerschaften im Sportbereich unterstützt, beispielsweise bei gemeinnützigen europäischen Veranstaltungen.

Wer profitiert von Erasmus+ in Deutschland?

Im Zeitraum 2007-2013 sind über 380 000 Studierende, junge Menschen und Beschäftigte der Bereiche Bildung, Ausbildung und Jugend aus Deutschland mit Mitteln aus dem EU-Programm für lebenslanges Lernen und dem Programm Jugend in Aktion gefördert worden. Schätzungen zufolge dürfte Erasmus+ während der siebenjährigen Laufzeit fast 600 000 Personen zugutekommen.

2014 erhält Deutschland knapp 165 Mio. EUR an Fördermitteln aus Erasmus+; das sind 11 % mehr als 2013 aus dem Programm für lebenslanges Lernen und aus Jugend in Aktion. Die Fördersumme für Deutschland soll sich bis 2020 Jahr für Jahr erhöhen. Zusätzlich können Deutsche auch Mittel aus dem Jean-Monnet-Stipendienprogramm für Hochschulstudien über die europäische Integration sowie für länderübergreifende Sportprojekte erhalten.

Hintergrund

Erasmus+ startet zu einem Zeitpunkt, zu dem europaweit 26 Millionen Menschen arbeitslos sind, darunter fast 6 Millionen junge Menschen. Gleichzeitig gibt es in Europa mehr als 2 Millionen offene Stellen, und ein Drittel der Arbeitgeber hat Schwierigkeiten, Personal mit den benötigten Kompetenzen zu gewinnen. Erasmus+ wird helfen, diese Qualifikationslücke zu schließen, indem es Menschen die Möglichkeit gibt, im Ausland zu studieren, eine Aus- oder Fortbildung zu absolvieren oder Berufserfahrung zu sammeln.

Wenn Studierende und Auszubildende die Möglichkeit erhalten, im Ausland ein Studium oder eine Aus- oder Weiterbildung zu absolvieren, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie künftig im Ausland arbeiten wollen bzw. können, was wiederum ihre langfristigen Beschäftigungsperspektiven verbessert.

Mit Erasmus+ wird nicht nur die Mobilität von Einzelpersonen gefördert, durch die Unterstützung der beruflichen Fortbildung von Lehrkräften und Jugendbetreuern sowie durch stärkere Partnerschaften zwischen Bildungssektor und Arbeitswelt wird das Programm auch Qualität und Relevanz der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit in Europa verbessern.

Im Etat von 14,7 Mrd. EUR ist die geschätzte Inflation berücksichtigt. Weitere Mittel werden voraussichtlich für Austauschmaßnahmen im Hochschulbereich und administrative Unterstützung unter Einbindung von Nicht-EU-Ländern bereitgestellt. Die Entscheidung über die Höhe der zusätzlichen Mittel soll im Laufe des Jahres 2014 bestätigt werden.

Mit Erasmus+ werden erstmals auch Fördermittel für den Bereich des Sports bereitgestellt. Während der siebenjährigen Laufzeit werden rund 265 Mio. EUR für den Kampf gegen grenzüberschreitende Probleme wie Spielabsprachen und Doping zur Verfügung stehen. Unterstützt werden ferner transnationale Projekte unter Beteiligung von Breitensportverbänden, bei denen beispielsweise Good Governance, Gleichstellung der Geschlechter, soziale Inklusion, duale Laufbahnen und die körperliche Betätigung für alle Altersgruppen gefördert werden.

Weitere Informationen

Erasmus+

Häufig gestellte Fragen zu Erasmus+ (MEMO/13/1008 19/11/2013)

Europäische Kommission:  Allgemeine und berufliche Bildung

Europäische Kommission: Jugend

Europäische Ausbildungsallianz

Androulla Vassilious Website

Androulla Vassiliou @VassiliouEU

Kontakt:

Dennis Abbott (+32 229-59258); Twitter: @DennisAbbott

Dina Avraam (+32 229-59667)


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