Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. April 2014

EU-Unterstützung für erneuerbare Energien und die Bekämpfung des Klimawandels im pazifischen Raum

Der Europäische Kommissar für Entwicklung, Andris Piebalgs, und der neuseeländische Außenminister, Murray McCully, reisen vom 23. bis 27. April zu einem gemeinsamen Besuch in den Pazifikraum, um die Entwicklungszusammenarbeit in der Region weiter zu stärken. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen vor allem Projekte zum Thema erneuerbare Energien und Energieeffizienz, von denen einige – in Samoa, Tuvalu, Kiribati (einschließlich Weihnachtsinsel) und auf den Cookinseln – von Neuseeland und der EU kofinanziert werden. Kommissar Piebalgs wird ferner vom 28. bis 30. April nach Papua-Neuguinea reisen, um mit Regierungsmitgliedern die Herausforderungen im Entwicklungsbereich erörtern und zwei mit knapp 60 Mio. EUR ausgestattete Projekte zu eröffnen.

Die Pazifikinseln bekommen die negativen Folgen des Klimawandels zu spüren: Der Anstieg des Meeresspiegels wird für die Inselbewohner Auswirkungen in allen Lebensbereichen mit sich bringen und die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Die Schwierigkeiten der Pazifikinseln werden dadurch verschärft, dass die Kosten für fossile Brennstoffe aufgrund ihrer isolierten Lage extrem hoch sind und dass die äußeren Inseln keinen Zugang zur Stromversorgung haben.

Vor seiner Reise erklärte Entwicklungskommissar Piebalgs: „Das Thema erneuerbare Energie ist mir ein wichtiges Anliegen. Eine gute Energieversorgung ist für das Bildungs- und Gesundheitswesen, für das Wachstum, den Tourismus und sogar für die Wasserversorgung unverzichtbar. Erneuerbare Energien sind für diese Länder somit der Königsweg zu Wachstum und Entwicklung."

Der neuseeländische Außenminister Murray McCully erklärte: „Neuseeland legt großen Wert auf die Partnerschaft mit der EU im pazifischen Raum. Die Hinwendung der Region zu erneuerbaren Energien ist dringend notwendig, und nur dank unserer engen Zusammenarbeit mit der EU kann dieser Wandel so rasch erfolgen.“

Eine Auswahl der besuchten bzw. neu gestarteten Programme:

• Sonnenkollektoren, dank derer drei der äußeren Inseln von Tuvalu erstmals mit verlässlichem und sauberem Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden können (2,5 Mio. EUR)

• Bau von sechs Solarkraftwerken in der Region, einschließlich der bislang auf externe Energieversorgung angewiesenen Cookinseln, in Kofinanzierung mit der Asiatischen Entwicklungsbank

• ein Projekt in Kiribati, das der örtlichen Bevölkerung Zugang zu für die Umwelt unbedenklichen Baumaterialien bietet und daher die empfindlichen Küstengebiete vor den durch den Abbau von Kies und Sand verursachten Störungen schützt (5,2 Mio. EUR)

• ein medizinisches Labor in Kiribati, zuständig für die Überwachung umweltbedingter Erkrankungen, z. B. vektorübertragener Krankheiten (Vektoren sind kleine Organismen wie Stechmücken, Fliegen, Wanzen und Süßwasserschnecken, die Krankheiten von einer Person auf eine andere übertragen können) und die Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen (500 000 EUR)

Entwicklungszusammenarbeit mit Papua-Neuguinea

Die Reise führt Kommissar Piebalgs anschließend weiter nach Papua-Neuguinea, das trotz seiner schnell wachsenden Wirtschaft und der reichhaltigen natürlichen Ressourcen und Biodiversität weiterhin vor großen Herausforderungen steht. Etwa 80-85 % der Bevölkerung des Landes sind weiterhin von Subsistenzlandwirtschaft abhängig und leben in ländlichen Gebieten; es ist zu befürchten, dass keines der Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 erreicht wird.

Nach dem Regierungswechsel im Jahr 2012 wurde jedoch eine Reihe begrüßenswerter Initiativen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Infrastrukturentwicklung und Korruptionsbekämpfung ergriffen. Kommissar Piebalgs wird vor Ort mit Regierungsvertretern zusammentreffen und bekräftigen, dass die EU bereit ist, diese Dynamik zu unterstützen.

Zudem sollen zwei neue Projekte zur Humanressourcenentwicklung (26 Mio. EUR) und zur wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums (mehr als 32 Mio. EUR) unterzeichnet werden. Das erste Projekt konzentriert sich auf die Bereitstellung technischer und beruflicher Bildungsangebote. Damit sollen die Arbeitsmärkte des Landes bei der Aufnahme einer wachsenden jungen Bevölkerung unterstützt werden und mit bedarfsgerecht qualifizierten Arbeitskräften versorgt werden. Mit dem zweiten Projekt soll die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten durch infrastrukturbezogene Maßnahmen wie Sanierung und Instandhaltung ländlicher Straßen bzw. durch einen verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen für die landwirtschaftliche Wertschöpfungskette beschleunigt werden.

Energiepartnerschaft

Diese Projekte sind die ersten Ergebnisse der Energiepartnerschaft für den pazifischen Raum, die aus dem Pazifik-Energiegipfel vom März 2013 in Auckland hervorgegangen ist. Ziel der Partnerschaft ist es, die Nationen des pazifischen Raums dem Ziel näher zu bringen, den Stromanteil aus erneuerbaren Energien auf 50 % zu steigern. Rund 400 Mio. EUR wurden für Energieprojekte im Pazifischen Ozean bereitgestellt.

Die Versorgung mit sauberer und effizienter moderner Energie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung des pazifischen Raums. Derzeit werden dort ca. 80 % des Energiebedarfs aus eingeführten fossilen Brennstoffen gedeckt, was sich erheblich auf Gesundheit, Bildung und Handelsmöglichkeiten in der Region auswirkt. Die Partnerschaft trägt dazu bei, die Abhängigkeit des pazifischen Raums von fossilen Brennstoffen zu verringern und so Einsparungen zu erzielen.

Für die Europäische Union ist die Energiepartnerschaft für den pazifischen Raum ein konkretes Zeichen ihres Engagements für die UN-Initiative „Nachhaltige Energie für alle“ (SE 4ALL). Im Rahmen dieser Initiative hat sich die EU dazu verpflichtet, den Entwicklungsländern dabei zu helfen, bis 2030 insgesamt 500 Millionen Menschen Zugang zu nachhaltigen Energiedienstleistungen zu verschaffen. Kommissar Piebalgs ist Mitglied des Beratenden Ausschusses der Initiative SE 4ALL.

Hintergrund

Die pazifischen Inselstaaten und -territorien haben eine Gesamtbevölkerung von 10 Millionen Menschen, verteilt auf Tausende von Inseln im Pazifik. Diese Inseln sind äußerst isolierte Entwicklungsländer, die bereits jetzt regelmäßig unter Naturkatastrophen leiden, kaum Zugang zu Infrastrukturen haben und in hohem Maße von natürlichen Ressourcen abhängig sind. Im schlimmsten Fall ist zu befürchten, dass einige Inseln aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der zunehmenden Erosion infolge heftiger Stürme untergehen werden (so würde z. B. in Kiribati und Tuvalu ein Anstieg des Meeresspiegels um nur 60 cm die meisten Inseln unbewohnbar machen). Außerdem leben 80 % der Bevölkerung der kleinen Inselstaaten in Küstengebieten und sind somit durch Veränderungen des Meeresspiegels oder der Witterungsbedingungen besonders gefährdet.

Weitere Informationen

Website von EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Kontakt:

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail an Europe Direct wenden.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website