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Kommission ruft zu sofortigem Handeln für ein Wiedererstarken der europäischen Industrie auf

European Commission - IP/14/42   22/01/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 22. Januar 2014

Kommission ruft zu sofortigem Handeln für ein Wiedererstarken der europäischen Industrie auf

Die Europäische Kommission fordert die Mitgliedstaaten eindringlich auf, die zentrale Bedeutung der Industrie für Wachstum und Beschäftigung anzuerkennen und Fragen der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche einzubeziehen. Dies ist die Kernaussage der heute verabschiedeten Mitteilung Für ein Wiedererstarken der europäischen Industrie. Die Kommission fordert den Rat und das Europäische Parlament dazu auf, Vorschläge in den Bereichen Energie, Verkehr, Raumfahrt und digitale Kommunikationsnetze anzunehmen sowie Rechtsvorschriften zur Vollendung des Binnenmarktes durchzuführen und durchzusetzen. Außerdem muss die Modernisierung der Industrie durch Investitionen in Innovation, Ressourceneffizienz, neue Technologien, Kompetenzen und Zugang zu Finanzmitteln fortgesetzt und durch die entsprechenden EU-Fonds beschleunigt werden. In der Mitteilung tritt die Kommission dafür ein, Europa durch eine Vereinfachung des rechtlichen Rahmens und eine effizientere öffentliche Verwaltung auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene unternehmensfreundlicher zu gestalten. Weitere Schlüsselthemen sind eine Vereinfachung des Zugangs zu den Märkten von Drittländern durch harmonisierte internationale Normen sowie ein offenes öffentliches Beschaffungswesen und die Wirtschaftsdiplomatie.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum, erklärte dazu: „Bis 2020 soll die Industrie 20 % zum europäischen BIP beitragen. Von diesem Ziel ist Europa noch weit entfernt. Aus diesem Grund muss die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ganz oben auf der Tagesordnung stehen, wenn der Europäische Rat im März 2014 zusammentritt. Mit der heute vorgestellten Initiative macht die Kommission deutlich, dass wir nur mit einer möglichst raschen Reindustrialisierung und Modernisierung unserer Wirtschaft neue Arbeitsplätze schaffen können. Wir müssen auf europäischer und nationaler Ebene entschlossen handeln, damit alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente kohärent nach unseren Prioritäten eingesetzt werden. Eine industriepolitische Strategie muss viele andere Bereiche einbeziehen, die mit der Industrie immer stärker verzahnt sind und einen erheblichen Einfluss auf ihren Erfolg haben.“

Weitere Informationen:

Communication For a European industrial renaissance

MEMO/14/37: Member States need to act to boost European industry

Eine starke industrielle Basis als Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung

Die Europäische Union findet allmählich aus der längsten Rezession in ihrer Geschichte heraus, die deutlich gemacht hat, wie wichtig eine starke Industrie für eine gesunde Wirtschaft ist. Die Rolle der Industrie in Europa geht weit über das verarbeitende Gewerbe hinaus; sie erstreckt sich von der Rohstoff- und Energieversorgung bis hin zu Dienstleistungen für Unternehmen (z. B. Logistik) und Verbraucher (z. B. Kundendienst für langlebige Güter) oder zum Tourismus. Auf die Industrie entfallen über 80 % der EU-Ausfuhren und der privaten Forschungs- und Innovationstätigkeit. Ihre Bedeutung ist somit weit größer als ihr Anteil am BIP vermuten lässt. Fast jeder vierte Beschäftigte in der Privatwirtschaft ist in der Industrie auf einem häufig hohe Qualifikationen erfordernden Arbeitsplatz tätig, und durch jede zusätzliche Stelle im verarbeitenden Gewerbe entstehen 0,5 bis 2 Arbeitsplätze in anderen Branchen. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP, der im Sommer 2013 bei 15,1 % lag und seither weiter abgenommen hat, ist jedoch weit von den 20 % entfernt, die die Kommission 2012 als Zielvorgabe für 2020 festgelegt hat.

Eine wettbewerbsfähige Industrie steht ganz oben auf der europäischen Agenda

Angesichts der Bedeutung der bevorstehenden Herausforderungen für die Zukunft Europas muss sich der Europäische Rat als höchste politische Instanz damit befassen und den Kurs vorgeben, damit alle der EU zur Verfügung stehenden Instrumente kohärent und im Einklang mit den Prioritäten eingesetzt werden. Die Europäische Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, die zentrale Bedeutung der Industrie für die Wettbewerbsfähigkeit und das nachhaltige Wachstum in Europa anzuerkennen und Fragen der Wettbewerbsfähigkeit systematischer als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche einzubeziehen.

Die Kommission ist der Auffassung, dass zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie die folgenden Prioritäten verfolgt werden sollten:

  1. Verstärkte Einbeziehung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche angesichts ihres großen Beitrags zur wirtschaftlichen Gesamtleistung der EU.

  2. Maximierung des Potenzials des Binnenmarktes durch den Ausbau der notwendigen Infrastrukturen, durch die Schaffung eines stabilen, vereinfachten unternehmer- und innovationsfreundlichen Rechtsrahmens, durch die Integration der Kapitalmärkte, durch verbesserte Ausbildungs- und Mobilitätsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger sowie durch die Vollendung des Binnenmarktes für Dienstleistungen als wichtigen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

  3. Sicherung des Zugangs zu Energie und Rohstoffen zu erschwinglichen, die internationalen Bedingungen widerspiegelnden Preisen durch geeignete Maßnahmen auf dem Binnenmarkt und auf internationaler Ebene.

  1. Einsatz und Anwendung der europäischen Finanzierungsinstrumente auf der Grundlage einer wirksamen Kombination von COSME, Horizont 2020, der Strukturfonds (aus Regionalfonds mindestens 100 Mrd. EUR) und Geldern der Mitgliedstaaten für weitere Innovations-, Investitions- und Reindustrialisierungsvorhaben.

  2. Wiederherstellung einer normalen Kreditvergabe an die Realwirtschaft. Hierbei sollte die Europäische Investitionsbank noch strategischer agieren, indem sie mehr Kredite zielgerichtet an Innovations- und Industrieprojekte vergibt. Die EU sollte die noch vorhandenen Engpässe beseitigen, die durch die Fragmentierung des Finanzmarktes entstanden sind, und die Voraussetzungen für die Entwicklung alternativer Finanzierungsquellen schaffen.

  3. Erleichterung der schrittweisen Integration der Unternehmen in der EU, insbesondere der KMU, in globale Wertschöpfungsketten mit dem Ziel, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und ihnen zu globalen Märkten unter günstigeren Bedingungen Zugang zu verschaffen.

  4. Ohne eine wettbewerbsfähigere Industrie wird es nicht gelingen, Wachstum und Beschäftigung wieder anzukurbeln und den Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP bis 2020 auf 20 % anzuheben.

Kontakt:

Carlo Corazza (+32 229-51752) Twitter: @ECspokesCorazza

Sara Tironi (+32 229-90403)


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