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Ebola in Westafrika: EU stockt medizinische Soforthilfe auf 1,1 Mio. EUR auf

European Commission - IP/14/426   11/04/2014

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Europäische Kommission

Pressemitteilung

Brüssel, 11. April 2014

Ebola in Westafrika: EU stockt medizinische Soforthilfe auf 1,1 Mio. EUR auf

Die Europäische Union verstärkt ihre Bemühungen um die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika sowie die Hilfe für die von dem tödlichen Virus betroffenen Menschen. In diesem Zusammenhang hat die Kommission ihre Mittelzuweisungen für medizinische Sofortversorgung, Experten und Risikobewertungen auf 1,1 Mio. EUR aufgestockt. Außerdem leistet sie einen Beitrag in Form von medizinischer Ausrüstung, um die Diagnostik zu beschleunigen.

Rasches Handeln ist von entscheidender Bedeutung. Wir verstärken daher unsere Unterstützung für die Partnerorganisationen in Guinea und den Nachbarländern, um die dringend benötigte medizinische Versorgung der Erkrankten zu gewährleisten und eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern“, so die EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva.

EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs erklärte: „Die Europäische Kommission hat in kürzester Zeit Experten und Ausrüstung mobilisiert, um rasch vor Ort konkrete Hilfe zu leisten. Sehr wichtig ist die gute Koordinierung der internationalen Reaktion auf diesen Ebola-Ausbruch. Daher bauen wir derzeit auch ein Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen in der EU und in Afrika auf, über das Know-how zur Bekämpfung dieser schrecklichen Viruserkrankung ausgetauscht werden kann.

Nachdem in der vergangenen Woche bereits 500 000 EUR bereitgestellt wurden, stockt die Kommission nun ihre Unterstützung für die betroffene Bevölkerung in Guinea und in den Nachbarländern auf 1,1 Mio. EUR auf. Mit den zusätzlichen Mitteln kann die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ ihre Maßnahmen im Bereich des Patientenmanagements (z. B. die Isolierung von Patienten und psychosoziale Betreuung), die Ermittlung von Verdachtsfällen sowie die Schulungen und die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung für das medizinische Personal weiter ausbauen. Mit den neuen Mitteln wird auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den Bereichen epidemiologische Überwachung und medizinische Versorgung, medizinische Hilfsgüter, Transportlogistik und medizinisches Personal unterstützt.

Drei Kommissionsexperten für humanitäre Hilfe wurden nach Conakry und Monrovia entsandt, um die Lage vor Ort zu überwachen und den Kontakt zu den lokalen Behörden und den Partnern zu halten.

Außerdem sind am 26. März sechs europäische Spezialisten des Projekts „European Mobile Lab“ (EMLab), das der Bekämpfung gefährlicher Infektionskrankheiten dient, mitsamt einer mobilen Laboreinheit in der guineischen Stadt Gueckedou eingetroffen. Die mobile Laboreinheit besteht aus in Boxen verpackter, leicht zu transportierender Ausrüstung für den hochabgesicherten Umgang mit Viren. Damit werden die Kapazitäten für eine rasche Analyse von Proben und die Bestätigung von Ebola-Fällen deutlich erhöht, was die Zahl der unerkannt bleibenden Fälle verringern und die weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern wird.

Die EU verfolgt die aktuelle Entwicklung sehr genau über ihr Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Das Zentrum hat soeben eine zweite Risikobewertung (Rapid Risk Assessment) veröffentlicht, in der das Ansteckungsrisiko für EU-Bürger, die in die betroffenen Länder reisen, als „niedrig“ eingestuft wird. Darin werden auch eine Reihe von Empfehlungen für Präventionsmaßnahmen gegeben.

Hintergrund

Es handelt sich um den ersten Ebola-Ausbruch, der in dieser Region registriert wurde. Er wurde am 22. März von der guineischen Regierung publik gemacht, nachdem das französische Institut Pasteur bestätigt hatte, dass das Ebola-Virus in Fällen nachgewiesen wurde, die zunächst dem in der Region endemischen Lassa-Fieber zugeschrieben worden waren.

Bislang wurden in Guinea 157 Verdachtsfälle gemeldet, von denen 101 tödlich verliefen. In Liberia wurden 21 Verdachtsfälle bekannt, dort verstarben bislang 10 Patienten.

Dieses virale hämorrhagische Fieber wurde erstmals im Jahr 1976 in der Demokratischen Republik Kongo und im Sudan festgestellt. Seither wurden mehrere Ausbrüche in Ost- und Zentralafrika, bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nie in Westafrika registriert.

Das Ebola-Virus ist hochansteckend und wird von Mensch zu Mensch durch einfachen Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen. Gegen das Virus gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine Behandlung. Das Ebola-Fieber gehört zu den tödlichsten Krankheiten überhaupt; je nach Virenstamm liegt die Sterblichkeitsrate bei bis zu 90 %.

Das EMLab-Projekt ist eine von der Europäischen Kommission finanzierte Initiative, an der Partner aus Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn, der Schweiz, Slowenien und Großbritannien beteiligt sind. Als Teil der internationalen Reaktion auf den aktuellen Ebola-Ausbruch in Guinea haben die WHO und das von ihr eingerichtete „Global Outbreak Alert and Response Network“ (GOARN) Laborexperten von EMLab angefordert, die das Gesundheitsministerium Guineas bei der Diagnostik dieses viralen hämorrhagischen Fiebers unterstützen sollen.

Das Expertenteam besteht aus Wissenschaftlern des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (Deutschland), des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (Deutschland), des Istituto Nazionale per le Malattie Infettive „L. Spallanzani“ (Italien) und des Laboratoire P4 - INSERM Jean Merieux (Frankreich). Das Team wird am 15. April durch vier weitere Experten aus Deutschland, Frankreich und Ungarn verstärkt; in vier Wochen wird es durch ein neues Team abgelöst.

Weitere Informationen

Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website von Kommissarin Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm

Entwicklung und Zusammenarbeit der Europäischen Kommission:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm

Website von Kommissar Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Kontakt:

Alexandre Polack (+32 229-90677)

Maria Sanchez Aponte (+32 229-81035)

David Sharrock (+32 229-68909)

Irina Novakova (+32 229-57517)

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich telefonisch unter 00 800 6 7 8 9 10 11 oder per E-Mail an Europe Direct wenden


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